„Junge Köpfe“ – Dr. Friedrich Zeller spricht mit der Memminger Jugend

10. März 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Erfreulich gut besucht war das Gespräch „Junge Köpfe“ von OB-Kandidat Dr. Friedrich Zeller (SPD) mit der Jugend, das gestern Abend im „Grünen Haus“ stattfand. Etwa 60 jugendliche Teilnehmer zeigten dabei großes Interesse und trugen mit vielen Ideen und Fragen zu einem angeregten Gespräch bei.

Nach einem Abriss durch Dr. Zellers Vita und Erzählungen aus seiner Jugendzeit in Memmingen reichten die besprochenen Themen von behindertengerechtem Busverkehr und der Hochschulfrage über städteplanerische Gesamtkonzepte und der Erweiterung offizieller Feste bis hin zum Nachtleben und bezahlbarem Wohnraum.

Gespräch Dr. Freidrich Zeller Junge Köpfe, Memmingen, 09.03.2017

Bessere Nutzung von Grünanlagen

Von Seiten eines Teilnehmers wurde vorgeschlagen, Grünanlagen wie den Stadtpark oder die Reichshainanlage für Jugendliche besser nutzbar zu machen, wie beispielsweise zum Hagisack- oder Federballspielen. Dies sei ja grundsätzlich nicht verboten, so Dr. Friedrich Zeller, jedoch, so der Einwand des Jugendlichen, beschweren sich Passanten, wenn man es tue. Als Lösung wurde vorgeschlagen, Terrains innerhalb dieser Grünanlagen für die Nutzung und das offene Spiel auszuweisen.

Nachtleben

Viele Gastronomen in Memmingen tun sich schwer, vor allem Angebote für das Nachtleben für Jugendliche bereitzustellen, so der Einwand eines anderen Jugendlichen. Sperrstunde und der Streit mit Anwohnern habe zur Folge, dass viele Jugendliche am Wochenende mit dem Auto in andere Städte fahren, um dort auszugehen, was es für die existierenden Anbieter in Memmingen noch schwerer mache. Dr. Zeller möchte sich das ansehen und versuchen, das Thema motivierend in der Stadt aufzugreifen.

Auch sei es schwierig, nachts nach Hause zu kommen, denn Taxis seien teuer und wenn man in Gruppen im Auto fahre, bedeute das Abhängigkeit. Daher schlug ein Teilnehmer vor, Nachtbusse einzusetzen.

Öffentlicher Personennahverkehr

Während dieses Abend mit den Memminger Jugendlichen zeigte sich Dr. Zeller sehr offen und nahm vor allem eine sehr interessierte und aufnehmende Haltung ein. Zu vielen Fragen bot er jedoch auch Erklärungen zum besseren Verständnis an, wie beispielsweise beim Thema Öffentlicher Personennahverkehr: Ein Teilnehmer hatte beobachtet, dass wenn immer er einen Bus sehe, nur sehr wenige Personen im Bus sitzen und fragte sich, warum also der ÖPNV ausgebaut werden solle.

Dr. Zeller erklärte, dass es oft wirtschaftlicher sei, durchwegs einen großen Bus an einer Strecke zu fahren, als zwei kleine Busse, denn zu Stoßzeiten sei der große Bus notwendig. Zudem seien die Kosten für einen Fahrer meist höher als die Unterhaltskosten eines großen Busses… Hierzu gelte es Daten zu sammeln über die Verkehrssituation, um daraus ein modernes Verkehrsmodell zu entwickeln. Auch unter Einbeziehung von Elektrobussen sprach er sich für einen integrierten, flächendeckenden Stadtbusverkehr aus.

