Hartes Stück Arbeit für Sandro Cortese und Marcel Schrötter beim offiziellen Test in Jerez

11. März 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

In dieser Woche war die Dynavolt Intact GP-Mannschaft zurück in Jerez de la Frontera, um von Mittwoch bis Freitag am ersten offiziellen Test des Jahres der Moto3- und Moto2-Klassen teilzunehmen. Die letzten drei Tage Vorbereitung vor Katar verliefen allerdings härter als gedacht für Sandro Cortese und Marcel Schrötter, die jeweils auf den Plätzen 23 und 26 landeten.

Auf dem Circuito de Jerez standen den Moto2- und Moto3-Kategorien täglich jeweils dreimal 70 Minuten Trainingszeit zur Verfügung. Trotz südspanischer Sonne und Temperaturen bis zu 27°C, hatten Sandro Cortese und Marcel Schrötter große Mühe, mit ihren Suter-Bikes auf dem 4,4-Kilometer-Kurs warm zu werden.

Harter Test in Jerez für das Memminger IntactGP Team, 11.03.17

Die Crews der beiden Intact GP-Fahrer arbeiteten unermüdlich auf der Suche nach einem passenden Grund-Setup. Allerdings fehlte an allen drei Tagen der letzte entscheidende Schritt, um bei der Musik vorn dabei zu sein.

Marcel musste sogar auf schmerzhafte Art und Weise die Grenzen seiner neuen Rennmaschine ausloten. Ganze vier Mal stürzte der 24-Jährige und hatte Glück, dass er nach einem Highspeed-Crash nur ein paar blaue Flecken davontrug. Am letzten Tag blieb er sturzfrei und war in der Lage, mit seinen Technikern endlich eine Richtung einzuschlagen, mit der sich wohler  fühlte.

Harter Test in Jerez für das Memminger IntactGP Team, 11.03.17

Auch bei Sandro Cortese verlief der finale Tag positiver. Vor allem am Morgen, wo die besten Bedingungen für schnelle Zeiten gegeben waren, zeigte er einige vielversprechende Aufholjagden. Nur leider schlug wieder einmal der Fehlerteufel bei dem 27-Jährigen zu. Durch eine defekte Wasserpumpe im Motor verlor er wertvolle 45 Minuten der Session.

Beide Suter-Piloten fuhren ihre Bestzeiten zu Beginn von Tag drei. Mit knapp 1,4 Sekunden Rückstand zur Spitze liegt aber gewiss noch jede Menge Arbeit vor dem Dynavolt Intact GP-Team.

Bereits kommende Woche reist die Moto2-Truppe zu einer Rennstrecke, wo die Voraussetzungen wie Layout, Asphalt, Klima und Reifen komplett anders sein werden. Auf dem Losail International Circuit von Katar stehen vom 17. bis 19. März weitere drei Testtage zur Verfügung. Eine letzte Generalprobe vor dem anschließenden Startschuss für das Eröffnungs-Grand Prix-Wochenende der Saison 2017.

Moto2 Gesamt-Ergebnisse Jerez-Test:

  1. Alex MARQUEZ / SPA / EG 0.0 MARC VDS / KALEX – 1:41.989
  2. Franco MORBIDELLI / ITA / EG 0.0 MARC VDS / KALEX – 1:42.103 (+0.114)
  3. Miguel OLIVEIRA / POR / RED BULL KTM AJO / KTM – 1:42.316 (+0.327)
  1. Sandro CORTESE / GER / Dynavolt Intact GP / SUTER – 1:43.359 (+1,370)
  2. Marcel SCHRÖTTER / GER / Dynavolt Intact GP / SUTER – 1:43.458 (+1,469)

Kommentare aus dem Team    

Harter Test in Jerez für das Memminger IntactGP Team, 11.03.17

Sandro Cortese, Platz 23 – 1:43.359

Wir haben viele Dinge ausprobieren können, dennoch sind wir weit davon weg, ganz vorn mitzufahren. Wir müssen jetzt einfach geduldig sein und die Eindrücke, die wir hier gesammelt haben, mitnehmen. Es hat hier noch keine Punkte gegeben. Heute ist die Wasserpumpe kaputt gegangen, was uns allein fast eine Dreiviertel-Stunde in der besten Trainingszeit gekostet hat.

Das ist natürlich schade, aber wir werden in Doha vorbereitet sein. Es braucht einfach seine Zeit. Natürlich ist jeder davon ausgegangen, dass es nicht so schwierig gestalten wird, wie es momentan ist, aber so sieht die Wahrheit aktuell aus. Wir haben noch die Tests, sowie die Trainings in Doha, vom FP1 bis zum Rennen, also müssen wir unsere jahrelange Erfahrung nutzen und dürfen das nicht in Nervosität umwandeln, sondern viel mehr in progressives Arbeiten.

