Pechsträhne beim Grand Prix von Österreich für das IntactGP-Team

14. August 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Das Wochenende zum Großen Preis von Österreich war nicht von Glück gekrönt für das Dynavolt Intact GP-Team. Zuerst konnte Marcel Schrötter wegen seinem frisch operierten Kahnbein nicht fahren, dann fiel dessen Ersatzfahrer Danny Kent nach einem Sturz am Freitag mit Schleudertrauma aus und Sandro Cortese wurde bereits in der ersten Kurve im Rennen in eine Kollision verwickelt…

Das Dynavolt Intact GP-Team reiste von Tschechien direkt nach Österreich zum Red Bull Ring weiter, um das zweite Rennen in Folge auf Punktejagd zu gehen. Leider ohne Marcel Schrötter, der nur wenige Tage nach seiner Hand-OP auf das elfte Saisonrennen verzichten musste. Als Ersatzfahrer sprang der Brite Danny Kent ein.

Erst am Montag vor drei Tagen wurde Marcel Schrötter operiert und die Kahnbein-Fraktur seiner linken Hand mit einer Schraube fixiert. Nach reichlicher Überlegung hat sich die Dynavolt Intact GP-Mannschaft entschieden, den 24-Jährigen vom Start in Spielberg zurückzuziehen, um der Verletzung mehr Zeit zu geben, auszuheilen. Ein Risiko für Folgeschäden erscheint einfach zu groß. Da Marcel Schrötter somit auch dieses Rennen nicht fahren konnte, rutschte er nach zwei verpassten Rennen vom zehnten auf den 14. Gesamtrang.

Die Suter des Memminger Rennstalls sollte aber nicht ungenutzt in der Box herumstehen, als Ersatzfahrer konnte Danny Kent, Moto3-Weltmeister von 2015, gewonnen werden. Der 23-Jährige kennt die Suter bereits von den Wintertests und ist bis zum dritten Rennen dieses Jahres damit bei Kiefer Racing gestartet.

Turbulenter Start in Spielberg

Das Wochenende im österreichischen Spielberg ging jedoch turbulent los. Nur wenige Minuten, nachdem das erste Moto2-Training für den Österreich Grand Prix begonnen hatte, fing es ziemlich heftig an zu regnen. Dem nassen, rutschigen Asphalt fielen vor allem in der ersten Kurve gleich mehrere Fahrer hintereinander zum Opfer.

Einer der Leidtragenden war Ersatzfahrer von Dynavolt Intact GP-Pilot Marcel Schrötter, Danny Kent. Dicht hinter ihm stürzte Alex Marquez und riss den Briten mit zu Boden. Dabei zog sich Danny ein ziemlich schmerzhaftes Hämatom am Gesäßmuskel zu und tat sich an Hüfte und Nacken weh. Dennoch saß der 23-Jährige am Nachmittag wieder auf der Intact GP-Suter, um ein Gefühl für die 600er-Maschine aufzubauen.

Sandro Cortese ließ sich von all den Wetterkapriolen nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn auf seiner Seite der Box nicht alles wie geplant lief. Denn eigentlich sollte der 27-Jährige am sonnigen Nachmittag in der einzigen trockenen Session des Tages mit dem weichen Reifen fahren, allerdings war der Reifenwärmer defekt. Seine Crew musste auf den 3er-Reifen wechseln. Umso beachtlicher, dass er mit der harten Gummimischung nur eine halbe Sekunde hinter dem Tagesschnellsten Franco Morbidelli an neunter Position folgte.

Am Samstag stellte sich heraus, dass Danny Kent sich bei einem heftigen Sturz in Spielberg im FP1 am Freitagmorgen doch mehr weh getan als gedacht: Zu einem Hämatom im Gesäßmuskel wurde ein Schleudertrauma bestätigt. Dennoch probierte es der junge Brite im Qualifying, allerdings wurden die Kopfschmerzen immer schlimmer und er konnte kaum mehrere Runden am Stück fahren. Daher entschieden der 23-Jährige und die Dynavolt Intact GP-Mannschaft, lieber auf den Start am 25-Runden-langen Rennen am Sonntag zu verzichten.

