Derbyfluch Illertissen – aber heute Abend zu Hause durchstarten

25. Juli 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Für den FC Memmingen bleibt Illertissen ein „Derbyfluch“. Ob mit schwacher Leistung in der vergangenen Saison oder mit ordentlicher Vorstellung am vergangenen Freitag: Trotz einstündiger numerischer Überlegenheit setzte es eine 0:1 (0:1) Niederlage. Heute Abend (25.07.2017, 19 Uhr) will der FC Memmingen zu Hause gegen Seligenporten durchstarten.

Illertissen (ass). FCM-Trainer Stefan Anderl war nach dem Fehlstart in Illertissen einigermaßen ernüchtert: „Wir haben zeitweise dominiert, aber der letzte Pass ist nicht angekommen“. Sowohl beim 1:4 zum Auftakt gegen den 1860 München als auch im Lokalduell gegen Illertissen wäre mehr drin gewesen.

Vor dem gegnerischen Tor fehlt derzeit (noch) die Durchschlagskraft. Obwohl die Memminger ab der 32. Minute zudem in Überzahl spielten und in der zweiten Halbzeit fast pausenlos am Drücker waren, schafften sie es nicht, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Illertissens Torschütze zum Führungstreffer Moritz Nebel hatte nach einem Gerangel die Ampelkarte gesehen. Schiedsrichter Wolfgang Haslberger zückte im heiß umkämpften Duell resolut insgesamt neunmal den Karton und fing damit schon früh an. Rustikal ging es dennoch weiter.

Der einzige Treffer am Freitagabend für Illertissen resultierte aus einer Standardsituation. Nebel wuchtete den Ball nach einem Eckball ins lange Ecke. Auf der anderen Seite konnte der FCM aus zahlreichen Eckbällen nichts herausschlagen. Zudem unterliefen der Mannschaft ungewöhnlich viele Ballverluste. „Weil die Automatismen noch fehlen. Etliche Rädchen greifen noch nicht“, läuft es für Anderl noch nicht rund.

Was auch für die geplante Startelf galt. Abwehrchef Sebastian Schmeiser musste kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Geschichte passen. Vertreter David Anzenhofer präsentierte sich aber sehr zweikampfstark. Im Angriff lief anstelle von Fabian Krogler von Beginn an Jamey Hayse auf. Krogler traf nach fünfstündiger Autofahrt müde erst kurz vor dem Anpfiff ein und war deshalb keine Option. Immerhin: Stefan Heger feierte in Illertissen im zentralen Mittelfeld sein Comeback über die volle Spielzeit. Ein Kopfball des Führungsspielers zum möglichen Ausgleich wurde von der Linie gekratzt.

Unterm Strich war es eine zerfahrene Begegnung vor 1.420 Zuschauern, die für die bislang Derbykulisse im Vöhlin-Stadion sorgten. Enttäuscht waren die zahlreichen Memminger Fans. Nach dem klassischen Fehlstart mit zwei Niederlagen empfängt der FCM nun am Dienstag (25.07.2017, 19 Uhr) den SV Seligenporten. „Hier müssen wir sehen, dass wir punkten“, weiß Anderl um den Zugzwang am dritten Spieltag.

Aufstellung FV Illertissen: Schilder – Allgaier, Rupp, Krug, Enderle – Schaller, Nebel, Weiss, Jann (82. Aykaydin) – Lang (39. Strobel), Nollenberger (75. Leyla).

Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Zweckbronner (46. Mangler), Anzenhofer, Schröder, Lutz – Buchmann, Nikolic, Heger, Kircicek (46. Fülla) – Salemovic, Hayse (68. Speiser).

Tor: 0:1 (16.) Nebel. – Schiedsrichter: Haslberger (St. Wolfgang). – Gelbe Karten: Krug, Nebel, Schaller, Strobel / Nikolic, Buchmann, Zweckbronner, Schröder. – Gelb-Rot: Nebel (32./Rudelbildung). – Zuschauer: 1.420.

FC Memmingen will zu Hause gegen Seligenporten durchstarten

Die Tabelle der Fußball-Regionalliga Bayern hängt zum Saisonstart schon richtig schief. Für den Vorjahrsfünften FC Memmingen sowieso, denn nach zwei Spieltagen befindet sich noch kein Punkt auf dem Konto. Der FC Bayern München II hat einige seiner Spiele verlegt, weil sich von den Amateuren des Clubs einige mit auf der Asienreise der Profis befinden.

Mit der SpVgg Greuther Fürth II und dem SV Seligenporten sowie dem FC Pipinsried haben drei Mannschaften noch gar nicht eingegriffen. Weil sie durch die Relegation mussten, haben sie vom Bayerischen Fußballverband (BFV) eine zwei Woche längere Pause zugestanden bekommen. Freilich muss das Trio die vertagten Spiele unter der Woche nachholen, was die Belastung nur bedingt verringert und natürlich die Tabelle zum Zerrbild macht.

So kommt es, dass der verspätet startende SV Seligenporten bei seinem ersten Saisonauftritt am heutigen Dienstagabend (19 Uhr) bei der Mannschaft antritt, gegen die in der vergangenen Saison auch das letzte Regionalliga-Punktspiel bestritten wurde: beim FC Memmingen.

Damals gewannen die eigentlich schon als Absteiger feststehenden Oberpfälzer überraschend mit 3:1. Durch den Absturz des TSV 1860 München und der damit verbundenen Rückstufung der Löwen-Amateure in die Bayernliga durfte Seligenporten in der Relegation ran und sicherte sich über diesen Umweg doch noch den Klassenerhalt. Der Verein hatte sich jedoch längst auf einen Neuanfang eine Klasse tiefer eingestellt, etliche Spieler hatten mit dem eigentlichen Abstieg schon ihren Abschied eingereicht.

Durch die Wochen der Ungewissheit durch das 1860-Chaos konnten auch die Personalplanungen nicht wie gewünscht vorangetrieben werden. SVS-Trainer Roger Prinzen, der beim 1. FC Nürnberg auch schon auf der Zweitliga-Bank saß, hat derzeit einen knappen 16-Mann-Kader zur Verfügung und hält täglich nach Verstärkungen Ausschau.

Personalknappheit dieser Art kennt Memmingens Coach Stefan Anderl nicht, wenngleich es aktuell nach einer noch längeren Pause für Kapitän Dennis Hoffmann aussieht. Ob deshalb und auch durch den Absprung von Steffen Friedrich noch einmal Ausschau gehalten wird, lässt der sportliche Leiter Bernd Kunze offen. Von den jetzt noch verbliebenen sieben Neuzugängen sind laut Anderl die meisten auf gleichem Niveau, können jederzeit in der Regionalliga eingesetzt werden, was auch für die Nachwuchsleute Lukas Rietzler oder Achim Speiser gilt.

Gleichwohl ist beim Trainer die Erkenntnis gereift, dass die Abgänge von Torjäger Stefan Schimmer oder Außenbahn-Dauerbrenner Daniel Eisenmann und eben der verletzte Hoffmann nicht ganz so nahtlos ersetzt werden können. Bei der Rückblende wird deutlich. Vor einem Jahr lief es zum Auftakt auch noch nicht rund, das Kollektiv brauchte einige Wochen um sich zu finden, um dann furios durchzustarten. Anderl, der eigens von einer beruflichen Fortbildung aus Italien zum Heimspiel anreist, wäre es am liebsten, wenn es am Dienstag gegen Seligenporten schon so weit wäre.

Fotos:
Entstanden beim Spiel gegen Illertissen am vergangenen Fr., 21.07.2017.

Fotoquelle: (C) Olaf Schulze

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