Mit geballten Fäusten auf Platz acht – Sandro Cortese beim Großen Preis von Argentinien

10. April 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Dynavolt Intact GP-Fahrer Sandro Cortese holte im Großen Preis von Argentinien den achten Platz, nachdem er über den Großteil des Rennens die Fäuste ballte und eine große Verfolgergruppe über eine lange Strecke hinter sich im Zaum hielt. Marcel Schrötter kämpfte nicht weniger verbissen, konnte sich jedoch nur den elften Platz sichern.

Über ganze 18 lange Runden führte Sandro Cortese im zweiten Grand Prix der Saison 2017 im argentinischen Termas de Rio Hondo eine Gruppe von mehr als elf Fahrern an. Vom Start weg aus der dritten Reihe blieb dem 27-Jährigen keine Sekunde zum Durchatmen. Nach den Schwierigkeiten in Katar vor zwei Wochen, scheiterten diesmal die Attacken seiner hartnäckigen Angreifer, wie Simone Corsi, Xavi Vierge und Francesco Bagnaia.

Platz 11 beim Grand Prix in Argentinien für Sandro Cortese, IntactGP, Memmingen, 10.04.2017

Erst als dem schnellsten Suter-Piloten des Rennens Marcel Schrötter in der Schlussphase ein kleiner Fehler unterlief, musste er doch noch die Tür aufmachen. Dennoch, mit dem achten Platz und acht Punkten im Gepäck, kann Sandro mit neugewonnenem Selbstvertrauen Argentinien verlassen.

Auch Teamkollege Marcel Schrötter, der aus dem Mittelfeld ins Rennen starten musste, führte spannende Duelle. Dabei kämpfte er mit fehlendem Grip und Traktion aus den Kurven heraus, sodass er am Kurvenausgang immer wieder den Anschluss gegenüber seinen Konkurrenten einbüßte. Das holte er allerdings auf der Bremse und aus dem Windschatten zum Teil wieder heraus. Zum Schluss gelang es dem 24-Jährigen, Luca Marini und Jesko Raffin hinter sich zu lassen. Das bedeutete der elfte Platz und die ersten fünf Punkte der Saison.

Platz 11 beim Grand Prix in Argentinien für Sandro Cortese, IntactGP, Memmingen, 10.04.2017

Jetzt bleibt dem Dynavolt Intact GP-Team eine Woche, um durchzuatmen und die neuen Erkenntnisse eines durchaus positiven Wochenendes in Südamerika auszuwerten, bevor es vom 21. bis 23. April in Austin/Texas in die nächste Runde geht.

Rennergebnisse:

1. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX
2. Miguel OLIVEIRA / POR / KTM
3. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
:
8. Sandro CORTESE / GER / SUTER
11. Marcel SCHRÖTTER / GER/ SUTER

Platz 11 beim Grand Prix in Argentinien für Sandro Cortese, IntactGP, Memmingen, 10.04.2017

WUP:

1. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX – 1’43.154
2. Takaaki NAKAGAMI / JPN / KALEX – 1’43.562 (+0.408)
3. Lorenzo BALDASSARRI / ITA / KALEX – 1’43.685 (+0.531)
:
9. Sandro CORTESE / GER / SUTER – 1’44.212 (+1.058)
10. Marcel SCHRÖTTER / GER/ SUTER – 1’44.217 (+1.063)

World Standing

1. MORBIDELLI Franco / ITA / 50
2. LUTHI Thomas / SWI / 36
3. OLIVEIRA Miguel / POR / 33
4. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 21
5. VIERGE Xavi / SPA / 18
6. NAKAGAMI Takaaki / JPN / 16
7. MARINI Luca / ITA / 14
8. BAGNAIA Francesco / ITA / 13
9. MARQUEZ Alex / SPA / 11
10. CORSI Simone / ITA / 10
11. QUARTARARO Fabio / FRA / 9
12. CORTESE Sandro / GER / 8
13. BINDER Brad / RSA / 7
14. AEGERTER Dominique / SWI / 7
15. PONS Axel / SPA / 6
16. SYAHRIN Hafizh / MAL / 6
17. SCHROTTER Marcel / GER / 5
18. RAFFIN Jesko / SWI / 5
19. KENT Danny / GBR / 3
20. SIMEON Xavier / BEL / 1

