Starker Start ins Frühjahr – der Arbeitsmarkt im März

1. April 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Rückgang der Arbeitslosenquote auf drei Prozent – Knapp 11.000 arbeitslose Menschen – niedrigste Märzzahl der letzten zehn Jahre – Ungebrochen hohe Nachfrage nach Arbeitskräften – Ausbildungsmarkt – Zukunftsstarter gesucht.  Mehr Details hier…

Grafik 1-Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

Der Arbeitsmarkt in Bezirk Memmingen – Kempten startete fulminant ins Frühjahr. Deutlich weniger arbeitslos gemeldet Menschen und eine weiter gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften bilden die markanten Eckpunkte einer insgesamt günstigen Entwicklung.

Die Arbeitslosenquote im bayerischen Teil des Allgäus ging im März auf drei Prozent zurück und war damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Monat zuvor. Das Ergebnis aus dem Vorjahresmonat wurde um 0,4 Prozentpunkte unterschritten.

Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen: „Die milden Temperaturen im März sorgten auch für eine kräftige Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Gerade in Außenberufen konnten zahlreiche Menschen wieder bei ihrem früheren Betrieb in eine neue Beschäftigung starten. Eine ganze Reihe von vorübergehend entlassenen Kräften ist noch bei den Vermittlern gemeldet. Wir sind gerade in Klärung, ob diese in den nächsten Tagen ebenfalls bei ihrem letzten Arbeitgeber definitiv eine Arbeit aufnehmen. Aufgrund der vielen vorliegenden Stellenangebote nutzen wir Vermittlungsalternativen.“

Aktuell arbeitslos gemeldet

10.982 Menschen waren im März bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet – so wenige Menschen wie in keinem März der letzten zehn Jahre. Im Vergleich zum Februar bedeutet dies einen Rückgang um knapp 1.000 Frauen und Männer.

Stellenangebote Insgesamt

7.000 Stellenangebote stellten Unternehmen im März zur Besetzung zur Verfügung.

Die insgesamt robuste Entwicklung des Arbeitsmarktes lässt sich gut am mehrjährigen Vergleich erkennen:

Grafik 2-Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

Mehr Menschen in Beschäftigung

Beschäftigungsaufnahmen

Mehr als 1.900 Frauen und Männer konnten eine neue Beschäftigung aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit beenden, gut 500 mehr als noch im Februar. Verglichen zum März des Vorjahres bedeutete das ein Plus von annähernd 200 Kräften.

Berufszweige bei den Beschäftigungsaufnahmen

  • Garten-/Landschaftsbauer, Maurer, Zimmerer und weitere Berufsbilder in Außenberufen kehrten zum früheren Arbeitgeber zurück.
  • Hotellerie und Gastronomie: Köche und Servicekräfte starteten in eine neue Beschäftigung.
  • In gewerblich-technischen Produktionsbetrieben Daneben erfolgten Arbeitsaufnahmen, sowie
  • in der Lagerwirtschaft und
  • den Bereichen Büro und Sekretariat.

Beschäftigungslos

Insbesondere für Tätigkeiten im Büro waren jedoch auch im März noch immer 700 Menschen ohne Beschäftigung.

Neu gemeldet

1.491 Kräfte waren neu arbeitslos gemeldet, 388 Frauen und Männer weniger als noch im Februar.

Kräftebedarf der Wirtschaft hält an

Insgesamt 7.000 Stellenangebote aus der Region standen für Vermittlungsbemühungen im März zur Verfügung, so viele wie schon seit Jahren nicht mehr. Mehr als 2.000 Beschäftigungsmöglichkeiten meldeten Arbeitgeber neu zur Besetzung.

Sektoren mit Kräftebedarf

  • Rund um den Werkstoff Metall – 320 zusätzlich gemeldete Jobangebote für Industriemechaniker, Schweißer und ähnliche Fachkräfte.
  • Elektro- und Energietechnik – mehr als 110 neue Arbeitsstellen.
  • Hotellerie und Gastronomie – gerade in den Tourismusgebieten des südlichen Oberallgäus sowie am Bodensee ergaben sich viele Chancen auf eine neue Beschäftigung. Gut 240 Arbeitsstellen gingen für den gesamten Agenturbezirk in diesem Sektor neu ein.
  • Logistiksektor – suchte mehr als 150 neue Mitarbeiter, sei es als Lagerfachkraft, Verkehrskaufmann oder Kraftfahrer für den Gütertransport.
  • Baugewerbe – besonders für Maurer, Betonbauer und artverwandte Berufe herrschte ebenfalls ein höherer Bedarf an Fachkräften.
  • Sozialer Bereich & Pflege – hier boten sich ebenfalls neue berufliche Chancen für Erzieher, Altenpfleger sowie in der Krankenpflege.

