Großer Preis der Niederlande: Nach chaotischer erster Runde Platz elf für Marcel Schrötter

27. Juni 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Mit riesen Schritten holte Marcel Schrötter im Assen-Rennen für das IntactGP-Team mit Sitz in Memmingen verlorene Plätze auf und sicherte zum Schluss fünf Punkte. Erneutes Pech für Dynavolt Intact GP-Fahrer Sandro Cortese, dem nach nur fünf Runden ein Mitstreiter ins Heck fuhr und ihn zu Sturz brachte.

IntactGP-Großer Preis von Assen, 25.06.2017

Wechselhafte Bedingungen herrschten am Rennsonntag auf dem TT Circuit Assen. Im Warm-Up, welches kurz nach einem Regenschauer stattfand, zeigte Marcel Schrötter mit dem sechsten Platz bereits, dass er sich auch im Nassen wohlfühlte und konkurrenzfähig ist. Er war für alle Fälle gerüstet. Sandro Cortese hatte seinen Horror-Crash vom Qualifying über Nacht einigermaßen verdaut und beendete das Vormittags-Training an Bord seiner neu-aufgebauten Suter als 14ter.

Als Trocken-Rennen wurde die Moto2 um 14:30 Uhr gestartet. Doch die erste Runde hatte es in sich für Marcel Schrötter. Nachdem er raketenmäßig aus der dritten Reihe losgestürmt war, kollidierte er noch auf der Geraden mit Alex Marquez. Er kam im falschen Gang in die erste Kurve und musste einen großen Bogen fahren. Als er an 24. Stelle auf die Strecke zurückkehrte, krachte er auch noch mit Teamkollege Sandro Cortese zusammen und büßte seinen Kotflügel ein.

In den verbleibenden 23 Runden gelang es Marcel, mit anfänglich schnelleren Zeiten als die Spitze, bis zur elften Position aufzuholen. Kurz vor Schluss konnte er zwar dem anbrausenden Italiener Francesco Bagnaia nicht viel entgegensetzen, jedoch schnappte er sich in der finalen Schikane vor Zieleinfahrt mit einem gewagten Manöver noch Suter-Konkurrent Dominique Aegerter.

IntactGP-Großer Preis von Assen, 25.06.2017

Für Sandro Cortese gab es erneut kein Happy End. Der Berkheimer musste nach seinem Horror-Sturz im Qualifying vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen. Trotz Berührung zu Beginn mit seinem Intact GP-Teamkollegen war auch er anschließend gut dabei und hatte schon nach wenigen Minuten zu Platz 21 aufgeschlossen, als ihm in Kurve neun von hinten Axel Pons ins Motorrad fuhr. Er stürzte sofort und musste zum dritten Mal in Folge mit leeren Händen abreisen.

IntactGP-Großer Preis von Assen, 25.06.2017

Marcel Schrötter behauptete vor dem Heimrennen nächste Woche auf dem Sachsenring (30. Juni – 2. Juli) seinen 13. WM-Rang. Sandro Cortese hofft nun, in wenigen Tagen vor den Fans zu Hause, endlich den entscheidenden Schritt aus seiner Misere zu machen.

Rennen

1. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX
2. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
3. Takaaki NAKAGAMI / JPN / KALEX
:
11. Marcel SCHROTTER / GER / SUTER
–. Sandro CORTESE / GER / SUTER

WUP

1. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX – 1’55.261
2. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX – 1’55.373 (+0.112)
3. Hafizh SYAHRIN / MAL / KALEX – 1’55.811 (+0.550)
:
6. Marcel SCHROTTER / GER / SUTER – 1’56.569 (+1.308)
14. Sandro CORTESE / GER / SUTER – 1’57.960 (+2.699)

World Standing

1. MORBIDELLI Franco / ITA / 148
2. LUTHI Thomas / SWI / 136
3. MARQUEZ Alex SPA 113
4. OLIVEIRA Miguel / POR / 94
5. PASINI Mattia / ITA / 82
6. NAKAGAMI Takaaki / JPN / 62
7. BAGNAIA Francesco / ITA / 61
8. AEGERTER Dominique / SWI / 50
9. MARINI Luca / ITA / 41
10. VIERGE Xavi / SPA / 39
11. CORSI Simone / ITA / 39
12. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 37
13. SCHROTTER Marcel / GER / 37
14. SYAHRIN Hafizh / MAL / 37
15. QUARTARARO Fabio / FRA / 28
16. NAVARRO Jorge / SPA / 23
17. BINDER Brad / RSA / 16
18. HERNANDEZ Yonny / COL / 15
19. SIMEON Xavier / BEL / 14
20. PONS Axel / SPA / 13
21. CORTESE Sandro / GER / 10

Kommentare aus dem Team

Marcel Schrötter – P11

IntactGP-Großer Preis von Assen, 25.06.2017

„Vom Gefühl her war das einer meiner besten Starts. Ich habe aber einen kleinen Wheelie gehabt und konnte daher in dem Moment nicht lenken. Gleichzeitig kam Alex Marquez von links, der vorher rechts von mir war, und wir sind ineinandergefahren. Das hat einen harten Schlag gegeben, ich konnte nicht schalten und war ewig im ersten Gang. Dadurch konnten mich viele überholen. In der Warm-Up Lap habe ich einen Rennstart simuliert, bei dem ich eigentlich plante, im dritten Gang in die Kurve einzubiegen. Allerdings bin ich durch die Probleme viel langsamer gewesen und nur im zweiten Gang angekommen.

