12-facher Brandstifter in Memmingen ist selbst Feuerwehrmann

23. März 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Seit längerer Zeit brennen in Memmingen überwiegend nachts Mülltonnen. Die kleineren Brände hatte die Feuerwehr schnell im Griff und in den meisten Fällen verhinderte der schnelle Feuerwehreinsatz einen größeren Schaden. Von Anfang an ging die Kriminalpolizei von Brandstiftung aus und nahm die Ermittlungen auf. Bei einem Feuerwehreinsatz am vergangenen Dienstag nahm die Polizei jetzt den bis dato mutmaßlichen Brandstifter fest:

Es stellte sich heraus, dass der Brandstifter selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen ist. Nach den Ermittlungen der Polizei hat sich jetzt der dringende Tatverdacht erhärtet.

„Es ist ein rabenschwarzer Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen“, sagt Stadtbrandrat Raphael Niggl. Nach den Vorkommnissen in der letzten Zeit seien die Einsatzkräfte sehr selbstkritisch gewesen und hätten Augen und Ohren aufgehalten, so der Feuerwehrchef. „Wir haben der Polizei unsere verdächtigen Wahrnehmungen mitgeteilt und so den Fahndungserfolg unterstützt. Bei Brandstiftungen gibt es bei uns Null-Toleranz. Erst recht für Feuerwehreinsatzkräfte“, stellt Niggl fest.

Oberbürgermeister Manfred Schilder begrüßt die aktive Mitarbeit der Feuerwehr bei den Ermittlungen: „Dadurch ist es gelungen, den mutmaßlichen Brandstifter zu überführen. Ich hoffe sehr, dass jetzt die Serie der Brandstiftungen in Memmingen ein Ende nimmt“. Der Vorfall sei sehr bedauerlich und schadet dem guten Image unserer Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in der Stadt, so der Oberbürgermeister.

Brandstifter Memmingen ist selbst Feuerwehrmann, 23.03.2017

Der Bericht dazu aus dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Ermittlungserfolg: Staatsanwaltschaft und Kripo überführen Brandstifter

MEMMINGEN. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten ereigneten sich im Stadtgebiet Brände, zu denen Feuerwehr und Polizei ausrückten und somit regelmäßig gefordert waren. Staatsanwaltschaft und Kripo Memmingen konnten nun den Verursacher überführen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Bei den Vorfällen handelte es sich beispielsweise um in Brand geratene Mülltonnen bzw. Wertstoffcontainer. In einem Fall brannte eine Hecke, in einem weiteren Fall ein Teppich in einem Kellerabgang.

Nach derzeitigem Stand wurde allerdings durch einen äußerst gefährlichen Brandfall auch der größte Schaden angerichtet: Am 11. August 2016 teilte eine Anwohnerin gegen 00.50 Uhr den Brand einer Gaststätte in Memmingen mit. Sogar ein angrenzendes Hotel musste damals kurzfristig evakuiert werden, wobei ein Übergreifen der Flammen durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden konnte. Im Einsatz waren damals die Feuerwehr Memmingen, der Rettungsdienst sowie mehrere Streifenbesatzungen der Polizei Memmingen. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt, allerdings entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 100.000 Euro.

Durch die Ermittlungen der Memminger Polizeidienststellen ist es in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Memmingen und der Feuerwehr Memmingen nun gelungen, einen 23-jährigen Mann zu überführen. Zuletzt hatte dieser am späten Dienstagnachmittag Mülltonnen im Treppenaufgang eines Mehrfamilienhauses in der Salzstraße angezündet. Durch schnelle Reaktion der Einsatzkräfte konnte eine Brandausbreitung verhindert und der Brandleger noch in Tatortnähe festgenommen werden.

Der 23-Jährige ist geständig und räumte insgesamt 12 Brandlegungen ein. Auch einen Fall aus dem Jahr 2014, als er eine Brandstiftung im Garagenbereich einer Gaststätte in der Innenstadt verübte, gab er zu. Nur durch Glück kam es bei seinen Taten zu keinem schweren Personenschaden.

Die Memminger Staatsanwaltschaft legt dem jungen Mann unter anderem schwere Brandstiftung zur Last und ordnete seine Vorführung vor die Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Memmingen an. Diese erließ einen Untersuchungshaftbefehl gegen ihn wegen Wiederholungsgefahr. Er befindet sich zwischenzeitlich in einer Justizvollzugsanstalt.

Quelle (Bericht): Polizeipräsidium Schwaben Süd/West.

Fotoquelle: Pixabay.

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