Der Arbeitsmarkt im Juli 2017

2. August 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Stabile Arbeitslosenquote mit 2,5 Prozent – niedrigste Zahl an Arbeitslosen in einem Juli seit 2008 – Bessere Beschäftigungschancen für Ältere: Stabile Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu signalisiert die Arbeitslosenquote im Juli. Wie bereits im Juni lag sie bei 2,5 Prozent und stellt eine signifikante Verbesserung im Vergleich mit dem Vorjahresergebnis dar, das bei 2,9 Prozent lag.

Aktuell arbeitslos gemeldet:
9.271 Menschen waren bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet, 62 mehr als im Monat zuvor, jedoch weniger als in einem Juli seit 2008.

Stellenangebote:
Mehr als 7.300 Stellenangebote aus der Region standen im Juli für Vermittlungsaktivitäten insgesamt zur Verfügung. Arbeitgeber äußerten einen anhaltend hohen Bedarf an Arbeitskräften.

„Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch im Juli sehr aufnahmefähig. Das wird insbesondere im Vergleich zum Juli des Vorjahres deutlich. Zahllose Stellenangebote quer durch viele Branchen erhöhten die Beschäftigungschancen auch für Menschen, die sich in der Vergangenheit schwerer taten, eine neue Arbeitsstelle zu erhalten“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Die seit einigen Monaten anhaltende günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes verdeutlicht der mehrjährige Vergleich:

Neu arbeitslos gemeldete Menschen:
1.300 Kräfte meldeten sich im Juli nach einer Erwerbstätigkeit neu arbeitslos, 25 weniger als im Juli des vergangenen Jahres.

Auch 970 Frauen und Männer, die eine Ausbildung oder eine berufliche Qualifizierung absolviert hatten, meldeten sich neu bei den Vermittlern. Aufgrund der aktuellen beruflichen Kenntnisse und der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften ist bei vielen dieser Menschen davon auszugehen, dass sie nur für eine relativ kurze Übergangszeit arbeitslos bleiben werden.

Start in eine neue Beschäftigung:
1.170 Kräfte starteten im Juli gleichzeitig in eine neue Beschäftigung.

Arbeitsaufnahmen erfolgten in:

  • gewerblich-technischen Produktionsbetrieben,
  • der Hotellerie und Gastronomie,
  • im Reinigungsgewerbe,
  • im Verkauf und
  • im Gesundheitssektor.

Die Situation für Menschen Ü50

Menschen in Alter von 50 Jahren und mehr sind von Arbeitslosigkeit weiterhin stärker betroffen. Knapp 40 Prozent aller arbeitslosen Menschen zählen zu dieser Altersgruppe.

Aufgrund des guten Arbeitsmarktes im Allgäu ging jedoch auch in diesem Bereich die Arbeitslosigkeit innerhalb des letzten Jahres merklich zurück:

In der Altersgruppe 50+ waren aktuell knapp 400 Menschen weniger arbeitslos als im Juli des vergangenen Jahres. Allein innerhalb des letzten Monats war ein Rückgang um knapp 60 Personen zu verzeichnen.

Neben weiteren startete eine 59-jährige Frau neu in eine Tätigkeit als Bürokauffrau, ein 54-Jähriger nahm eine Beschäftigung als Fahrer auf und eine Frau im Alter von 57 Jahren erhielt einen Arbeitsvertrag als Mitarbeiterin in einem Produktionsbetrieb.

Eingliederungszuschuss

In einer ganzen Reihe von Fällen erhielten Betriebe zur Unterstützung der Einarbeitung einen Eingliederungszuschuss. Unternehmen können für die berufliche Eingliederung von Menschen, deren Vermittlung erschwert ist und die noch nicht über die erforderlichen beruflichen Kenntnisse verfügen, diese Förderung erhalten.

Dabei muss die Einarbeitung das betriebsübliche Maß übersteigen. Der allgemeine Eingliederungszuschuss kann bis zu 50 Prozent des Arbeitsentgelts und je nach Minderleistung bis zu zwölf Monaten gezahlt werden. Bei besonderen Einschränkungen sind in Einzelfällen auch höhere Förderleistungen möglich.

Beschäftigung älterer Arbeitskräfte im Jahresvergleich

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat die Beschäftigung Älterer im Allgäu gut zugelegt. Während im Dezember 2007 etwas mehr als 47.000 Frauen und Männer einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgingen, waren es Ende Dezember 2016 bereits fast doppelt so viel (knapp 80.000 Menschen).

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Agenturbezirk erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,5 Prozent ein Ergebnis, das um 0,4 Prozentpunkte günstiger war als der Vergleichswert des Vorjahres. Diese Entwicklung setzte sich in den einzelnen Wirtschaftsräumen des Agenturbezirks fort: In nahezu allen Regionen erreichte die Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma.

