Aberwitzig und verstrickt: Die Fischertags-Komödie „Diridari“

17. Juli 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Verstrickungen sind zwar ein von Laientheatern häufig verwendetes Mittel, um Spannung und lustige Momente zu erzeugen, doch Regisseur Ralf Weikinger hat in seiner aberwitzigen Fischertags-Komödie „Diridari“ wohl sämtliche vorstellbare Verstrickungsregister gezogen und bis zuletzt kann der Zuschauer nicht einmal ahnen, welches Ende die Geschichte wohl nehmen mag.

Fischertagstheater Diridari 2017, Memmingen, 17.07.2017

Und die dreht und windet sich um Herrn Schwan, der arbeitslos geworden ist, es seiner Frau jedoch verschweigt und in Geldnöte gerät. Als er daraufhin eine Möglichkeit beim Schopf packt, an nicht steuerpflichtige „Einnahmen“ zu gelangen – das Arbeitslosengeld eines ehemaligen Untermieters, der jedoch seit Monaten nach Kanada ausgewandert ist, Herrn Schwan aber sehr gelegen kam – löst er eine Lawine aus:

Nachdem Mutter Sozialstaat brav bezahlt, leckt Herr Schwan Blut und erfindet immer neue Untermieter, samt dreier Kinder, Großmutter und Großvater, die auf dem Papier allesamt in seiner Mansarde wohnen und von einer endlosen Reihe von Unglücksfällen und Krankheiten heimgesucht werden, für die Mutter Staat brav alles Vorstellbare von Arbeitslosengeld über Invalidenrente, Mutterschaftsgeld, Kindergeld, Krankengeld, Überbrückungsgeld bis hin zum Wohngeld bezahlt.

Fischertagstheater Diridari 2017, Memmingen, 17.07.2017

Warum er das tut? Na, wegen „Diridari“ eben!

Unterstützt durch einen Onkel, der im Krankenhaus arbeitet und ihm regelmäßig Bescheinigungsformulare zukommen lässt, erleiden seine erfundenen Charaktere immer groteskere Schicksalsschläge und Krankheiten, die etwa bei seinem Hauptmieter Herrn Spitz in einen arbeitslosen, tauben Klavierstimmer münden, dessen Vater – ein arbeitsloser Holzfäller – gerade aufgrund eines Sturzes von einem Baum verstorben ist.

Fischertagstheater Diridari 2017, Memmingen, 17.07.2017

Bis eines Tages die akribische Frau Wiesel (wie das Frettchen) vom Sozialamt an der Tür klingelt, weil sie eine Unterschrift benötigt und auch nach mehreren Schnäpsen den Überblick nicht verliert. Auch dann nicht, als er neben seinem Onkel seinen neuen Untermieter zum Komplizen macht, seine Frau das Schlimmste befürchtet und einen Psychologen hinzuzieht…

Fischertagstheater Diridari 2017, Memmingen, 17.07.2017

Weitere Vorstellungen

Drei Vorstellungen gibt es noch: am Dienstag, 18. Juli, Mittwoch, 19 Juli und Donnerstag, 20. Juli, jeweils um 20 Uhr am Landestheater Schwaben. Wir wünschen viel Vergnügen!

Fotos:

aus eigener Quelle.

Mehr Fotos vom Fischertagstheater 2017 „Diridari“ auf unserer Facebookseite. Die mit P.H. gekennzeichneten Fotos sind von Philipp Hampp.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.