Generationentreffpunkt

Ein weiterer junger Besucher würde sich über eine Möglichkeit freuen, sich generationsübergreifend, unkompliziert austauschen zu können und hierfür eine Lokalität zu schaffen. Meist sei es gerade das Alter, was die Bewohner dieser Stadt in verschiedene Gruppen und Lokalitäten aufteile, einen fruchtbaren Austausch fände er jedoch positiv. Wie das Thema von Seiten der Stadt aufgegriffen werden könne, darüber war sich Dr. Zeller nicht klar, doch versprach er, diese schöne Anregung mitzunehmen.

Jugendhaus – ein Stiefkind der Stadt?

Welche Funktion eigentlich das Jugendhaus habe, wollte ein weiterer Teilnehmer wissen. Das Jugendhaus sei doch eine Einrichtung der Stadt, aber man höre so gar nichts davon und wer noch nicht dort war, fragt sich daher, welche Funktion es eigentlich habe. Wer hingegen dort war, spreche eher negativ davon. Dr. Zeller habe sich bis dato mit dem Jugendhaus noch nicht auseinandergesetzt, versprach aber, sich das Jugendhaus anzusehen und sich einen Eindruck zu verschaffen.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen

„Wir haben uns 27-28 Wohnungen angeschaut“, erzählte ein junger Besucher im Alter von etwa 20 Jahren. Die Mietpreise seien sehr hoch gewesen oder sie wurden gleich wegen ihres Alters ausgesiebt, beklagte er. Ein weiterer Teilnehmer erzählte, er wohne in einer WG mit anderen jungen Menschen zusammen, doch auch er zahle 500 Euro (warm) für ein Zimmer in einer WG. Dr. Zeller sieht hier einen großen Handlungsbedarf. Neben der Schaffung weiteren Wohnraumes im Allgemeinen, müsse man auch sehen, andere Wohneinheiten zu bauen, in denen angesichts der Quadratmeterpreise der zur Verfügung stehende Raum besser genutzt werde.

Gespräch Dr. Freidrich Zeller Junge Köpfe, Memmingen, 09.03.2017

Offizielle Feste besser vermarkten

„Ich finde es Schade, dass der Buxheimer Christkindlesmarkt schöner ist als der in Memmingen“, beklagte ein Jugendlicher. Der Christkindlesmarkt in Memmingen habe keine Atmosphäre, und was spreche dagegen, ihn nicht nur am Marktplatz zu machen, sondern ihn wie etwa in Kempten über die ganze Innenstadt auszuweiten? Zudem bedauerte er, dass der Weihnachtsmarkt in diesem oder dem vergangenen Jahr bereits am 19. Dezember vorüber war, gerade kurz vor dem eigentlichen Weihnachtsfest bekäme man doch Lust darauf.

Das Stadtfest erweitern

Einen ähnlichen Vorschlag machten weitere Jugendliche beim Thema Memminger Stadtfest: Das Stadtfest solle nicht nur an einem Platz stattfinden, sondern großflächiger und an weiteren Punkten Angebote bereitstellen. An denen könnten dann beispielsweise anstelle von Volksmusik auch andere Musik gespielt werden, für jeden Geschmack wäre gesorgt und man könne von einem Platz zum nächsten wandern kann, wie etwa am Fischertagsvorabend. Dieser sei der einzige Tag, an dem es möglich sei, die Stadt an verschiedenen Stellen abzuwandern und zu genießen. Zudem habe das vergangene Jahr doch gezeigt, dass dazu genügend Besucher unterwegs seien, denn als das Weinfest mit dem Stadtfest zusammenfiel, waren beide Plätze gut besetzt: Hallhof wie auch der Weinmarkt.

Dr. Zeller nahm diese Vorschläge dankbar entgegen. Memmingen habe in der Tat noch viel touristisches Potential, das es auszuschöpfen gelte.

