Fairer Umgang der beiden OB-Kandidaten bei der Podiumsdiskussion

8. März 2017 von Christine Hassler - 2 Comments

Auch diesmal herrschte bei der Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten in der Memminger Stadthalle, diesmal mit Manfred Schilder (CSU) und Dr. Friedrich Zeller (SPD), wieder großer Andrang, doch viele interessierte Besucher mussten draußen bleiben. Der Abend war geprägt von einem durchwegs fairen und respektvollen Umgang der beiden OB-Kandidaten untereinander, auch wenn die Fragestellungen gelegentlich durchaus auch provokative Spitzen beinhalteten.

Aus Sicherheitsgründen wurde bei der von der Memminger Zeitung organisierten Podiumsdiskussion die Zahl der Besucher auf 1200 beschränkt und die Taschenkontrollen verschärft, klärte Redaktionsleiter der AZ Uli Hagemeier zu Beginn der Diskussionsrunde auf. Livestreaming auf Facebook hätte sich daher umso mehr angeboten, doch der war leider nicht erlaubt.

Auch wenn die Klingel gelegentlich zu schlafen schien, waren jeweils zwei Minuten Antwortzeit für die beiden Kandidaten bei den folgenden einführenden „Fragen mit provokativen Spitzen“ der beiden Moderatoren Uli Hagemeier (AZ) und Chefredakteur der MZ Helmut Kustermann vorgesehen.

Podiumsdiskussion OB-Kandidaten Memmingen, Manfred Schilder und Dr. Friedrich Zeller, 06.03.2017

Fragen mit „provokativen Spitzen“ seitens des Moderatoren-Teams

Die erste Frage von Helmut Kustermann war an Dr. Friedrich Zeller gerichtet und lautete in etwa *: „Müssen wir uns, angesichts Ihres verbalen Ausrutschers 2014, auf einen härteren Ton in der Kommunalpolitik einstellen, falls Sie zum Oberbürgermeister gewählt werden?“

Nachdem das Raunen und einige Buh-Rufe aus dem Zuhörerraum abgeebbt waren, dankte Dr. Zeller souverän für die Frage, die es ihm erlaube, dieses Thema gleich zu Beginn abzuhandeln.

Dr. Zeller: Nein, das müsse man sicher nicht, es war derzeit ein verbaler Ausrutscher, der ihm damals und bis heute leidtat und für den er sich damals in aller Form entschuldigt hatte, was von seinem Gegenüber auch angenommen wurde.

Frage an Manfred Schilder: „Was erwartet uns, nachdem Sie im heutigen Alter von 59 Jahren schon recht nahe am ´Ruhestandsalter´ sind?“

Manfred Schilder: Er möchte sich, im Falle seiner Wahl, in jedem Falle auch nach seinem 65. Lebensjahr für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung stellen.

Frage an Dr. Zeller: „2014 erhielten Sie bei den Landtagswahlen 26% und haben in der Stichwahl verloren. Warum sollte diese OB-Wahl besser ausfallen?“

Dr. Zeller (der zuvor jedoch 1996 im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Schongau gewählt und 2002 wiedergewählt wurde, und 2008 im Landkreis Weilheim-Schongau in einer Stichwahl mit 53,7 % als SPD-Kandidat zum Landrat gewählt wurde) antwortete darauf, dass von den 71 Landräten in Bayern der allergrößte Teil von der CSU, der geringste Teil hingegen von der SPD gestellt wird. Somit sei es bereits eine Seltenheit gewesen, 2008 als SPD-Mitglied zum Landrat gewählt worden zu sein. Und „wer nicht verlieren kann, darf sich keiner Demokratie stellen.“

Frage an Manfred Schilder: „Sie haben nie in der Verwaltung gearbeitet und sind erst seit drei Jahren im Stadtrat. Ist Ihrer Ansicht nach der Mangel an Erfahrung in der Verwaltung ein Hindernis?“

Manfred Schilder: Die IHK funktioniere ähnlich wie eine Stadtverwaltung. Es ginge hier vor allem um das Nutzen von Potentialen, eine fruchtbare Zusammenarbeit von Menschen und um das Mitnehmen und Motovieren von Menschen. Langjährige Erfahrung in der Verwaltung sieht er nicht unbedingt als notwendige Voraussetzung an.

