Auswärtssieg gegen die gleiche Mannschaft wie 70 Stunden zuvor

2. Mai 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Nach der umstrittenen Pokalniederlage ging es beim Regionalligaspiel gegen den FC Schweinfurt 05 am vergangenen Freitag um eine gute Platzierung in der Regionalliga Bayern. Aus FCM-Sicht endete es diesmal ohne „unparteiisches“ Eingreifen erfolgreich mit einem 4:3 (2:1) Auswärtssieg.

Schweinfurt (ass/ch). Angesichts der Memminger Pokalniederlage 70 Stunden zuvor gegen den gleichen Gegner mit allen emotionalen Begleiterscheinungen, war einiges an Pfeffer im Spiel, wovon auf dem Platz jedoch am wenigsten zu spüren war. Die Spieler gingen zumeist professionell mit der aufgeheizten Atmosphäre um und – spielten einfach Fußball.

Herausragend dabei war Stefan Schimmer. Der FCM-Stürmer erzielte an seinem 23. Geburtstag per Foulelfmeter seinen 23. Saisontreffer zur Führung und ließ in abgebrühter Torjägermanier noch zwei weitere Feldtreffer folgen.

FC Memmingen - FC Schweinfurt 05, Regionalliga, 28.04.2017

Auf der anderen Seite nutzte Reservist Marino Müller mit zwei Toren seine Einsatzchance. Schweinfurt war gegenüber dem Pokalhalbfinale auf fünf Positionen verändert, der FCM musste den verletzten Stefan Heger im Mittelfeld und den Gelb-Gesperrten Fabian Lutz in der Abwehr ersetzen.

Erwähnenswert auch das Comeback von Dennis Hoffmann, der nach langer Verletzung erstmals nach der Winterpause für eine knappe halbe Stunde eingewechselt wurde. Festzuhalten bleibt auch, dass der herausgespielte Vorsprung dieses Mal über die Zeit gebracht wurde und nicht wie gegen 1860 München II, Bayern München II, Schalding-Heining, in Unterhaching oder zuletzt im Pokal gegen Schweinfurt in den Schlussminuten aus der Hand gegeben wurde.

Wie der sportliche Leiter Bernd Kunze berichtet, hat sich die Memminger Delegation während der gesamten Spielzeit von der Tribüne und den Rängen im Willy-Sachs-Stadion von den Zuschauern so ziemlich jeden bekannten Kraftausdruck anhören müssen.

Im Gegensatz zu Schweinfurts Trainer Gerd Klaus, der nach dem Pokalspiel in Memmingen nicht zur Pressekonferenz erschien, stellte sich Anderl in Schweinfurt der Pressekonferenz, die nach draußen übertragen wurde.

Vor dem VIP-Zelt buhten die Fans, was den Memminger Trainer noch anstachelte. Zunächst kritisierte er heftig und deftig einen Schweinfurter Lokaljournalisten für seine „unseriöse Berichterstattung“ und stellte dann mit größter Genugtuung fest, „dass wir in der Tabelle sieben Punkte vor den Schweinfurtern mit ihren Drittliga-Profis stehen“. Genauer gesagt auf dem beachtlichen vierten Tabellenplatz.

Anderls Gegenüber Klaus goss kein weiteres Öl ins Feuer: „Dass Memmingen so weit oben steht, ist eine Topleistung. Und das meine ich wirklich so“. Anderl wurde durch den Hinterausgang sicher nach draußen geleitet.

Kunze bemühte sich hinterher mit Schweinfurts Vorsitzendem Markus Wolf und Klaus um klärende Worte. „Wir konnten einiges ausräumen und haben festgestellt, dass auf beiden Seiten Dinge gesagt wurde, die wir uns hätten sparen können“. Einigkeit habe auch darüber bestanden, dass es am Dienstag „ein „Super-Pokalspiel mit zwei sehr guten Mannschaften war, aber leider einem Schiedsrichter, der dem nicht gewachsen war“.

Der FC Memmingen bestätigt indes, dass wegen der Schiedsrichter-Schelte an Florian Badstübner nach dem Pokalspiel ein Sportgerichtsverfahren gegen Anderl wegen unsportlichen Verhaltens eingeleitet wurde. Die ihm vorgeworfenen Zitate wurden offenbar zum größten Teil dem Artikel des erwähnten Journalisten entnommen.

Der Verein wird dazu entsprechend Stellung nehmen und auch seine Sicht der Dinge hinsichtlich der stark kritisierten Spielleitung von Badstübner darstellen. Bis zum Abschluss des laufenden Verfahrens will sich der FCM in dieser Sache aber zunächst nicht mehr öffentlich äußern.

Aufstellung FC Schweinfurt: Paulus – Löschner (57. Paul), Janz (57. Billick), Bauer, Golla – Fery, Kracun – Willsch, Haller (57. Jelisic), Krautschneider – Müller. – Trainer: Klaus.

Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Zweckbronner, Schmeiser, Anzenhofer, Buchmann (76. Kircicek) – Krogler, Nikolic, Schad (65. Hoffmann), Eisenmann – Salemovic, Schimmer (88. Speiser), – Trainer: Anderl.

Tore: 0:1 (16.) Schimmer (Foulelfmeter), 0:2 (28.) Eisenmann, 1:2 (31.) Müller, 2:2 (69.) Müller, 2:3 (71.) Schimmer, 2:4 (83.) Schimmer, 3:4 (90. + 3) Kracun. – Schiedsrichter: Potemkin (Friesen). – Gelbe Karten: Bauer, Janz, Kracun, Haller, Golla – Anzenhofer, Schad, Zweckbronner. – Zuschauer: 902.

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