Sechste Niederlage in sieben Spielen – Der FC Memmingen musste sich auch in Schweinfurt mit 1:3 (1:1) geschlagen geben

28. August 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

So spielt kein Absteiger. Das bekam der FC Memmingen auch nach der 1:3 (1:1) Niederlage am vergangenen Freitag beim FC Schweinfurt mit auf den Weg. Komplimente, die in der momentanen Situation allerdings wenig helfen. Die Regionalliga-Tabelle spricht derzeit eine eigene Sprache: Mit der sechsten Abfuhr in sieben Spielen sind die Memminger jetzt sogar neues Schlusslicht, weil der SV Seligenporten gegen Spitzenreiter TSV 1860 München ein 0:0 Unentschieden erreicht hat.

Schweinfurt (ass). Für FCM-Trainer Stefan Anderl war der couragierte Auftritt in Schweinfurt „das beste Spiel der Saison“. Furkan Kircicek erzielte den vorübergehenden Führungstreffer (33. Minute), zeigte seine bislang stärkste Leitung im FCM-Dress. Freilich einmal mehr am Ende ohne Lohn. Warum? „Es gibt Dinge die erklärbar sind, andere eben nicht“, analysiert Anderl. Erklärbar, weil beispielsweise dem jungen Fabian Lutz beim Stand von 1:1 die Kaltschnäuzigkeit fehlte, Torhüter Alexander Eiban zu überwinden (52.). In einer ähnlichen Szene auf der Gegenseite fiel Nikola Jelisic der Ball vor die Füße und der ausgebuffte Profi erzielte daraus die Schweinfurter 2:1 Führung (76.) – Die individuelle Qualität macht offenbar den Unterschied.

Unerklärlich ist für Anderl, dass aus der Masse der sich durchaus bietenden Chancen nicht mehr Memminger Treffer fallen. Ein Widerspruch in der Wahrscheinlichkeitsrechnung für den Lehrer in Mathematik und Sport an der Lauinger Berufsschule. „Das habe ich in dieser Geballtheit noch nicht erlebt“, sieht der Coach fehlendes Schussglück nicht erst seit Freitagabend. Kurz nach Wiederanpfiff klatschte Tim Buchmann den Ball an den Pfosten, ein Versuch von Renè Schröder sprang vom Innenpfosten wieder heraus. Und auch beim Schlagabtausch in der hektischen Schlussphase, begleitet von Blitzen und Platzregen, fiel dann nicht der mögliche 2:2-Ausgleich, sondern das 3:1 durch Markus Willsch (89.).

Die Misserfolgsserie drückt naturgemäß auf die Stimmungslage beim Vorjahresfünften, für den es heuer ums sportliche Überleben in Bayerns Fußball-Oberhaus geht. Frust ja, Resignation nein. Ob die Moral in der Truppe noch stimmt? Anderl sagt dazu: „Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn man das Spiel von uns in Schweinfurt gesehen hat“. Und so stand er mit seinen Jungs am Sonntagvormittag wieder auf dem Trainingsplatz, um weiterzuarbeiten.

Die Anzahl der Spieler war überschaubar. Die Luft wird auch personell immer dünner. Fabian Krogler musste in Schweinfurt nach 55 Minuten nach einem Zusammenprall raus. Die genau Diagnose steht noch aus, hinter dem Bluterguss im Bauchmuskelbereich könnte noch eine geprellte oder gebrochene Rippe stecken. Am schmerzverzerrten Gesicht von Krogler war jedenfalls auf der Heimfahrt abzulesen, dass der nächste Ausfall droht. Anderl konnte vor 1.416 Zuschauern im Willi-Sachs-Stadion keinen nominellen Stürmer mehr einwechseln, weil auch Achim Speiser (Knie/voraussichtlich drei Wochen Pause) verletzt ist und Simon Ollert sich krankgemeldet hatte.

Anders die Gegenseite: Schweinfurts Trainer Gerd Klaus war mit seinen Umstellungen und dem Gezeigten seiner Farben in der ersten Hälfte gänzlich unzufrieden und nahm in der Pause einen Dreifachwechsel vor. Die Ersatzmänner waren alles Leute mit Erfahrung (zusammen über 320 Regionalliga-Spiele), auf der Memminger Bank saßen die Jungs mit einem 20iger-Altersdurchschnitt.

Auf der Suche nach Verstärkung wurde in den vergangenen Wochen ein gutes Dutzend Spieler im Probetraining getestet, der gesuchte Angreifer war nicht darunter. Weil es auch an Erfahrung im Mittelfeld fehlt, ist Amar Cekic wieder ein Thema. Er entschied sich im Sommer für den spanischen Klub CA Osasuna, hat sich das dort anders vorgestellt und wäre eine Memminger Option, wenn die Wechselformalitäten mit dem Ausland bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August erledigt werden können.

Das Abbruch-Spiel gegen den FC Unterföhring wird neu angesetzt – Verwirrung um Gelbe Karten

Das wegen eines Unwetters abgebrochene Regionalliga-Heimspiel des FC Memmingen gegen den FC Unterföhring wird am 27. September um 19 Uhr nachgeholt. Das Sportgericht hat erwartungsgemäß entschieden, dass die Partie neu angesetzt wird.

Nach einer Spielunterbrechung nach einer halben Stunde und Fortsetzung nach 50 Minuten hatte Schiedsrichter Roman Potemkin das Spiel in der offiziellen Halbzeitpause schließlich ganz abgebrochen.

Noch nicht abschließend geklärt ist, wie die Eintrittsregelung beim Wiederholungsspiel für die Besucher des ersten Versuchs sein wird. Die 552 Zuschauer wurden aufgerufen, ihre Eintrittskarten aufzubewahren. Der FCM will zeitnah darüber informieren.

Was offenbar feststeht: Die verhängten Gelben Karten (jeweils zwei auf beiden Seiten) zählen trotzdem, obwohl das Abbruchspiel als nicht ausgetragen gilt. Dies ist eine klare Benachteiligung für beide Vereine, weil Regionalliga-Spieler nach der fünften Verwarnung für eine Begegnung gesperrt sind. Für den Memminger Branko Nikolic ist beispielsweise sein Strafkonto deshalb schon auf vier Gelbe Karten angewachsen.

Aufstellung FC Schweinfurt 05: Eiban – Messingschlager, Strohmaier, Janz (46. Krautschneider), Weiß – Schlicht (46. Kracun), Wolf – Fritscher (46. Jelisic), Fery, Willsch – Jabiri. – Trainer: Klaus.

Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Zweckbronner, Anzenhofer, Schröder, Buchmann (84. Boyer) – Kircicek, Rietzler (84. Maier), Nikolic, Lutz – Krogler (55. Schad), Salemovic. – Trainer: Anderl.

Tore: 0:1 (33.) Kircicek, 1:1 (37.) Jabiri (Foulelfmeter), 2:1 (76.) Jelisic, 3:1 (89.) Willsch. – Schiedsrichter: Berg (Landshut). – Gelbe Karten: Schlicht, Willsch, Kracun, Jelisic, Strohmaier / Nikolic. – Zuschauer: 1.416. – Aktueller Tabellenplatz: 19. (vorher 18.)

Fotos: Archivbilder, Fotocredit: (C) Olaf Schulze.

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