Stadtpolitische Themen

Frage an beide Kandidaten: „In den Stadtteilen kommt immer wieder zur Sprache, dass sich die Stadtteile Memmingens nicht genug ernst genommen fühlen. Welche drei konkreten Projekte würden Sie bald möglichst nach Ihrer Wahl angehen und umsetzen?

Dr. Zeller: 1. Die Straße nach Hurren. 2. Die Verkehrssituation in Amendingen angehen und ein entsprechendes Verkehrskonzept entwickeln. Es sei in der modernen Stadtplanung wichtig, nach dem Prinzip „geplant für Isabella“ vorzugehen. Das fiktive Mädchen in diesem Konzept ist 12 Jahre alt und das Konzept darauf aufgebaut, dass ein 12-jähriges Mädchen sicher von zuhause in die Schule gelangen können muss – zu Fuß, mit dem Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies müsse in der modernen Stadtplanung immer berücksichtigt werden. 3. Betreffend der Ortslage im Stadtteil Hart sieht er mehr Möglichkeit für eine baurechtliche Anpassung, um eine Ortsverdichtung zu ermöglichen.

Manfred Schilder: möchte gerne den Jour-Fix aufgreifen, den Markus Kennerknecht vorgeschlagen hatte. Konkrete Projekte würden für ihn 1. Das Thema Bauen in den Stadtteilen sein, angefangen in Steinheim. 2. Die Umfahrung von Steinheim in Anbindung an die Europastraße und an der A7 vorbei. 3. Eine Ortsmitte in Eisenburg schaffen, denn die fehle in Eisenburg.

Podiumsdiskussion OB-Kandidaten Memmingen, Manfred Schilder und Dr. Friedrich Zeller, 06.03.2017

Frage an beide Kandidaten: „Die Türkisch-Islamische Union plant, ihre Moschee in der Schlachthofstraße mit einem etwa 20 Meter hohen Minarett zu versehen. Baurechtlich spricht wohl nichts dagegen, aber würde Sie das stören?“

Manfred Schilder: Er ist einerseits der Meinung, dass wir stolz darauf sein können, in einer Staatsform zu leben, die auf Meinungsfreiheit, Gleichheit und Religionsfreiheit basiert und die es zu verteidigen gelte. Andererseits spricht er sich gegen ein Minarett aus und findet es unnotwendig, da ein zwanzig Meter hohes Minarett nicht Symbol einer Religion sei – was im Christentum das Kreuz, im Islam der Halbmond sei – und auch nicht notwendig, um seinen Glauben zu leben. Auch im Christentum habe nicht jede Kirche einen Kirchturm.

Dr. Zeller: In unserem Land herrsche Religionsfreiheit und Memmingen sei historisch eine Stadt der Menschenrechte. Städtebaulich gebe es zudem keine Einwände und er habe die Pläne gesehen. Es sei geplant, das Minarett zu verklinkern und ist der Meinung, dass es ästhetisch und schön werden wird. In der Konsequenz sieht er keinen Grund, etwas gegen den Bau des Minaretts einzuwenden.

Frage an beide Kandidaten: „Nehmen wir an, ein Staatsminister eines anderen Landes würde ankündigen, hier eine öffentliche Wahlkampfveranstaltung abzuhalten. Was würden Sie tun?“

Dr. Zeller: Die Antwort auf diese Frage sei zweigeteilt. Aus juristischer Sicht sei so lange nichts dagegen einzuwenden, solange die Vorgaben und die Sicherheitsbestimmungen für eine solche Veranstaltung erfüllt seien. Aus politischer Sicht ist er gegen eine solche Veranstaltung, da seiner Ansicht nach ein Wahlkampf im eigenen Land ausgetragen werden solle, ebenso wie Unruhen oder Konflikte nicht nach außen transportiert werden sollten.

Manfred Schilder: sieht es ähnlich. Der formal juristische Aspekt sei eine Sache, der gefühlte „städtische“ Aspekt eine andere. Momentan sieht er den Auftritt der Türkei als kritisch an. Es würden viele Türken in der Region leben, die eine tolle Arbeit machen und sich gut integriert haben. Er ist jedoch auch der Meinung, dass Erdogan nicht seinen Wahlkampf bei uns weiterführen sollte.

