Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio bescherten stimmungsvollen Jazzabend im Kaminwerk

20. Juni 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Einen wundervollen Jazzabend bereitete Wolfgang Lackerschmid zusammen mit dem Brazilian Trio den begeisterten Zuschauern an einem lauen Sommerabend im Memminger Kaminwerk am vergangenen Sonntag. Mit jedem einzelnen der drei brasilianischen Musiker hatte der Vibraphone-Virtuose Wolfgang Lackerschmid bereits gespielt. So war es fast vorherbestimmt, dass er eines Tages mit dem gesamten Trio spielen wird,

das sich im Bereich Samba Jazz einen internationalen Namen gemacht hat. Woraus dann auch gleich eine neue CD entstand: „Samba Gostoso“ mit 11 feinen Songs, die zum Teil von Wolfgang Lackerschmid geschrieben wurden, einige Interpretationen von bekannten Jazzgrößen beinhalten oder von einem der drei Musiker des Brazilian Trio komponiert wurden, bestehend aus Pianist Hélio Alves, Bassist Nilson Matta und Drummer Duduka Da Fonseca.

Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio, Memmingen, 18.06.2017

Vom Titelsong „Samba Gostoso“, den Wolfgang Lackerschmid geschrieben hat, erzählte der sympathische Vibraphon-Virtuose und Komponist, musikalischer Leiter und Produzent einer Vielzahl an innovativen Projekten, sein Sohn habe ihn dazu veranlasst, die Komposition zu komprimieren, nachdem der von seinem Vater immer behaupte, seine Kompositionen seien oft sehr komplex.

Wenn man dem Vibraphon-Virtuosen mit meist 4 fliegenden Schlägeln zusieht, die mit unglaublicher Leichtigkeit und Geschwindigkeit über die Klangplatten sausen, ahnt man, was Sohnemann meinen könnte, dennoch ist die Komplexität Wolfgang Lackerschmids Klanggebilde äußerst eingängig und entfernt sich nie zu weit vom Grundthema.

Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio, Memmingen, 18.06.2017

Wunderschön zu hören und nachzuspüren ist die Zwiesprache zwischen dem Piano von Hélio Alves und Wolfgang Lackerschmids Vibraphon, die sich Frage und Antwort zu stehen scheinen und sich gegenseitig herausfordern, um dann lachend zusammenzufinden.

Vom klassischen Duktus des Schlagwerk- und Kompositionsstudiums emanzipiert sich Wolfgang Lackerschmids Spiel durch die Erfahrungen seines Schaffens, das sich geographisch über Amerika, Asien und viele Teile Europas erstreckt und musikalisch durch deren ethnische und kulturelle Unterschiede geprägt wurde.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhren seine legendären Duoaufnahmen mit Chet Baker sowie seine Zusammenarbeit mit Attila Zoller. Von Lackerschmid stammen zahlreiche Songs und Jazztitel, die sich im Repertoire vieler seiner Kollegen etabliert haben.

Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio, Memmingen, 18.06.2017

Die Liebe zur brasilianischen Musik zieht sich wie ein roter Faden durch Wolfgang Lackerschmids musikalische Karriere und in seiner Zeit in den USA oder bei Tourneen durch Europa finden sich immer wieder Größen des Brazil- und Latin-Jazz wie Romero Lubambo, Claudio Roditi, Dom um Romao oder Paquito D`Rivera zu Bandprojekten des Vibraphonisten ein, um neben traditioneller Literatur auch die von brasilianischer Rhythmik und Form beeinflussten Kompositionen Lackerschmids zu spielen.

Auf dieser internationalen Bühne traf Wolfgang Lackerschmid des Öfteren auf die einzelnen Mitglieder des Brazilian Trio, die ihrerseits jeder für sich eine beeindruckende Anzahl an musikalischen Kooperationen aufweisen können mit den feinsten Musikern aus ihrem Herkunftsland Brasilien, wie auch ihrer neuen Heimat, den USA. Ob als Sideman oder Bandleader sind sie alle führende Vertreter des brasilianischen Jazz.

Das Repertoire dieser neu entstandenen Band Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio ist eine Mischung aus Eigenkompositionen der Bandmitglieder und Werken aus dem reichhaltigen Schatz des Samba- und Brazil-Jazz.

Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio, Memmingen, 18.06.2017

Aus der gemeinsam entstandenen CD „Samba Gostoso“ hören wir an diesem bezaubernden Jazzabend „A thousand dreams“ von Attilla Zoller, „Flying over Brazil“, das der brasilianische Schlagzeuger Duduka Da Fonseca ankündigt, neben „Ubatuba“, einem Ort in Brasilien in der Nähe von Sao Paolo, aus dem der Pianist Hélio Alves stammt.

Ein weiteres Stück von Raul Gil Renato Vianna handelt von einem weiblichen Frosch („A ra“), ein anderes, das Bassist Nilson Matta geschrieben hat und indogene Melodien mit brasilianischen Melodien vereint („Paraty) wird vom Bassist selbst angekündigt, der schmunzelnd erzählt, dass er bereits seit 25 Jahren mit Hélio Alves und Duduka Da Fonseca zusammenspielt und sie immer noch Freunde seien.

„Donna Maria“ war der Großmutter eines Musikers gewidmet und ein Stück, das für gewöhnlich Wolfgang Lackerschmids Frau Stefanie Schlesinger besingt („Daily Rose“), hören wir hier in einer instrumentalen Version.

Nach „Triste“, einem Jazz Standard von Antonio Carlos Jobim schließen die vier Musiker einen wunderschönen Jazzabend mit „Bahia“.

Hier noch ein Soundbeispiel der neuen CD „Samba Gostoso“: http://hipjazz.de/samba, die es auf HipJazz.net zu bestellen gibt.

Fotos:
aus eigener Quelle.

Ein paar mehr Fotos vom Jazzabend mit Wolfgang Lackerschmid & The Brazilian Trio auf unserer Facebookseite.

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