Erste Maßnahmen beim Projekt Soziale Stadt Ost herausgearbeitet

31. Juli 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Beim 3. Stadtteilarbeitskreis am 12.Juli 2017 in der Lindenschule waren die Teilnehmer_innen eingeladen, die Maßnahmenvorschläge nach kurz-, mittel- und langfristiger Wichtigkeit zu bewerten (wir berichteten am 18.07.2017 über den Arbeitskreis). Die Zusammenfassung der erarbeiteten Priorisierung der Maßnahmenvorschläge wurde nun durch das Planerteam veröffentlicht.

„Mit dem 3. Arbeitskreis und der Vorstellung der Maßnahmen ist die Beteiligung zur Voruntersuchung inhaltlich abgeschlossen und wir blicken auf eine konstruktive Arbeit mit sehr guten Ergebnissen zurück.

Gleichzeitig wollten wir den Bürger_innen aber auch einen Ausblick auf die nun anstehende Umsetzungsphase geben und erste Projekte entwickeln, die sich mit dem Engagement der Bürger_innen und mit Unterstützung des künftigen Quartiersmanagements schnell und einfach umsetzen lassen“, erläutert Jan Weber-Ebnet (Urbanes Wohnen – entwickeln planen kommunizieren) als Teil des Planerteams.

(Das komplette Projektteam finden Sie unter „Programm“ auf sso.memmingen.de.)

Priorisierung durch die Bürger_innen

Beim öffentlich veranstalteten 3. Arbeitskreis des Projektes Soziale Stadt Ost bewiesen die anwesenden 26 Teilnehmer_innen Weitblick, Verantwortung und stellen durch ihre Mitarbeit eine wichtige Stütze für das Planerteam dar. Fehler in der Planung werden so vermieden, Anliegen der Bürger_innen können mit berücksichtigt werden und die Quartiersbewohner wiederum konnten sich tolle Anregungen mitnehmen von den Planern, die bereits bei Projekten andernorts erfolgreiche Maßnahmen umgesetzt haben, die nicht immer viel Geld kosten müssen.

Von den Teilnehmer_innen wurde bei diesem Stadtteilarbeitskreis die „Fortführung des Beteiligungsprozesses (u.a. Stadteilarbeitskreis, Bürgerforen)“ und die „Aufwertung der Münchner Straße im Bereich Kreuzung Mindelheimer Straße“ als kurzfristige Wunschmaßnahme am meisten gewichtet.

Als fast ebenso wichtig in der kurzfristigen Planung wurden die „Beseitigung Gefahrenstelle Unterführung Augsburger Straße“, der „Rundweg Alter Friedhof“, die „Durchführung von kulturellen/künstlerischen Veranstaltungen im Quartier“, das „Boulevard Münchner Straße im Bereich Mauer Waldfriedhof“, die „Erstellung eines Rahmenplanes Spiel-, Jogging- und Spazierrundweg Haienbach“, sowie die „Gestalterische Aufwertung der bestehenden Fuß- und Radwegverbindungen“ ausgewählt.

Als mittelfristige Wunschmaßnahme gewichteten die Teilnehmer_innen am meisten „Machbarkeitsuntersuchung und Entwurfsszenarien zum qualitativen und quantitativen Ausbau der Stadtteilversorgung in Form eines Nahversorgungszentrums, u.a. Lebensmittel Discounter, Lebensmittel Supermarkt , Drogeriemarkt, Metzger, Apotheke, inkl. möglichen Wohn-/Dienstleistungsentwicklungen in einem kompakten, monolitischen Gebäude“, sowie den „Einsatz von Sanierungsberatung: Unterstützung des Erhalts und der Modernisierung älterer Gebäude“.

Auch der „Aufbau und Förderung von Netzwerkstrukturen in gewerblichen, sozialen, kulturellen Bereichen“ wurde im Feld mittelfristige Maßnahmen mehrfach angewählt, neben der „Umgestaltung Schießstattdreieck (Schießstattstraße / Benninger Straße)“, sowie einer „Fuß/Radwegeverbindung über Bahn Nord“.

Die langfristigen Maßnahmen erhielten insgesamt die wenigsten Punkte bzw. Stimmen. Dabei wurden langfristig „Anreicherung durch temporäre Infrastruktur z.B. mobile Bücherei, Jugendunterstellplatz, Quartiersfest, Grillplatz“ und „Optimierung der Wartehäuschen / Bushaltestellen“ priorisiert.

(Die Stadtteilarbeitskreise im Rahmen der Bürgerbeteiligung können Sie auf sso.memmingen.de nachverfolgen. Dieser 3. Arbeitskreis wurde auf der Webseite noch nicht eingepflegt, folgt jedoch sicherlich in Kürze.)

Quartiersmanagement und Beispiele Urbanes Wohnen

Zum Thema Quartiersmanagement verfolgt Urbanes Wohnen (München, Teil des Planerteams) in seiner Arbeit den Ansatz, dass Projekte vor Ort wichtiger sind als ein Büro mit umfangreichen Öffnungszeiten.