An der Spitze behauptete sich der Raum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von zwei Prozent, dicht gefolgt von Lindau mit einem Ergebnis von 2,1 Prozent.

Stark verbessert zeigte sich das Arbeitsmarktergebnis auch in den Regionen Memmingen, Marktoberdorf und Füssen mit einer Quote von jeweils 2,3 Prozent.

Gut aufgeholt hat der Raum Kaufbeuren. Während er im Juli 2016 eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent vorzuweisen hatte, lag der aktuelle Wert bei 3,2 Prozent.

Betriebe suchen weiter neue Mitarbeiter

Im Juli gaben Arbeitgeber erneut knapp 1.700 Stellen zur Besetzung herein.

Gesucht waren Mitarbeiter in den Bereichen:

  • rund um den Werkstoff Metall: gut 320 Stellenangebote für Tätigkeiten für Fachkräfte in der Metallbearbeitung kamen hinzu,
  • im Fahrzeugbau und in der Schweißtechnik,
  • im Bereich Kunststoffverarbeitung und
  • in der Elektrotechnik. Gefragt waren auch
  • Köche und Servicepersonal (200 zusätzliche Stellenangebote). Besonders in den Tourismusregionen entlang der Berge und am Bodensee läuft das Saisongeschäft auf Hochtouren.
  • Im Handwerk: Maurer, Maler, Trockenbauer sowie Bau- und Transportgeräteführer wurden gesucht.
  • Im Gesundheitswesen: medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten sowie Pflegefachkräfte wurden gesucht.

Daneben suchten Betriebe über die Zeitarbeit zahlreiche Kräfte für Tätigkeiten in unterschiedlichen Branchen.

Arbeitslosenversicherung und soziale Grundsicherung

Wenn man die Entwicklung bei arbeitslosen Menschen im Jahresvergleich betrachtet, ergibt sich sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung wie auch in der sozialen Grundsicherung (Hartz IV) ein kräftiger Rückgang.

Die Arbeitsagentur betreute aktuell 5.237 Kräfte, knapp 320 weniger als im Juli des vergangenen Jahres.

In der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter für 4.034 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Im Vergleich zum Juli 2016 bedeutete das einen starken Abbau um mehr als 860 arbeitslose Personen.

Der unterschiedlich starke Rückgang hat auch damit zu tun, dass seit diesem Jahr sogenannte Aufstocker nicht mehr von den Jobcentern, sondern von der Agentur für Arbeit betreut werden. Als Aufstocker werden Menschen geführt, die ihr Arbeitslosengeld I mit Hartz IV-Leistungen aufstocken.

Hier sei auch daran erinnert, dass im Bereich der sozialen Grundsicherung ein erheblicher Teil nicht arbeitslos ist, da diese Menschen Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich in einer Ausbildung befinden, insbesondere auch in einer sprachlichen Qualifizierung.

Der Ausbildungsmarkt auf der Zielgeraden

Bis zum traditionellen Ausbildungsbeginn Anfang September sind es nur noch wenige Wochen. Für junge Menschen, die noch eine Ausbildungsstelle suchen, sieht es gut aus, denn es gibt weiter zahlreiche offene Ausbildungsplätze.

Für manche Arbeitgeber hingegen gestaltet sich der anhaltende Überhang an unbesetzten Ausbildungsplätzen schwierig:

Etwas mehr als 5.900 Lehrstellen stellten Betriebe seit Beginn des Beratungsjahres zur Verfügung, ähnlich viele wie im vergangenen Jahr, 4.369 junge Menschen sprachen gleichzeitig seit Beginn des Beratungsjahres mit den Berufsberatern, weil sie sich für eine Ausbildungsstelle interessierten.

Auch wenn sich bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres noch das ein oder andere ändern kann, wird bereits jetzt deutlich, dass nicht jeder gemeldete Ausbildungsplatz am 1. September besetzt sein wird.

Zur Verfügung stehende Lehrstellen im Juli:
Derzeit haben Betriebe für 1.844 Ausbildungsplätze noch keine Nachwuchskraft gefunden.

Ausbildung Suchende:
Währenddessen haben 1.161 junge Menschen im Juli noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, der ihren Vorstellungen entsprach.

Ausblick

Auch im August ist nochmals mit einer vorübergehenden Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen, wenn zahlreiche schulische und betriebliche Ausbildungen enden und generell eine Reihe von Kräften entlassen wird. Wie die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, ist mit dem Ende der Sommerferien ein nochmaliger Rückgang der Arbeitslosigkeit zu erwarten.

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

Darstellung nach kommunalen Strukturen

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