Qualifizierte Fachkräfte

In der weit überwiegenden Zahl der Angebote suchten Arbeitgeber qualifizierte Fachkräfte, Helfertätigkeiten bildeten eine Minderheit.

Ausbildungsmarkt – Zukunftsstarter gesucht

Um mittelfristig im Betrieb genügend Fachkräfte beschäftigen zu können, setzen Arbeitgeber bereits seit geraumer Zeit auf eine qualifizierte Ausbildung im eigenen Unternehmen. Das zeigt sich auch an der anhaltend hohen Zahl von Ausbildungsplätzen, die Betriebe zur Besetzung anbieten.

Zur Verfügung stehende Lehrstellen

Annähernd 5.000 Lehrstellen stellten sie seit dem Start des Beratungsjahres bisher zur Verfügung, ein ähnlich hoher Wert wie in den beiden Vorjahren.

Lehrstellen suchende Jugendliche

Gut 3.600 Jugendliche suchten hingegen einen geeigneten Ausbildungsplatz. Damit gestaltet es sich die Suche nach geeigneten Nachwuchskräften aus dem Kreis der Schulabsolventen vor allem für kleine Betriebe schwieriger.

Grafik 3Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

Nach den ersten Monaten des Beratungsjahres der Berufsberatung ist dies ein Zwischenergebnis, denn bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September ist mit weiteren Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen.

Sinnvolle Alternative zur Gewinnung von Auszubildenden

Eine sinnvolle Alternative zur Gewinnung von Auszubildenden können junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 35 Jahren sein, die bisher aus unterschiedlichsten Gründen noch keine Ausbildung absolviert haben.

„Statt sich nur auf die klassischen Schulabgänger als künftige Auszubildende zu konzentrieren, sollte der Blick auch auf andere Personengruppen gerichtet werden. Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss können motivierte Fachkräfte von morgen sein. Sie sind lebenserfahren und haben noch 30 Berufsjahre als Fachkraft vor sich“, schlägt Arbeitsagenturleiterin Maria Amtmann vor.

„Auch diese Menschen selbst stabilisieren ihr Erwerbsleben mit einer Ausbildung. Ihr Risiko, arbeitslos zu werden, ist als Fachkraft geringer, die Verdienstchancen sind höher.“

Seit August 2015 haben knapp 140 arbeitslose Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ihre Chance genutzt und eine Ausbildung begonnen. Einige angestrebte Berufsabschlüsse: Elektroniker – Betriebstechnik, Mechatroniker, Maschinen-/Anlagenführer, Kinderpfleger oder Fachkraft Lagerlogistik.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Über 1.350 Frauen und Männer weniger als im März des vergangenen Jahres waren aktuell arbeitslos.

Im Jahresvergleich lag die Arbeitslosenquote im gesamten Allgäu bei einen niedrigeren Wert. Besonders günstig sah es auf dem Arbeitsmarkt in den Wirtschaftsräumen Lindau, Memmingen, Mindelheim und Marktoberdorf aus.

Hier war bei der Arbeitslosenquote im März eine Zwei vor dem Komma zu verzeichnen. Den prozentual stärksten Rückgang erzielte der Wirtschaftsraum Kaufbeuren. Dort erreichte die Arbeitslosenquote aktuell den Wert von 3,6 Prozent, sie lag damit um 0,8 Prozentpunkte unter dem Ergebnis aus dem März des Vorjahres.

Grafik 4Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung

Für etwas mehr als 6.700 Menschen insgesamt war die Agentur für Arbeit im März zuständig. Aufgrund vieler Arbeitsaufnahmen von Menschen, die aus jahreszeitlichen Gründen wenige Wochen arbeitslos gemeldet waren, fiel der Rückgang im Monatsvergleich auf Seiten der Agentur für Arbeit mit einem Minus von knapp 800 arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern deutlich stärker ins Gewicht.

Die Jobcenter betreuten 4.275 arbeitslose Kräfte, knapp 200 arbeitslose Personen weniger als noch im Februar.

Ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist im Übrigen nicht arbeitslos, da diese Menschen kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich in einer Ausbildung befinden, oder auch in einer sprachlichen Qualifizierung.

Grafik 5Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

Ausblick

Aufgrund der frühlingshaften Witterung ging es bereits im März mit dem Arbeitsmarkt im Allgäu gut voran. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Stellenangebote ist in den nächsten Wochen mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Aufgrund des guten Arbeitsmarktes wird sich in einigen Branchen eine zeitnahe Besetzung von Arbeitsplätzen mit qualifizierten Kräften schwieriger gestalten.

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

Grafik 6Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

Darstellung nach kommunalen Strukturen

Grafik 7Arbeitsmarkt Memmingen-Kempten März 2017

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