Vielmehr könnte sich aus der Bürgerbeteiligung im Rahmen der Voruntersuchungen Memmingen-Ost, die Arbeit des Stadtteilarbeitskreises verstetigen. Optimalerweise arbeitet der AK nun weiter und bildet ein bürgerschaftliches, selbstorganisiertes Gremium, welches sich vor allem der Projektarbeit, aber auch der Vermittlung zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik widmet und Hand in Hand mit dem Quartiersmanagement arbeitet.

Das Gremium könnte sich z.B. alle 2 -3 Monate treffen, Ideen abstimmen, Verfügungsfonds verwalten, Projekte koordinieren, etc.. Entscheidungen sollten im Konsensprinzip erfolgen, d.h. wer kommt und mitarbeitet, der/die bestimmt. Empfohlen wird hier der Aufbau von Minimalstrukturen in flachen Hierarchien und eine verbindliche Benennung eines Ansprechpartners/Sprechers/Kümmerer).

Beispiele für kleine Projekte mit geringem finanziellen Aufwand

Dass es eine Menge an Möglichkeiten gibt, um die Bedürfnisse von Bewohner_innen des Viertels unterschiedlichen Alters zu befriedigen und den sozialen Austausch zu fördern, zeigen folgende Vorschläge des Planerteams, die zum Teil andernorts erfolgreich umgesetzt wurden:

  • Unterstände für Jugendliche in Selbstbau (Jugendliche sind die intensivsten Freiraumnutzer)
  • Graffiti-Aktionen mit Jugendlichen
  • Vorlese-, Malangebote für Kinder
  • Gemeinsame Feste, Tafeln im Grünen
  • Interkulturelles Kochen und Essen im Freiraum/ verschiedenen Räumen
  • Tanz-/Tangoabende im öffentlichen Raum
  • Stadtteilkino
  • Schulcafe als Ort der Integration im Quartier
  • Stadtteiltreffpunkt (z.B. über Nutzung von leerstehenden Gebäuden)
  • Gartenprojekte, auch auf Brachflächen, als temporäre Nutzungen („Urban gardening“)
  • (temporäre) Galerien für Kunst (Leerstände, Schaufenster, …)
  • Stadtsafaris und Stadtpläne von und für Kindern, Jugendliche
  • mobile Infrastruktur für Feste und Veranstaltungen (rollende Bar, mit Bänken, Tischen, …)

Projekte für nicht-investive Maßnahmen / Quartiersmanagement bereits im Visier

  • Projekt Geschichtspfad: Der Geschichts-AK, der bereits seit Februar dieses Jahres besteht und 15 Mitglieder zählt, plant das Projekt eines Geschichts-Pfades durch das Quartier, auf dem verschiedene für die Geschichte und Identität des Quartiers relevante Orte mit Tafeln markiert werden. Denkbar sind sowohl ein einzelner Pfad durch das Gesamtquartier, wie auch einzelne themenbezogene Spaziergänge (z.B. Arbeiten im Memminger Osten /Industriegeschichte, …).
  • Projekt Weihnachtsmarkt: Belebung des Baltenplatzes/Augsburger Straße durch einen Weihnachtsmarkt. Diese Projektgruppe besteht noch nicht, Initiatorinnen haben sich jedoch bereits gefunden.
  • Projekt Stadtgärtnern: Initiatorinnen wollen Gleichgesinnte suchen, z.B. im Freundes- und Bekanntenkreis und mit ihnen kleine Gartenprojekte starten, dann langsam wachsen. Die Unterstützung durch die Stadt ist dabei notwendig (Grünamt, Flächen, Logistik, …).
  • Projekt Stadtteilfest: Idee zu einem Stadtteilfest, eventuell unter Beteiligung der beiden Kirchengemeinden.
  • Projekt Verstetigung Stadtteilarbeitskreis: Kleine Arbeitskreise als Bürgerarbeit von unten. Organisiertes System unter Einbezug von Stadträten und Verwaltung, Meinungssammlung und Vernetzung, Stadtteil-AK als „Sprachrohr“ der Bürger_innen im Memminger Osten. Verstetigung dieses Gremiums durch regelmäßige Treffen, um Bürgergespräche auch auf Stadtteilebene zu etablieren. Ideengewinnung als wichtige Funktion des Stadtteil-AK, bei dem nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen thematisiert werden. (Meldung an Jochen Diefenthaler für erste kleine Projektgruppe „Augsburger Straße“).

Weiteres Vorgehen des Projektes Soziale Stadt Ost

  • 18. Juli: Lenkungsgruppe, öffentliche Vorstellung der Maßnahmenvorschläge und der Ergebnisse des Stadtteil-AK (Priorisierung).
  • Im Anschluss findet die Beteiligung der Träger der öffentlichen Belange statt.
  • Im Oktober Entscheidung im Stadtrat (öffentl. Sitzung).
  • Danach erneute Auftaktveranstaltung im Oktober/November 2017.
  • Parallel Entscheidung über und Einrichtung des Quartiersmanagements.
  • Nächstes Treffen Geschichtsarbeitskreis: 05.10.2017, um 18 Uhr, im Lindenbad/Memmingen, offen für alle Interessierte!

Fotos:
entstanden beim Stradtteil-AK am 12.07.2017, Bilder aus eigener Quelle.

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