Frage an beide Kandidaten: „Der Weinmarkt ist nach wie vor ein ungelöstes Problem. Wie würden Sie dieses Problem angehen?“

Manfred Schilder: Die Idee hinter der existierenden Verkehrsführung sei gewesen, einen gemeinsamen Verkehrsraum für Fahrräder und Autos zu schaffen, ohne optische Barrieren, mit einem Verkehr, der sich selbst regelt. Doch sehe man nun, dass dies nicht funktioniere. Was hingegen funktioniere, müsse man ausprobieren. Daher schlägt er vor, es durch Sperrung an Wochenenden auszuprobieren.

Dr. Zeller: Städtebaulich sei der Weinmarkt toll umgebaut worden, verkehrstechnisch jedoch müsse etwas passieren. Um einen kontinuierlichen Fluss für die Autos zu gewährleisten schlägt er vor, zunächst das unkontrollierte Parken einzudämmen mit Hilfe schärferer Kontrollen und Pfosten, denn bereits ein geparktes Auto würde genügen, den gesamten Fluss ins Stocken zu bringen. Eine Schließung müsse man testen, beispielsweise an Wochenenden im Sommer, denn nur so könne man herausfinden, wohin sich der Verkehr dadurch verlagern würde.

Frage an beide Kandidaten: „Was schlagen Sie zum Thema Bahnhofsareal vor? Aktuell geplant ist ein Mix aus Gewerbe- und Wohnflächen. Es wurden dazu bereits Bedenken laut, ob Gewerbeflächen dort nicht Kunden aus der Innenstadt in diesen Bereich des Bahnhofsareals weggeführt würden. Was halten Sie von der Idee, dort Branchen für die Ansiedlung festzulegen?“

Podiumsdiskussion OB-Kandidaten Memmingen, Manfred Schilder und Dr. Friedrich Zeller, 06.03.2017

Manfred Schilder: Man brauche kein Forum Kempten II am Memminger Bahnhofareal, sondern Gewerbe, das das bestehende Angebot ergänzt, erweitert und auch eine Aufenthaltsqualität entstehen lässt. Er hält einen guten Mix aus Gewerbe und Wohnen für positiv und regt den örtlichen Einzelhandel an, in größeren Dimensionen zu denken. Man solle die Innenstadt als einen Fachmarktzentrum sehen. Weder weitere Geschäfte, noch IKEA sei die wahre Konkurrenz, denn die sei vor allem der Internethandel. Als Freund der Marktwirtschaft hält er nichts von einer Branchenvorgabe, da er den Wettbewerb als positiv betrachtet.

Dr. Zeller: Die Stadt Memmingen habe bereits im Vorfeld das Areal sinnvoll zusammengefügt, was schon einmal gute Voraussetzungen für die weitere Nutzung geschaffen habe. Das Vorhaben, dort einen Mix aus Gewerbe- und Wohnflächen entstehen zu lassen, sieht auch er als die beste Lösung. Ein Investorenwettbewerb sei momentan im Gange und drei Investoren haben Interesse gezeigt. Zu bedenken sei, dass das Bahnhofareal zur Innenstadt gehöre und als Ganzes gesehen werden muss, daher sieht auch er keinen Anlass zu einer Vorgabe der Branchen, die sich dort ansiedeln werden. Zudem regte er am Bahnhofsbereich eine Fahrradstation vor allem für Pendler an.

Sekt oder Selters?“ – Spiel, um den Typ Mensch kennenzulernen

Die nächste Runde bildete das Spiel „Sekt oder Selters“, für die das Moderatorenteam Fragen vorbereitet hatte.

Der erste Kandidat: Dr. Zeller.

„Warm- oder Kaltduscher?“ – „Warm“.

„Weißwurst oder Müsli?“ – „Wienerle“. – „Das geht nicht! Also: Weißwurst oder Müsli?“ – Na dann Weißwurst.“

„Volksmusik oder Rock n´Roll?“ – „Volksmusik“.

„Bundesbahn oder Auto?“ – „Bundesbahn“.

„Fernweh oder Heimweh?“ – „Beides“. – „Geht nicht“. – „Na dann Heimweh“.

„Agenda 20/10 oder bedingungsloses Grundeinkommen?“ – „Agenda 20/10. Allerdings aktualisiert“.

Kandidat Manfred Schilder:

„Weißbier oder Weißwein?“ – „Weißbier“.

„Berg oder Meer?“ – „Berg“.

„Bayern oder 1860?“ – „Bayern“.

„Kreuzfahrt oder Pilgerfahrt?“ – „Kreuzfahrt“.

„Fernseher oder Buch?“ – „Buch“.