Busverkehr kontra Behinderte

Eine Schülerin erzählte, sie habe diesen Sommer an einem Test teilgenommen, in dem ausprobiert werden sollte, wie behindertengerecht Memmingen sei. Sie und einige andere Teilnehmer setzten sich dafür in einen Rollstuhl und versuchten, Memmingen aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers zu erkunden. Das Hauptproblem dabei sei bereits der öffentliche Transport gewesen: Auch wenn viele Busse mit Rampen ausgestattet seien, erhielten sie von den allermeisten Busfahrern eine Absage: das dauere zu lange, oder die Rampe sei kaputt, oder es ginge nicht. Das sei ein ernsthaftes Problem, denn was für einen Zweck haben Bemühungen um ein behindertengerechtes Stadtzentrum, wenn man es erst gar nicht erreiche? Und wie solle ein behinderter Jugendlicher regelmäßig in die Schule kommen? Fragte sie berechtigt.

Vorsitzende des Behindertenbeirates und Stadträtin Verena Gotzes habe auf diesem Gebiet schon sehr viel erreicht, meint Dr. Zeller, doch da müsse natürlich etwas getan werden. Wenn es behindertengerechte Busse gebe, müssen diese funktionstüchtig sein und die Fahrer dazu angehalten werden, Hilfestellung zu leisten. Schongau sei in Sachen Inklusionsplan Vorreiter gewesen, sicher gebe es auch in Memmingen noch Handlungsbedarf.

Bahnhofsareal

„Was wird denn nun am Bahnhof geplant?“ war eine weitere Frage. Die Stadt habe im Vorfeld die Grundstücke aufgekauft, um so eine sinnvolle Gesamtkonzeption zu ermöglichen, klärte Dr. Zeller auf. Drei Investoren seien im Gespräch und angestrebt sei ein gutes Gemisch aus gewerblicher Nutzung und Wohnraum.

Hochschule in Memmingen – ja oder nein?

Erstaunlich spät kam die Frage nach einer Hochschule in Memmingen. Vor etwa 30 Jahren, erinnert sich Dr. Zeller, haben sich die räumlich nahen Hochschulen in Kempten und Ulm etabliert. Ob sich der Standort Memmingen für eine regelrechte Hochschule eigne, müsse nochmals überdacht werden, der Gedanken daran dürfe nicht aufgegeben und die Forderung danach müsse aufrechterhalten werden. Dennoch gelte es auch alternative Formen in die Überlegung miteinzubeziehen, wie etwa einen sinnvollen Ausbau der Hochschulaußenstelle, E-Learning und Fernstudium. Auch Kooperationsmodelle könnten hier angedacht werden, wie etwa das Angliedern von Medizin-nahen Studiengängen, die mit dem Klinikum Memmingen kooperieren könnten oder ähnliche Kombinationen.

Städteplanerisches Gesamtkonzept

Bisher gab es ja in Memmingen viele unabhängige, teilweise unkoordinierte oder fragmentale städtebauliche Maßnahmen, so ein weiterer Teilnehmer. Seine Frage an Dr. Zeller war, ob er ein städtebauliches Gesamtkonzept anstreben möchte. Dr. Zeller gab ihm Recht, ein städtebauliches Gesamtkonzept müsse angestrebt werden. Ein integratives Entwicklungskonzept, zu dem neben Themen wie der digitalen Infrastruktur auch das Thema Wohnraum, die Gestaltung öffentlicher Räume und die Sanierung von Stadtquartieren und vieles andere gehören, sei sehr wünschenswert für die Stadt.

Gespräch Dr. Freidrich Zeller Junge Köpfe, Memmingen, 09.03.2017

Klinikum – Fusion?

Wie er zu einer Fusion des Klinikums mit anderen Krankenhäusern steht, wurde Dr. Zeller gefragt. Eine Fusion müsse nicht unbedingt angestrebt werden, so Dr. Zeller, er könne sich ebenso einen Verband mit anderen Krankenhäusern der Umgebung vorstellen. Eine Art Arbeitsteilung, die auf medizinischen Schwerpunkten basiert, ausgehend von den herausragenden Spezialisten und spezialisierten Abteilungen im Klinikum und den anderen Krankenhäusern wie Ottobeuren. An einer Fusion würden vor allem Dritte verdienen und diese Gelder könnten seiner Ansicht nach besser genutzt werden.