Wenn wir weiterhin so fleißig sind, werden wir auch belohnt. Im Vergleich zu Valencia ist die Strecke hier in Jerez schwungvoll mit schnellen Kurven. Valencia ist eher eine wendige Stop-and Go Strecke, was die Suter auch ausmacht, aber wir kommen ja nach den Übersee-Rennen auch wieder nach Jerez zurück und müssen stark sein. Wir haben viel gelernt, sind aber leider noch weit weg. Die Jungs von Suter sind jetzt heimgeflogen und haben die Daten mitgenommen.

Es sind noch zwei Wochen bis Doha. Als Rennfahrer fällt es mir natürlich schwer, so weit hinten zu sein, aber lieber jetzt als dann im ersten Rennen. Wir müssen das Grip-Niveau verändern, das heißt die Gesamtbalance und das nicht nur vorn. Wir müssen in der Grundgeometrie einfach einen Weg einschlagen, der uns eine gute Fahrbasis ermöglicht. Gleichzeitig ist es wichtig, den Reifen besser auszunutzen, aktuell haben wir noch keinen Abrieb.

Harter Test in Jerez für das Memminger IntactGP Team, 11.03.17

Marcel Schrötter, Platz 26 – 1:43.458

Im Großen und Ganzen haben wir unsere Pace Runde um Runde verbessert, das gibt wieder Vertrauen. An den drei Tagen hat sich nicht so viel verändert, es fehlt noch an mehreren Stellen. Ich fühle mich mittlerweile aber wohler auf dem Motorrad. Auch sogar die letzten Runs, obwohl es ziemlich warm war und daher von den Rundenzeiten her etwas schwierig.

Ich habe mich heute mit am besten auf dem Motorrad gefühlt im Vergleich zu den letzten beiden Tagen. Wir haben generell einen Fortschritt gemacht und uns in die richtige Richtung bewegt, auch wenn es noch an den Positionen und wirklich guten Rundenzeiten fehlt. Heute Morgen haben wir den neuen Reifen dank der kühleren Temperaturen optimal nutzen können.

Wir wissen jetzt auch, was noch an Arbeit vor uns liegt. Die Strecke in Doha hat eine andere Charakteristik, der Asphalt unterscheidet sich schon sehr zu Jerez, somit ist es schwer einzuschätzen, wie wir da zurechtkommen. Dort haben wir auch die härteren Reifen zur Verfügung. Das könnte uns entgegen kommen, aber ich will und kann keine Prognose abgeben.

Wir müssen schauen, was passiert. Ich hätte auch nicht erwartet, dass wir uns hier so schwer tun, aber so ist die Situation und wir müssen schauen, wie wir die so schnell es geht verbessern. Ich möchte mich gern bei meinem Team bedanken, die einiges an Arbeit hatten die vergangenen Tage. Wir haben unser Bestes gegeben bis zum Schluss. Es ist für alle ein schwieriger Moment, aber wir werden auf jeden Fall weitermachen.

Jürgen Lingg, Teammanager

Es hat sich schon beim ersten Test abgezeichnet, dass wir uns in Jerez etwas schwer tun. Ich denke, das liegt hier speziell an den weichen Reifen, mit denen es schwieriger ist. Dafür haben wir die Lösung noch nicht gefunden. Das Positive ist allerdings, dass es bei Dominique (Aegerter) und bei Danny (Kent) funktionierte. Wir müssen jetzt die Daten genau analysieren und uns Gedanken machen, was wir ändern können. Natürlich hatten wir uns mehr erwartet.

Es ist etwas widersprüchlich, aber wir haben so viel Grip am Hinterrad, dass es uns regelrecht die Front wegschiebt. Wir müssen an der Gewichtsverteilung arbeiten und am Drehpunkt vom Motorrad. Wir haben Einiges probiert, aber die Zeit hat nicht gereicht.

Jetzt müssen wir in Ruhe alles auswerten, denn beim Test ist immer alles ziemlich hektisch, da übersieht man auch gern mal etwas. Wir werden jetzt diszipliniert weiter arbeiten und ruhig bleiben. Das Team hat einen super Job gemacht. Ich denke auch, dass unsere Fahrer noch Zeit brauchen, sich an das Motorrad zu gewöhnen. Katar wird auf jeden Fall spannend.

Ich bin ziemlich zuversichtlich, da wir dort die härteren Reifen zur Verfügung haben. Mit derselben Mischung hat es in Valencia relativ problemlos funktioniert. Aktuell ist es noch so, dass wir egal ob mit alten oder neuen Reifen so gut wie keinen Benefit haben. Wobei wir heute bei Marcel etwas mit neuen Reifen probiert haben, wo er auf Anhieb schnellere Rundenzeiten fahren konnte. Das war schon ein kleiner Lichtblick.

Fotos: © IntactGP

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