„Seehofer oder Söder?“ – „Söder“. – „Warum?“ – „Söder ist direkter, konkreter. Das mag ich mehr.“

„Vervollständigen Sie den folgenden Satz“

„Als Geschäftsführer habe ich es im Allgäu Airport nur drei Jahre ausgehalten, weil…“ – Manfred Schilder: „…weil ich bis dahin meine Aufgaben erfolgreich abgeschossen hatte und nichts mehr sah, was ich für die weitere Entwicklung hätte tun können.“

„Ich bin spät in den Wahlkampf eingestiegen, weil…“ – Dr. Zeller: „…weil die SPD nach dem Tod von Markus Kennerknecht noch in Schockstarre war und wir deshalb keine großen Wahlkampfaktionen wie Gummibärchen verteilen oder Infostände machen wollten und dann kam der Fasching, den wir auch vorübergehen lassen wollten.“

Aussagen eines befreundeten Dritten über den jeweiligen Kandidaten

Im Folgenden wurden zwei Videos gezeigt, in denen ein langjähriger Freund seine Eindrücke und Erinnerungen über den jeweiligen Kandidaten unterhaltsam zusammenfasste. Manfred Schilder wurde hier von einem langjährigen Sport- und Wasserball-Gefährten portraitiert, Dr. Zeller hingegen von einem Weggefährten in der evangelischen Gemeindejugend.

Podiumsdiskussion OB-Kandidaten Memmingen, Manfred Schilder und Dr. Friedrich Zeller, 06.03.2017

Fragen aus der Bürgerschaft

Die folgenden Fragen wurden entweder im Voraus von Bürger_Innen an die Redaktion geschickt oder wurden am Abend der Podiumsdiskussion auf Kärtchen notiert, eingesammelt und vom Moderatorenteam vorgetragen:

Frage: Thema Allgäu Airport: Sollte Ihrer Ansicht nach die Stadt Zuschüsse geben zum Allgäu Airport?

Dr. Zeller: Der Allgäu Airport sei eine gute Ergänzung zur regionalen Infrastruktur. Eine direkte Beteiligung sehe er nicht, und dies sei auch nicht legal. Dafür, eine Struktur zu schaffen und Gewerbegebiete zu erschließen sprach er sich jedoch positiv aus.

Manfred Schilder: Der Allgäu Airport sei auch kommunale Aufgabe. Die Stadt Memmingen sei bereits über Gesellschaften in Form von Grundstückskäufen beteiligt. Auch der Landkreis bis Neu-Ulm sei bereits beteiligt.

Frage: Befürworten Sie Tempo 30 in allen Wohngebieten?

Manfred Schilder: Er tendiert dazu, die Frage zu bejahen, jedoch nur im Falle von reinen Wohngebieten ohne Durchgangsverkehr, d.h. ja beim Anliegerverkehr.

Dr. Zeller: spricht sich grundsätzlich für ein Tempolimit von 30 km/h in Wohngebieten aus.

Frage: Was möchten Sie am öffentlichen Nahverkehr ändern, wie wollen Sie ihn regeln?

Dr. Zeller: möchte sich um einen integrierten Stadtbusverkehr bemühen. Auf die Frage, was darunter zu verstehen sei, erläuterte Dr. Zeller, integrierter Stadtbusverkehr beinhalte getakteten Busverkehr, der sich nicht nur nach Schülern richtet, sondern in regelmäßigen Abständen fährt, und die Stadt ganzheitlich über das ganze Jahr hinweg und auch nachts abdeckt. Integrierter Stadtbusverkehr sei Ausdruck einer modernen Stadt und würde zudem den Autoverkehr reduzieren.

Manfred Schilder: auch Manfred Schilder sieht einen getakteten Busverkehr als einen Lösungsweg, der auch die Notwendigkeit von zwei Autos in einer Familie vermeiden könnte. Zudem müsste das Busverkehrsnetz auch die angrenzenden Orte wie Buxheim, Memmingerberg, etc. miteinbinden. Dazu könnten auch innovative Lösungen wie kleine E-Busse mit einbezogen werden.