Das Rennen: Sandrissimo wird bei Start-Karambolage angeschlagen

Alle Augen waren am Sonntag beim Rennen deshalb auf Sandro Cortese gerichtet, der sich am Samstag den zehnten Startplatz für das elfte Saisonrennen gesichert hatte.

Die Pechsträhne von Sandro Cortese scheint jedoch nicht abreißen zu wollen: Kurz nach Start wurde der Dynavolt Intact GP-Pilot in der ersten Kurve in eine Kollision verwickelt und schlug sich dabei heftig den rechten Knöchel an.

Der Moto2-Pilot kam perfekt aus der vierten Reihe ins Rennen und bog an der Außenseite in die erste Kurve des Red Bull Rings ein. Neben ihm jedoch stürzte innen Xavi Vierge und drückte dabei Fabio Quartararo aus der Kurve und der wiederum krachte in Sandros Seite. Der 27-Jährige bekam dabei einen heftigen Schlag am rechten Knöchel ab, was es ihm unmöglich machte, weiterzufahren.

Die Clinica Mobile ergab zum Glück, dass nichts gebrochen ist. Nach zwei Tagen Ruhe sollte alles wieder in Ordnung sein. Einem neuen Versuch, endlich ein paar Punkte gutzumachen und sich vom 18. Gesamtrang zu verbessern, steht damit in zwei Wochen in Silverstone / Großbritannien hoffentlich nichts im Wege.

Rennen
1. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX
2. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
3. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
:
– Sandro CORTESE / GER / SUTER

WUP
1. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX – 1’29.769
2. Thomas LUTHI / SWI / KALEX – 1’29.921 (+0.152)
3. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX – 1’29.982 (+0.213)
:
17. Sandro CORTESE / GER / SUTER – 1’30.816 (+1.047)

WM-Stand
1. MORBIDELLI Franco / ITA / 207
2. LUTHI Thomas / SWI / 181
3. MARQUEZ Alex / SPA / 153
4. OLIVEIRA Miguel / POR / 133
5. BAGNAIA Francesco / ITA / 100
6. PASINI Mattia / ITA / 84
7. NAKAGAMI Takaaki / JPN / 79
8. CORSI Simone / ITA / 68
9. AEGERTER Dominique / SWI / 57
10. MARINI Luca / ITA / 54
11. VIERGE Xavi / SPA / 51
12. SYAHRIN Hafizh / MAL / 50
13. NAVARRO Jorge / SPA / 47
14. SCHROTTER Marcel / GER / 44
15. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 39
16. BINDER Brad / RSA / 38
17. QUARTARARO Fabio / FRA / 32
18. CORTESE Sandro / GER / 18
19. SIMEON Xavier / BEL / 16
20. HERNANDEZ Yonny / COL / 16

Kommentare aus dem Team    

Sandro Cortese – DNF

„Mein Start war sehr gut und ich hatte auch schon in der Warm-Up Runde geschaut, wo ich ungefähr lang fahren kann. Beim Start habe ich dann bis in den dritten Gang beschleunigt, bin in die erste Kurve eingebogen, aber dann hat es einen harten Schlag von der Seite gegeben. Ich hatte solche Schmerzen, dass es für mich unmöglich war, weiter zu fahren. Es ist glücklicherweise am Fuß nichts gebrochen. Die Bänder sind gedehnt und jetzt müssen wir abwarten, wie es sich entwickelt.“

Jürgen Lingg, Teammanager

„Das war der traurige Abschluss von diesem Wochenende. Sandro hatte eigentlich einen sehr guten Sart, ist dann aber leider in die Massenkollision verwickelt worden und hat sich dabei ziemlich stark den Fuß geprellt. Es sieht so aus, als sei nichts gebrochen, aber wir lassen das nochmal röntgen. Die Hauptsache ist, das nichts Schlimmeres passiert ist. Den Test morgen wird er sicherlich nicht fahren können, da die Ärzte ihm zwei Tage absolute Ruhe verordnet haben.“

Fotos:
Bild 2: Danny Kent, Ersatzfahrer von Dynavolt Intact GP-Pilot Marcel Schrötter.
Bild 3: Sandro Cortese (11).

Fotoquelle: © IntactGP

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