Ich habe dann zurückgeschalten und das Bike ist komplett ausgebrochen. Ich konnte nicht einlenken und bin quasi geradeausgerutscht. Ich musste dann neben der Strecke einen weiten Bogen fahren, in der Zeit ist gefühlt das halbe Feld an mir vorbei gezogen. Wieder auf der Strecke angekommen, kollidierte ich auch noch mit Sandro. Es war einfach richtig viel Chaos in den ersten Runden. Ich war dann letztlich irgendwo auf Position 24, viele Fahrer waren jedenfalls nicht mehr hinter mir. Ich habe dann sofort angefangen zu überholen, konnte auch in der ersten Runde noch drei Leute hinter mir lassen und dann pro Runde eigentlich mindestens zwei Fahrer.

Ich bin richtig gut vorwärts gekommen, vom Zweikampf her war es sogar noch besser als in Barcelona. Dennoch ist es sehr bitter und einfach schade, denn so haben wir wieder ein Rennen zunichtegemacht. Mein Bremsschutz und der Kupplungshebel waren verbogen und so habe ich erst einmal alles geradebiegen müssen. Ich bin dann sogar richtig gute Zeiten gefahren, teilweise sogar Bestzeit, aber wenn man durch das ganze Feld muss, wird es schwer.

Als die Spitze angezogen hatte, bin ich dann auch an den Punkt gekommen, wo ich nicht schneller fahren konnte. Die dadurch entstandene Lücke konnte ich nicht mehr zufahren und habe zum Schluss alles versucht, Dominique Aegerter zu überholen, auch wenn das ein hartes Manöver war. Wir Beide mussten etwas weit gehen, aber die letzte Schikane ist dafür bekannt und es hat letztlich für mich gereicht. Es tut mir natürlich leid für ihn, aber wir sind glücklicherweise Beide sitzen geblieben. Dennoch ist es etwas enttäuschend. Bei einem normalen Start, bei dem ich mich hätte in der Top 10 halten können, wäre es mir möglich gewesen, mit Leuten wie Marquez oder Oliveira mitzuhalten.“

Sandro Cortese – DNF

„Beim Anbremsen in Kurve 9 ist mir Axel Pons hinten draufgefahren und ich bin sofort gestürzt. Ich habe nichts machen können. Bis zum Sturz war ich auf Rang 21, die Gruppe reichte bis Position 16. Natürlich war das Selbstvertrauen nicht groß nach dem gestrigen Sturz. Ich habe mich Runde um Runde herangekämpft. Es ist einfach sehr schade.

Mir tut es leid für mein Team, denn sie haben über Nacht wirklich eine super Arbeit geleistet, um das Motorrad wieder zusammenzubauen. Das Rennen dann so beenden zu müssen, es nicht mal fertig fahren zu dürfen, ist sehr ärgerlich. Das ist der Abschluss des bis jetzt größten Tiefpunkts.“

Patrick Mellauner, Crew Chief #23 Marcel Schrötter

„Es ist gut, dass es nächste Woche gleich mit dem nächsten Rennen weitergeht, damit wir versuchen können, es besser zu machen. Wir hatten wieder eine ähnliche Situation wie in Barcelona. Teamintern wissen wir, dass das Rennen besser war, als es die Zahlen vermuten lassen. Es war richtig gut. Wir haben eine Kleinigkeit am Motorrad verbessert und Marcel war das ganze Wochenende stärker.

Das Problem war, dass er am Anfang mit Alex Marquez kollidiert ist, dadurch hat er sich etwas aus der Ruhe bringen lassen. Ansonsten hat er richtig gut aufgeholt. Auch die Mechaniker haben wieder eine super Arbeit gemacht. Wir arbeiten eng mit Suter zusammen und versuchen, immer wieder Verbesserungen zu erreichen.

Der Sachsenring ist zwar vom Charakter her ganz anders, aber tendenziell sind die Probleme, egal wo wir sind, die gleichen. Das Motorrad war dennoch dieses Wochenende besser im Vergleich zu Barcelona. Ich denke, wir haben gemeinsam mit Marcel einen kleinen Schritt nach vorn gemacht.“

Fotos: © IntactGP.

Ein paar mehr Fotos aus unserer Facebookseite.

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