Kommentare aus dem Team    

Sandro Cortese – P8

Platz 11 beim Grand Prix in Argentinien für Sandro Cortese, IntactGP, Memmingen, 10.04.2017

„Vielleicht wäre mehr drin gewesen, aber das komplette Gefühl fehlt einfach noch. Wir hatten eine sehr schwierige Wintervorbereitung, das erste Rennen war eine Katastrophe. Aber als ich heute viele Rennrunden die Gruppe angeführt habe, das hat mir wieder Selbstvertrauen gegeben. Ich habe auch alles versucht, den sechsten Platz zu verteidigen, habe dann leider in der drittletzten Runde einen kleinen Fehler eingebaut und so habe ich die drei Positionen verloren. Hier wieder zurück zu überholen, wäre vielleicht einmal möglich gewesen, zudem war die gelbe Flagge draußen in dem Sektor, als Marquez gestürzt ist.

Im Großen und Ganzen war es doch versöhnlich, darauf können wir jetzt aufbauen. Ein großes Dankeschön an Suter und mein Team, die tolle Arbeit geleistet haben. Ich denke, wenn wir weiter so arbeiten, kommen wir auch in den nächsten Rennen weiter voran. Ich fühle mich gesundheitlich besser, jetzt haben wir eine Woche Pause und dann geht es nach Austin.“

Marcel Schrötter – P11

Platz 11 beim Grand Prix in Argentinien für Sandro Cortese, IntactGP, Memmingen, 10.04.2017

„Es war eigentlich ein ganz interessantes Rennen mit guten Kämpfen in einer großen Gruppe. Ich habe natürlich versucht, vom 16. Startplatz viel rauszuholen, was schwer ist, weil man am Anfang ganz leicht viel verliert und nach zwei, drei Runden sind die ersten eben schon weg. Ich habe am Anfang gleich Positionen gutgemacht, habe dann aber relativ früh gemerkt, dass sich am Hinterrad was komisch anfühlt. Der fehlende Grip und die Traktion aus den Kurven heraus führte dazu, dass ich am Kurvenausgang verloren habe. Dementsprechend weit weg war ich dann.

Im Windschatten und auf der Bremse war ich extrem stark, so konnte ich mich am Ende der Gegengeraden wieder heranbremsen. Dieses Wochenende war das Motorrad gefühlt nicht ganz so schnell wie in Katar. Leider konnte ich den Windschatten nicht gut genug nutzen. Im Großen und Ganzen haben wir beide gute Punkte geholt. Vielleicht hätten wir weiter vorn kämpfen können, aber es ist schon mal wichtig, dass wir die ersten Punkte geholt haben.

Das Wochenende war in Ordnung, wir hatten eine gute Pace und jetzt müssen wir die Sachen analysieren und schauen, was wir besser machen können. Manchmal fehlt nur ein kleines bisschen, um besser zu sein und um anstatt auf Elf ,auf den Sechsten vor zu fahren.“

Jürgen Lingg, Teammanager

„Wir müssen heute zufrieden sein, das war auf jeden Fall eine gewaltige Steigerung zum letzten Rennen und zu den Tests. Ich bin zufrieden, aber es ist natürlich noch Luft nach oben. Man muss wirklich sagen, dass Sandro tapfer gekämpft hat. Es ist nicht leicht, so eine Gruppe so lange anzuführen, besonders mit Corsi & Co. hinter sich. Das hat er wirklich gut gemacht und er hat alles probiert, seine sechste Position zu verteidigen.

Zum Schluss war es schon ein wenig schade, dass er noch drei Plätze verloren hat. Wir haben natürlich noch viel zu tun, um die Lücke zu schließen. Bei Marcel hat es etwas zu lange gedauert, bis er seinen Rhythmus gefunden hatte. Er war vielleicht auch ein bisschen zu brav und hat sich in der großen Gruppe nicht genug durchsetzen können. Am Ende war er aber dran, darum können wir auch da erst einmal zufrieden sein.“

Fotos: © IntactGP.

Ein paar mehr Bilder vom Rennen in Argentinien auf unserer Facebookseite.

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