Fassadenpreis – Ein „Ansporn für alle Bauherrn in der Stadt“

25. Juli 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Im Rahmen der Heimatstunde zum Ausklang des Memminger Fischertages verlieh die Stadt Memmingen drei Fassadenpreise. Die Preise für vorbildlich gelungene Sanierungen gingen an die KW-Wohnbau GmbH, vertreten durch Josef Kurz für das Gebäude Lindentorstraße 10, an Rita Karrer-Haug für das Anwesens Kramerstraße 1 und an Heike Müller für das Haus Marktplatz 6.

Es ist bereits gute Tradition, den Fischertag mit der Heimatstunde abzuschließen. Vorsitzender Michael Ruppert begrüßte die Gäste zusammen mit dem neuen Fischerkönig Martin II., den „Baggermeister“. Ruppert blickte auf einen erfolgreichen Fischertag 2017 zurück. Von Seiten des Veterinäramtes wurde den Verantwortlichen ein großes Kompliment ausgesprochen. „Erstmals fand der Fischerabend in der guten Stube Memmingens, dem Marktplatz statt. Hier gehört er auch in“, betonte Ruppert.

Heimatstunde und Fassadenpreis

Fester Bestandteil der Heimatstunde ist die Verleihung des Fassadenpreises durch die Stadt. Zuvor stellte Oberbürgermeister Manfred Schilder jedoch klar: „Die Geschichte mit dem Rehbock in meinem Pool ist wahr“ und spielte auf die Rede des Büttels Gottfried Voigt beim Ausrufen des Fischertages am Freitagabend an. Auch der Rathauschef bedankte sich für das waidgerechte Fischen aller Beteiligten.

Bei der Entscheidung der Vergabe im Bausenat sei man sich bezüglich des Fassadenpreises schnell einig gewesen. „Die gelungenen Sanierungen sollen Ansporn für alle Bauherrn in der Stadt sein und als Beispiel dienen“, machte der Rathauschef deutlich.

Die Begründungen für die Fassadenpreise 2017

Vorbildlich gelungene Sanierung des Anwesens Lindentorstraße 10 (ehem. Alteisen-Braun, Ecke Vordere Gerbergasse)

Bauherr: KW-Wohnbau GmbH, vertreten durch Josef Kurz

Das Baudenkmal, das die Straßengabelung akzentuiert, hat sich in seiner Substanz und diversen Details als noch mittelalterlich erwiesen. Die Sanierung ging nicht nur mit großem Ein-fühlungsvermögen auf den Bestand der drei Fassaden ein, sondern hat auch im Innern gegenüber den gewachsenen Strukturen außergewöhnliche Rücksichtnahme bewiesen, so dass heute noch bauzeitliche Details erlebbar sind.

Die gelungene Farbgebung, das sympathische Nebeneinander vom Ocker der Mauern und dem Grün der Fensterstöcke und Läden, gepaart mit dem Laubengang der Südfassade, hat ein lange vergessenes, im „Dornröschenschlaf“ versunkenes Haus zu einer Stadtsehenswürdigkeit werden lassen.

Vorbildlich gelungene Fassadensanierung des Anwesens Kramerstraße 1

Bauherr: Rita Karrer-Haug, Memmingen

Das Eckhaus dominiert mit seiner langgezogenen Arkaden-wand den Blick vom Marktplatz in die Kramerstraße und erfüllt an dieser markanten Stelle eine wichtige städtebauliche Funktion. Durch mehrmaligen Besitzerwechsel jahrzehntelang vernachlässigt, wurden seine drei Fassaden 2016 unter Einbeziehung von 40 sprossengegliederten Fensterstöcken umfassend saniert.

Das Gemeinschaftstor mit dem südliche angrenzenden Haus, der barocke Wiederkehr in der westlichen Dachfläche, die weitausladenden Gesimse der Arkadenpfeiler und die Gewölbeflächen waren mit erhöhtem Aufwand verbunden. Nach langer Wartezeit präsentiert sich hier ein vorbildliches Beispiel altstädtischer Fassadensanierung.

Vorbildlich gelungene Sanierung des Anwesens Marktplatz 6

Bauherr: Heike Müller, Memmingen

Bei dem Anwesen, das sich vor der Sanierung in einem sehr schlechten Zustand dargestellt hat, handelt es sich um ein dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, geschweiftem und durch Pilaster und Blendbogen gegliederten Giebel, sowie reichhaltigen architektonischen Putzgliederungen in der Fassa-de. Der Ursprung des Gebäudes geht auf das 16. Jahrhundert zurück, Veränderungen auch im Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild fanden zuletzt maßgeblich im 18. Jahrhundert statt.

Zusammen mit den Nachbaranwesen Kramerstraße 1 und Marktplatz 5 bilden die drei Fassaden einen die südliche Raumkante des Marktplatzes prägenden Dreiklang. Indem mittlerweile alle drei Fassaden saniert worden sind, wurde das Erscheinungsbild des Marktplatzes städtebaulich sehr positiv aufgewertet. Da der Marktplatz innerhalb des denkmalgeschützten Altstadtensembles einen sehr bedeutsamen Stadtraum darstellt, kommt der Sanierungsmaßnahme auch eine touristisch herausragende Funktion zu.

Im Anschluss an die Verleihung des Fassadenpreises gab Stadtarchivar Christoph Engelhard mit seinem Vortrag „Die Dörrhütte“ einen Einblick in das Gerberhandwerks des historischen Memmingens.

Musikalisch umrahmte Kolja Scheiter von der Sing- und Musikschule auf dem Klavier die Veranstaltung. Mit einem Jazz-Tanz bereicherte die Ballettschule Buhmann das Programm der Heimatstunde 2017.

Fotos:
Bild 1: Ein Fassadenpreise geht an die KW-Wohnbau GmbH, vertreten durch Josef Kurz für die vorbildlich gelungene Sanierung des Anwesens Lindentorstraße 10.
Bild 2: Der zweite Fassadenpreis in diesem Jahr geht an: Rita Karrer-Haug für die vorbildlich gelungene Fassadensanierung des Anwesens Kramerstraße 1.
Bild 3: Ebenfalls einen Fassadenpreis erhält Heike Müller für die vorbildlich gelungene Sanierung des Anwesens Marktplatz 6.
Bild 4: Bei der Preisverleihung während der Heimatstunde im Stadttheater (v.l.): Dieter und Heike Müller, Josef Kurz und Oberbürgermeister Manfred Schilder. Die Preisträgerin Rita Karrer-Haug war entschuldigt.

Fotoquelle: Michael Birk/Pressestelle Stadt Memmingen.

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