Die letzten Fragen vor der Wahl

18. März 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Einen Tag vor der Wahl unseres neuen Oberbürgermeisters haben wir noch ein paar Fragen an die beiden OB-Kandidaten gestellt, die wir ihnen unabhängig voneinander zukommen ließen und hier für Sie zusammengestellt haben:

1. Worauf sind Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn am meisten stolz? Und worauf am wenigsten?

Dr. Zeller: Stolz bin ich darauf, dass ich im Alter von 29 Jahren zum Ersten Bürgermeister der Stadt Schongau am Lech gewählt wurde. Etliches gibt es, worauf ich nicht stolz bin; es wird aber auch nicht besser, wenn ich es hier aufführe.

Manfred Schilder: Ich bin ein Teamplayer und davon überzeugt, dass man miteinander größere Erfolge erzielen kann als allein. Das Projekt „Allgäu Airport“ ist ein Beispiel dafür. Hier konnte ich von Anfang an mitwirken und bin durchaus stolz darauf, was wir miteinander geschaffen haben. Ich neige dazu, meine Aufgaben perfekt zu machen und bin manchmal mit einem Ergebnis unzufrieden. Diesen Anspruch habe ich auch an meine Geschäftspartner und werde ungeduldig, wenn ich merke, dass wir nicht am gleichen Ziel arbeiten. Beispielhaft darf ich dafür eine Veranstaltung nennen, an deren Konzeption ich maßgeblich beteiligt war und die nicht die gewünschte Resonanz gebracht hat. Da habe ich verstanden, dass ich mich von meinen eigenen Vorstellungen lösen und mich mehr in die Position des „Kunden“ versetzen muss.

2. Wie fällen Sie Entscheidungen?

Dr. Zeller: Um gute Entscheidungen zu treffen, braucht man die richtige Urteilskraft. Wenn man sich intensiv mit den Themen auseinandersetzt, kommt man zu einer klugen Entscheidung.

Manfred Schilder: Nach reiflicher Überlegung und unter Abwägung aller mir zur Verfügung stehenden Argumente. Wenn die Zeit reicht, bespreche ich mich mit Partnern, um Aspekte für und wider eine Entscheidung zusammenzutragen. Entscheidungen müssen aber so zeitnah getroffen werden, dass sie Wirkung zeigen können, zumal es die absolut richtige Entscheidung ohnehin nicht gibt. Nicht zu entscheiden und die Dinge auszusitzen ist die schlechteste Variante.

3. Was ist der für Sie wichtigste Faktor für eine Entscheidungsfindung?

Dr. Zeller: Der wichtigste Faktor ist der ZDF-Faktor: Zahlen, Daten, Fakten.

Manfred Schilder: Keine hundertprozentige Sicherheit suchen. Wenn wir erst sämtliche zur Verfügung stehenden Informationen sammeln wollen, entscheiden wir nie. 80% genügen. Weil die restlichen 20% meist kaum noch etwas ändern, viel Aufwand beim Zusammentragen bedeuten und in der Zwischenzeit sich wieder viel geändert haben kann.

Fragen an OB-Kandidaten Manfred Schilder und Dr. Friedrich Zeller, Memmingen, 18.03.2017

4. Welches sind Ihre 3 wichtigsten Werte im Leben?

Dr. Zeller: Mir ist Freundschaft sehr wichtig, dazu gehören Verlässlichkeit und Vertrauen.

Manfred Schilder: Offenheit und Authentizität, Ehrlichkeit und Treue.

5. Wenn Sie an Ihre eigenen Kinder denken, welche Voraussetzungen würden Sie für sie und deren Zukunft schaffen wollen?

Dr. Zeller: Unsere drei Kinder, aber auch alle anderen Kinder dieser Welt, sollen in einer gesunden Umwelt aufwachsen, in der sie sich frei von Furcht entwickeln können.

Manfred Schilder: Ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen, Gute Ausbildungschance bieten, Ein Wertefundament schaffen, das auf Toleranz und Akzeptanz des nächsten baut.

6. Was sehen Sie bei der vorhergehenden Frage als die wichtigsten Faktoren an?

Dr. Zeller: Wenn wir die schlimmen Bedingungen in anderen Staaten sehen, wo Menschen zur Flucht gezwungen werden, können wir sagen, dass Sicherheit der wichtigste Faktor ist.

Manfred Schilder: Auf jeden Fall den ersten, ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen.

7. Wie fördern Sie die Potentiale Ihrer eigenen Kinder?

Dr. Zeller: Meine Frau Birgit und ich versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Unsere drei Kinder, nämlich Maximilian (22 Jahre), Felix (21 J.) und Franziska (16 J.), sind unterschiedliche Charaktere und wir versuchen, allen dreien gerecht zu werden.

Manfred Schilder: Indem ich Ihnen den Freiraum zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit biete und dennoch den Rahmen des eigenen Wertefundaments aufzeige.

8. Worüber beklagen sich Ihre jugendlichen Nachfahren bezüglich ihrer Umwelt, bzw. ihres Lebensumfeldes außerhalb der Familie?

