Lanzi Falta – eine lebende Memminger Jazzlegende

8. Juni 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Großen Jazz boten am Pfingstsonntag der Memminger Gitarrist und lebende Jazzlegende Lancy Falta mit seinem Lancy Falta Syndicate, unterstützt durch ein fantastisches Saxophon, gespielt von Tony Lakatos, im Memminger Kaminwerk vor einem begeisterten Publikum. An diesem Abend hätte man sich ein Kaminwerk voller Ledersofas gewünscht, in die man – in sich gekehrt – dem feinen Jazz lauschend, hätte sinken können.

Augen zu, die Welt ein paar Stunden draußen lassen und sich von betörenden Klängen tragen lassen: Dazu luden Gitarrist Lancy Falta, Top-Saxophonist Tony Lakatos, André Schwager aus Memmingen an einem sehr virtuosen Keyboard und der Münchner Bastian Jütte an einem technisch hervorragenden Schlagzeug ein.

Lanzi Falta Syndicate & Tony Lakatos, 04.06.2017

Lancy Falta ist Memmingens lebende Jazz-Legende. Das musikalische Talent wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Mit zehn Jahren erlernte er das Gitarrenspiel von seinem Vater Bobby Falta, der sich schon vor ihm ins Legendenbuch eintrug. Zusammen mit ihm als Gitarrenduo erhielt Lany Falta 1994 den Kulturpreis der Stadt Memmingen.

Seine Gitarrenläufe sind einzigartig und man kann sich nur wundern, dass er nicht da ist, wo die ganz große Musik spielt. Man hat das Gefühl, dass in ihm ein noch ungelebtes Potential steckt, dass er noch viel mehr kann, als er tatsächlich zeigt.

Sein massiger Körper scheint über und um seine Gitarre drum herumzuwachsen und wenn er manchmal in sich gekehrt seine Wange an sein Instrument schmiegt, sieht es aus wie eine Liebesgeschichte mit seiner Gitarre und genau so hört sich sein Spiel an.

Lanzi Falta Syndicate & Tony Lakatos, 04.06.2017

Sein hohes spielerisches Niveau und seine ausgefeilte Technik wurden auch von Musikern wie Joe Pass, Chaka Khan, Philip Catherine, Kosta Lukasc, Wolfgang Lackerschmid, Kitty Winter, Schnuckernack Reinhardtt, Ziplo Reinhardt, Babik Reinhardt (Sohn von Django Reinhardt), Joo Kraus, Harry Stojka, Bireli Lagrene, Horst Jankowski, Joe Zawinul geschätzt, mit denen er bereits zusammenarbeitete.

Zum feinen Gitarrenspiel von Lancy Falta gesellt sich in fast brüderlicher Eintracht das sehr gefühlvoll gespielte, ebenso fein hauchende wie ausdrucksstark schreiende Tenorsaxophon von Tony Lakatos, der viel begeisterten Zwischenapplaus erntete.

Tony Lakatos gehört zweifellos zu den führenden europäischen Meistern seines Instruments. Der gebürtige Budapester wirkte nach seinem Studium am Bela Bartok Konservatorium bis heute auf über 300 CD Produktionen als Leader oder Sideman mit und wurde dabei von Musikern wie Randy Brecker, Al Foster, Joanne Brackeen, Jasper Van’t Hoff, Terri Lynne Carrington, Anthony Jackson und Kirk Lightsey begleitet.

Lanzi Falta Syndicate & Tony Lakatos, 04.06.2017

Und wenn die Klänge von Lancy Falta oder Tony Lakatos sich zurücknehmen, füllt André Schwager am Keyboard den entstandenen Raum und spielt nicht nur mit den Fingern sehr virtuos, sondern auch gern mit unterschiedlichen Klangfarben seines Instruments.

Zu jeder Zeit bildet Bastian Jütte die rhythmische Basis mit einem sensiblen, dennoch akzentuierenden, technisch ausgezeichneten Schlagzeug und rundet ab zu einem Jazzerlebnis vom feinsten.

Neben Eigenkompositionen von Lancys Vater Bobby Falta hören die begeisterten Zuhörer im Kaminwerk an diesem Abend auch Eigenkompositionen von Lancy Falta wie For Joe, den Pat Blues, den er Pat Martino widmete und ein zauberhaftes Sunshine.

Auch Jazz-Standards wie Alone togehter (Chet Baker) werden von den fantastischen Musikern interpretiert, neben Troublant Bolero der Gipsy-Legende Django Reinhardt und Brazilian Love Affair (George Duke).

Lanzi Falta Syndicate & Tony Lakatos, 04.06.2017

Eine ganz besondere Version hören wir von Sunny, einem Soulsong, den vielleicht einige mit Boney M. der 70er Jahre verbinden, der jedoch von Bobby Hebb in den 60er Jahren geschrieben und gesungen wurde und in unzähligen stilübergreifenden Coverversionen zwischen Jazz, Pop und Disco aufgegriffen wurde: unter anderem von Sonny & Cher, Manfred Mann, Frank Sinatra & Duke Ellington, Stevie Wonder, James Brown, Ella Fitzgerald über Boney M. bis hin zum deutschen Rapper Cro.

Nach eindringlichem Ruf nach Zugabe schlossen die Ausnahmetalente den Jazz-Abend mit einer weiteren Klasse-Interpretation vom unvergesslichen Giorgia on my mind (Ray Charles).

Fotos: aus eigener Quelle.

Ein paar mehr Fotos vom Jazzabend auf unserer Facebookseite.

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