Brezelfenster, Ovali und Konsorten

29. Mai 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und bis aus Luxenburg kamen Liebhaber von VW-Käfer-Oldies am gestrigen Sonntag nach Memmingen und nutzten die schöne Altstadtkulisse, um ihre sympathischen, kugeligen Prachtstücke mit Bewunderern auf dem Marktplatz zu teilen.

Die Brezelfenstervereinigung e.V. in Maintal hatte zu dem Treffen eingeladen und Berthold Liebig erklärte mir die Bedeutung von „Brezelfenster“, auch wenn man sich diese beim Anblick der Fenster, die diesen Namen tragen leicht vorstellen kann: Bis 1953 wurde der VW-Käfer mit einem zweigeteilten Rückfenster ausgestattet, das an die Form einer Brezel erinnert.

Käfer-Treffen auf dem Marktplatz Memmingen, 28.05.2017

Willkommen waren zwar alle Käfer, erklärt mir herr Liebig, doch zugelassen im Verein der Brezelfenstervereinigung e.V. sind ausschließlich Käfer mit dem zweigeteiltem Brezelfenster, neben den „Ovali“, der Folgegeneration ab 1954, die ein noch immer recht kleines, aber bereits ein einzelnes, ovales Rückfenster haben, sowie T1 VW-Busse bis Baujahr 1967.

Während sich schmucke VW-Käfer bis Baujahr 1957 in gedeckten Farben vor dem Memminger Rathaus und um den Brunnen platzierten, reihten sich T1 VW-Busse in den buntesten Farben entlang des Steuerhauses auf.

Käfer-Treffen auf dem Marktplatz Memmingen, 28.05.2017

Und all die begeisterten nicht nur diejenigen, die diese Fahrzeuge in der Zeit fuhren, als ein VW-Käfer um die 5.000 D-Mark kostete und die breite Masse zu bedienen vermochte. Auch junge Besucher bestaunten die Interieurs, die kleinen Kofferräume im Frontbereich, nachdem die Viertakt-Motoren im Heck eingebaut wurden, oder den schönen Brezelfenster-VW mit Anhänger, der mit original Weißwandreifen im Zentrum des Marktplatzes glänzte.

Mit über 21,5 Millionen Fahrzeugen war der Käfer das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor er 2002 vom VW Golf übertroffen wurde. In seinen Anfängen in der Vorkriegszeit KdF-Wagen genannt, hatte Ferdinand Porsche einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung und wird daher als Schöpfer des Käfers bezeichnet. In einer letzten, überarbeiteten Auflage wurde der Käfer bis 2003 gebaut.

Käfer-Treffen auf dem Marktplatz Memmingen, 28.05.2017

So manch lustige Geschichte hörte man von denen, die die die ersten Modelle des VW-Käfers der Nachkriegszeit fuhren: Nachdem die frühen Modelle nur über 30 PS verfügten, erinnerte sich ein älterer Fahrer daran, wie alle Insassen des Autos aussteigen mussten, weil es der Käfer mit vier Insassen nicht den Berg hoch schaffte. Ein anderer wiederum erinnerte sich an Ausflüge, bei denen ihr Gepäck aus Lederkoffern auf dem Dach durch einen Regenschauer völlig durchnässt wurde.

Doch Not macht erfinderisch, und so behalfen sich andere mit kleinen Anhängern, aus denen sich bald kleine Wohnwägen entwickelten, die oft nicht einmal die Länge einer ausgestreckten Person hatten.

Käfer-Treffen auf dem Marktplatz Memmingen, 28.05.2017

Der Memminger Marktplatz war jedoch nur eine Station für die Fahrer, die von weit her zu diesem Treffen anreisten. Eine Besichtigung der Kartause Buxheim stand noch auf dem Plan, neben einer Stadtführung in Memmingen, einer Führung durch das Bauernhofmuseum in Illerbeuren und einer Führung durch den Zedernsaal des Fuggerschlosses in Kirchheim.

Mehr Infos über die Brezelfenstervereinigung auf www.brezelfenstervereinigung.de.

Mehr Fotos davon auf unserer Facebookseite.

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