Von der Bäderfrage und IKEA über die Jugend bis zum Klinikum – städtepolitische Fragen der beiden Moderatoren

Frage: „Wie stehen Sie zu IKEA? Der Knackpunkt sind ja die Fachmärkte. Die für die Fachmärkte geplante Fläche wurde bereits in einem zweiten Schritt auf 20.000 Quadratmeter reduziert. Unter welchen Voraussetzungen würden Sie Ihr Ok zur Planung von IKEA geben?“

Dr. Zeller: Seiner Meinung nach muss IKEA nach Memmingen kommen, denn es bedeute einen Impuls für die Zukunft. Der Stadt sei es gelungen, die Größe der Fachmärkte zu reduzieren, gefährlich sei eine „Shopping-Mall-Qualität“, da sie eine starke Aufenthaltsqualität bedeuten würde, doch die sei so nicht geplant. Auch wichtig sei, die Anschlussstellen der angrenzenden Autobahnen funktionsfähig zu halten und der Transport in die Stadt mit Mobilitätsmodellen wie etwa Shuttlebus und Fahrradverleih müsse gewährleistet werden. Dann sage er auch ja zu IKEA mit einem Fachmarktzentrum von 20.000 Quadratmetern.

Manfred Schilder: Sagt klar „Ich will IKEA. Und ich will auch eine lebendige Innenstadt.“ Der Stadtrat habe in langer Vorarbeit ausgearbeitet, was in die Innenstadt gehöre, und was auf die grüne Wiese. Um IKEA und eine lebendige Innenstadt zu haben, müsse nun die Stadt ebenso hart verhandeln, wie IKEA das tue. Der Standort für IKEA sei ideal und die Innenstadt müsse sich als ein großes Fachmarktzentrum verstehen. Kleidung sieht er nicht auf der grünen Wiese, sondern in der Innenstadt, wie auch Sportartikel. Auch das Thema Gastronomie sei dabei zu beleuchten.

Frage: Wie möchten Sie die Menschen dazu bringen, nach einem Einkauf bei IKEA noch in die Stadt zu fahren?

Manfred Schilder: Die Stadt habe ein breites Angebot und Attraktivität vor allem im Bereich Kultur und Sehenswürdigkeiten. Man brauche hier einen Impuls, wie man Memmingen noch besser touristisch vermarkten könne.

Dr. Zeller: Auch er ist der Ansicht, dass Memmingen eine große Vielfalt an Angeboten bereithält, was zudem besser vermarktet werden könne. Auch über eine zeitliche Begrenzung der Parkmöglichkeiten auf dem Gelände von IKEA könne in Betracht gezogen werden. Zu Bedenken sei hier aber auch die „Grunddienstbarkeit“ der Stadt. So wäre es beispielsweise hinsichtlich der Energieversorgung, die ja bei IKEA nachhaltig geplant ist, positiv, sich bestehenden Energiekonzepten wie dem Blockkraftwerk von Alois Müller im Industriegebiet Nord anzuschließen.

Frage: Was möchten Sie für die Jugend in der Stadt tun?

Dr. Zeller: Konkret könne er darüber besser nach dem 9. März sprechen, denn da sei sein Gesprächstermin mit der Jugend im Grünen Haus angesetzt. Er plädiert dafür, bestehende Strukturen besser und vielfältiger zu nutzen, wie beispielsweise einen Grillpatz bei der Wakeboardanlage im Stadtpark Neue Welt einzurichten. Veranstaltungen im Innenstadtbereich sei immer deshalb problematisch, weil die Innenstadt ein Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe ist.

Manfred Schilder: Am besten wisse die Jugend selbst, was sie wollen oder brauchen, daher müsse man den Dialog suchen und sie ernst nehmen. Konkret möchte er das Sportangebot fördern und verbessern, und die nötigen Rahmenbedingungen schaffen.

Frage: Wo sehen Sie die Schwerpunkte des Projektes Soziale Stadt Ost und wie wollen Sie Dynamik in das Projekt bringen?

Manfred Schilder: sieht keinen Anlass, mehr Dynamik hineinzubringen, da es bereits sehr dynamisch sei. Erst vor Kurzem fand ein öffentlicher Workshop in der Himmelfahrtskirche statt, an dem viele Bürger_innen teilnahmen und zum Teil tolle Ideen einbrachten.

Dr. Zeller: ist ebenfalls der Meinung, dass der Schwung bereits vorhanden ist. Ihm liege der Osten sehr am Herzen, nachdem er dort aufgewachsen sei. Auch könne man sich vom vorhergehenden Projekt im Westen viel Inspiration holen, bei dem sich viele Menschen ehrenamtlich engagiert haben.