Dr. Zeller: Ich glaube (und hoffe) unsere Kinder sind zufrieden; und wissen, dass sie in Deutschland viele Möglichkeiten haben, von denen andere träumen.

Manfred Schilder: Die „Klagen“ betreffen oft eher banale Dinge wie Ärger in der Schule, am Arbeitsplatz mit Kollegen oder mit dem Chef. Sehr selten werden wirklich schwerwiegende Klagen vorgebracht, z.B. wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten oder moralische Bedenken Ursachen für die Klage sind.

9. Wie gehen Sie mit diesen Klagen um?

Dr. Zeller: Weil meine Kinder nicht klagen, müssen meine Frau und ich auch nicht reagieren. Mein Motto lautet: Jammern füllt keine Kammern! Vielleicht haben das meine Kinder verinnerlicht.

Manfred Schilder: Ich nehme sie ernst und versuche, mich in die Lage meines Kindes zu versetzen um den Grund der Klage zu verstehen. Hin und wieder hilft es mir auch, den nötigen Abstand zu finden und eine neutrale Sichtweise einzunehmen. Das macht einen unverstellten Blick erst möglich. Ich vermeide es aber immer zu belehren oder meinen eigenen Standpunkt als unumstößlich voran zu stellen.

10. Binden Sie Ihre Umwelt in wichtige Entscheidungen mit ein? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum?

Dr. Zeller: Entscheidungen alleine zu treffen, das funktioniert nicht. Ich brauche Leute um mich herum, die sich in der Sache gut auskennen und auch über methodisches Wissen verfügen.

Manfred Schilder: Ja, ganz sicher. Ich suche vor Entscheidungen ganz bewusst den Rat von Partnern, Fachleuten oder Freunden um meine eigenen Argumente für die Entscheidung entweder bestätigt oder widerlegt zu bekommen.

11. Worauf sind Sie in persönlicher Hinsicht stolz? Worauf nicht?

Dr. Zeller: Das Persönliche und das Berufliche hängen bei mir eng zusammen: Hierzu bitte Antwort auf Frage 1 beachten.

Manfred Schilder: Sehr stolz bin ich auf meine Familie, weil es uns sehr gut geht und wir uns keine Sorgen um die Zukunft machen müssen.

12. Welches ist Ihr witzigster Faux-Pas, an den Sie sich erinnern können?

Dr. Zeller: Als Bürgermeister war ich einmal an einem Feiertag bei einer Goldenen Hochzeit und habe einen Blumenstrauß überreicht. Da fiel mir ein, dass ich selbst Hochzeitstag hatte. Dann hab ich den Blumenstrauß gleich wieder mitgenommen. Das Jubelpaar hat das aber locker gesehen; denn sie wussten, ich würde am nächsten Tag nochmals mit einem Geschenk vorbeischauen.

Manfred Schilder: Ich habe einmal nach langer Zeit eine ehemalige Mitarbeiterin getroffen, von der ich aufgrund eines „veränderten Körperumfangs“ angenommen habe, dass sie schwanger sei. Dem war aber nicht so und als ich sie gefragt habe, wann denn der Geburtstermin sei, meinte sie lediglich, dass sie vielleicht etwas mehr Sport machen sollte. Ups, wie peinlich war mir das!

13. Welches war der schönste Moment in Ihrem Leben? Welches der schlimmste?

Dr. Zeller: Schöne Momente des Lebens können Tiefschneefahrten in den Dolomiten sein. Über die schlimmsten muss man nicht in der Öffentlichkeit berichten.

Manfred Schilder: Die schönsten Momente waren für mich die Hochzeit mit meiner Karin und die Geburt unserer Kinder, die ich miterleben durfte. Die schlimmsten Momente waren der Tod geliebter Menschen, wie meines Vaters, meines Schwiegervaters oder meines besten Freundes.

14. Worauf haben Sie sich in Ihrem Leben bisher am meisten gefreut? Was haben Sie in Ihrem Leben bisher am meisten gefürchtet?

Dr. Zeller: Gefreut haben wir (meine Frau und ich) uns auf unsere Kinder. Zum Glück bin ich kein ängstlicher Mensch. Ich bin aber froh, dass wir alle gesund sind!

Manfred Schilder: Wenn ich mit geliebten Menschen zusammen sein konnte, im Kreise derer ich ohne Rücksicht auf die „political correctness“ auch albern sein durfte. Am meisten gefürchtet habe ich mich vor mental belastenden Situationen, z.B. als ich eine Rede am Grab einer liebenswerten Kollegin oder meines besten Freundes halten musste.

Infos zur Wahl

Alle technischen Infos zur Wahl über das wie, wo, wann, Briefwahl, etc. finden sich auf www.memmingen.de/wahlen.

Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen können noch bis max. Sonntagabend 18 Uhr im Briefkasten am Welfenhaus eingeworfen werden oder bis zur selben Uhrzeit direkt im Wahlamt (in der Großzunft) abgegeben werden.

Bei der Briefwahl bitte die mitgelieferten Instruktionen beachten! Ihre Stimme soll zählen!

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