Interkultureller Austausch

Einen Ort für interkulturellen Austausch wünschte sich ein weiterer anwesender Jugendlicher. Ein Ort, an dem Kunst, Musik und Literatur einen Rahmen bilden könnte für ungezwungenen, interkulturellen Austausch. Daraus ergab sich eine kleine Diskussion, in der er darauf hingewiesen wurde, dass es bereits viele Veranstaltungen und Projekte diesbezüglich gebe und eine anwesende Schauspielerin des Landestheater Schwaben schlug vor, diese Einzelprojekte mehr zu verbinden. Denn sowohl das Landestheater Schwaben, als auch die Kulturwerkstatt Memmingen und die MEWO Kunsthalle haben bereits viele integrative Projekte gerade im kreativen Bereich angestoßen.

Sport- und Freizeitangebote

Eine Teilnehmerin beklagte, dass es in Memmingen wenig Möglichkeit gebe für sportliche Aktivitäten, ohne einem Verein beitreten zu müssen. Wer z.B. schwierige Arbeitszeiten hat, oder nicht die Möglichkeit einer regelmäßigen Beitragszahlung, dem blieben wenige Alternativen. Sie schlug vor, an eine Kletterhalle zu denken oder eine Skater-Halle, und dazu vielleicht leerstehende Hallen zu nutzen.

Ein weiterer Vorschlag aus dem jungen Publikum war, saisonale oder nur zeitweise genutzte Hallen wie die Eissporthalle ganzjährig nutzbar zu machen, und auch an anderweitige Nutzung zu denken.

Zukunftsvisionen

„Wenn Sie die Wahl gewinnen, wo sehen Sie die Stadt Memmingen in 10-20 Jahren, neben dem Erhalten und Verwalten?“ fragte ein junger Gast.

Memmingen sei eine wirtschaftliche Lokomotive, so Dr. Zeller. Er möchte ein modernes Memmingen, mit einer digitalen Verwaltung, ein vielfältiges und weltoffenes Memmingen. Wichtig sei ihm bei all dem der soziale Zusammenhalt, sowie gute Wohnungspolitik, ein gutes Durchmischen von sozialen Schichten und das Thema Bildung und Schulen.

„Also eine Smart City – aber ist es für Sie auch denkbar, etwas Neues zu wagen, neue Konzepte auszuprobieren? Wie z.B. eine Bimmelbahn ohne Fahrer?“ fragt dazu ein weiterer Jugendlicher. Dr. Zeller antwortete darauf, er sei durchaus offen für Neues, bei allem müsse jedoch Kosten und Nutzen betrachtet werden, generell sei er ein Freund innovativer Konzepte.

Noch anstehende Wahlveranstaltungs-Termine mit Dr. Friedrich Zeller:

FERTHOFEN – FR, 10. März ab 19.30 Uhr, Gasthaus „Zum Steirer Bruckwirt“

MEMMINGEN-MITTE – DI, 14. März ab 19.30 Uhr, Gasthaus „Zum Schwanen“

AM HÜHNERBERG – DO, 16. März ab 19.30 Uhr, Schützenheim

STADTTEILSPAZIERGANG mit Dr. Zeller – DO, 16. März, Stadtteilspaziergang über den Hühnerberg. Dabei werden Problemstellen begutachtet und Lösungsmöglichkeiten besprochen. Beginn: 14 Uhr, Treffpunkt: Rübezahlplatz.

INFOSTÄNDE – Zusätzlich ist die SPD die nächsten zwei Samstage vor der Wahl in der Fußgängerzone am Weinmarkt. Natürlich mit ihrem Kandidaten.

Weitere Infos über Dr. Friedrich Zeller finden Sie auf www.friedrich-zeller.de.

Fotos: aus eigener Quelle.

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