Podiumsdiskussion OB-Kandidaten Memmingen, Manfred Schilder und Dr. Friedrich Zeller, 06.03.2017

Zukunft und anstehende Projekte in der Stadt Memmingen

Zum Abschluss stellten die beiden Moderatoren noch einige Fragen über anstehende Projekte, die die Zukunft der Stadt betreffen.

Frage: „Beim Thema Krankenhäuser ist ja die Stadt zunächst auf die Bremse getreten. Sind Sie für eine Fusion der Krankenhäuser?“

Dr. Zeller: Wichtig sei die medizinische Versorgung. Das Angebot in Memmingen sei sehr gut und in vielen Bereichen federführend in der Umgebung. Mehr noch als eine Fusion sieht er einen Klinikverbund. Hierbei seien die medizinischen Schwerpunkte herauszuarbeiten und zusammen mit den Chefärzten Schwerpunkte zu bilden. In jedem Falle müsse die medizinische Versorgung gesichert sein und in kommunaler Hand bleiben.

Manfred Schilder:

In Memmingen wie auch in Ottobeuren gebe es Koryphäen auf ihrem Gebiet, die müsse man herausstellen und medizinische Schwerpunkte bilden. Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit sei ein Faktor, dennoch sei die medizinische Versorgung kommunale Aufgabe, daher ist auch er für eine weiterhin kommunale Trägerschaft.

Frage: „Wie stehen Sie zur Bäderfrage?“

Dr. Zeller: steht zu einer kombinierten Frei- und Hallenbadkonzeption. Jedoch sollte diese nicht als Freizeitbad, sondern mehr als Sportbad konzipiert werden. Ein Standort sei wirtschaftlicher, da die Energieversorgung, Verwaltung und die Pflege kombiniert werden könne. Dabei sieht er den Standort des jetzigen Freibades als einen guten Standort an.

Manfred Schilder: auch er steht hinter der Beschlusslage des Stadtrates eines Ganzjahresbades und hält ein Sportbad am Standort Memmingen für angebracht. Wichtig sei, ein lückenloses Angebot zu gewährleisten und die existierenden Bäder so lange nutzbar zu erhalten. Sein bevorzugter Standort wäre im Bereich der bereits angesiedelten Sportstätten der Arena, des Sportcampusses und der Eissporthalle.

Kandidat fragt Kandidat

„Stellen Sie Ihrem Gegenkandidaten eine Frage“ war die nächste Aufgabenstellung des Moderatorenteams.

Manfred Schilder: „Was steht am 20. März in der Memminger Zeitung?“ – Dr. Zeller: „Dass wir zukünftig gut zusammenarbeiten werden.“

Dr. Zeller: „Wann haben Sie Zeit ein Bier mit mir zu trinken?“ – Manfred Schilder: „ Am 19. März um 19:15 Uhr.“

Fragen an die Kandidaten über den Gegenkandidaten

An Dr. Zeller: Welchen Grund gibt es, Manfred Schilder zum Oberbürgermeister zu wählen? – Dr. Zeller:“ Er ist sympatisch. Ein vernünftiger Mann. Hat gute Ideen. Und er hat sich viel ehrenamtlich engagiert.“

An Manfred Schilder: „Welchen Grund gibt es, Dr. Zeller zum Oberbürgermeister zu wählen? – Manfred Schilder: „Er ist ein fairer Sportsmann. Er macht einen fairen Wahlkampf, der uns ins richtige Licht rückt. Und er bringt kommunalpolitische Erfahrung mit.“

Uli Hagemeier komplimentierte an dieser Stelle die beiden Kandidaten für einen fairen und kollegialen Umgang miteinander bei dieser Podiumsdiskussion und versprach aus zeitlichen Gründen, alle weiteren Fragen, die von Bürger_Innen gestellt wurden zu sammeln, von den Kandidaten beantworten zu lassen und zu einem zweiten Zeitpunkt in der Zeitung zu veröffentlichen.

* Fragen und Antworten werden hier und im Folgenden sinngemäß wiedergegeben.

2 Antworten zu “Fairer Umgang der beiden OB-Kandidaten bei der Podiumsdiskussion”

    • Es wurde gefilmt, aber ob die gesamte Podiumsdiskussion aufgezeichnet wurde und ob sie irgendwo einsehbar ist, kann ich Ihnen nicht sagen, dazu wenden Sie sich am besten an die AZ.

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