Silverstone: Wieder kein Glück für Cortese, Top-Vorstellung von Ersatzfahrer Dixon

28. August 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Ein mühsames England-Wochenende für Sandro Cortese zeigte auch im Rennen keine Gnade. Der Dynavolt Intact GP-Fahrer stürzte vier Runden vor Schluss und blieb zum dritten Mal in Folge ohne Punkte. Lokalmatador Jake Dixon demonstrierte auf Platz 25 im sonnigen Silverstone erneut seine steile Entwicklung bei seinem Moto2-Gastauftritt als Ersatzfahrer von Intact GP-Pilot Marcel Schrötter.

Seit der Sommerpause ist bei Sandro Cortese der Wurm drin. Nach zwei Nullern in Brünn und in Spielberg, musste er nun auch Silverstone nach einem Sturz im Rennen punktelos verlassen.

Doch im Gegensatz zu den beiden Rennen zuvor, wo der 27-Jährige nur im Rennen Pech hatte, aber in den Trainings gut dabei war, lief es für ihn in England von Anfang an nicht rund. Er konnte für seine 600ccm-Maschine und den welligen Kurs kein optimales Gefühl entwickeln, sodass er sogar im Rennen an den Positionen 19 bis 20 am Limit kämpfen musste.

In der zweiten Hälfte des 18-Runden-Krimis fuhr er schließlich ähnliche Zeiten wie in den Top-Ten, doch zu guter Letzt klappte ihm kurz vor Schluss in Kurve 16 das Vorderrad ein und das Rennen war gelaufen.

In der WM behielt der Berkheimer Platz 18, während Teamkollege Marcel Schrötter nach mittlerweile drei verpassten Rennen auf Rang 15 rutschte. Das Team und er hoffen nun, dass er beim nächsten Grand Prix in Misano / Italien vom 8. bis 10. September wieder auf seiner Suter sitzen wird.

Marcels Ersatzfahrer, Jake Dixon, nutzte seine einmalige Chance, das MotoGP-Paddock von seinem Talent zu überzeugen. In nur drei Tagen steigerte er sich stetig und holte auch im Rennen weiter auf.

Mit einer 2’09.089 fuhr er sogar seine schnellste Zeit des Wochenendes. Im spannenden Zweikampf mit Augusto Fernandez ging er schließlich als Gewinner hervor. Platz 25 beim Moto2-WM-Debüt war eine hervorragende Leistung des erfolgreichen Fahrers der Britischen Superbike Meisterschaft, mit der er in zwei Wochen bereits auf den Silverstone Ciruit zurückkehren wird.

Rennen
1. Takaaki NAKAGAMI / JPN / KALEX
2. Mattia PASINI / ITA / KALEX
3. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX
:
25. Jake DIXON / GBR / SUTER
– Sandro CORTESE / GER / SUTER

WUP
1. Takaaki NAKAGAMI / JPN / KALEX – 2’07.035
2. Miguel OLIVEIRA / POR / KTM – 2’07.332 (+0.297)
3. Franco MORBIDELLI / ITA / KALEX – 2’07.488 (+0.453)
:
20. Sandro CORTESE / GER / SUTER – 2’08.740 (+1.705)
25. Jake DIXON / GBR / SUTER – 2’09.153 (+2.118)

CHAMPIONSHIP
1. MORBIDELLI Franco / ITA / 223
2. LUTHI Thomas / SWI / 194
3. MARQUEZ Alex / SPA / 155
4. OLIVEIRA Miguel / POR / 141
5. BAGNAIA Francesco / ITA / 111
6. PASINI Mattia / ITA / 104
7. NAKAGAMI Takaaki / JPN / 104
8. CORSI Simone / ITA / 78
9. AEGERTER Dominique / SWI / 63
10. MARINI Luca / ITA / 59
11. VIERGE Xavi / SPA / 55
12. NAVARRO Jorge / SPA / 50
13. SYAHRIN Hafizh / MAL / 50
14. BINDER Brad / RSA / 45
15. SCHROTTER Marcel / GER / 44
16. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 39
17. QUARTARARO Fabio / FRA / 32
18. CORTESE Sandro / GER / 18
19. PONS Axel / SPA 17
20. SIMEON Xavier BEL 16

Kommentare aus dem Team

Sandro Cortese – DNF

„Das Wochenende ist zum Vergessen. Ich musste extrem pushen, um zum Schluss die Rundenzeiten zu fahren. Ich war die ganze Zeit am Limit und fühlte mich einfach nicht wohl auf dem Motorrad. Tatsache ist, dass ich, egal was ich mache, nicht wirklich vorankomme. Dadurch fehlt dann die Lockerheit natürlich. Ich kann nicht entspannt fahren, da das Gefühl bei mir nicht ankommt. Dann passieren solche Stürze, bei denen ich nicht weiß, warum. Und auf einer Position, wo ich mich normalerweise nicht befinde. Es ist eine schwierige Situation.“

Jake Dixon – P25

„Klar will man als Rennfahrer immer mehr. In den ersten Runden habe ich ein paar Sekunden zur Gruppe vor mit verloren. Aber dann konnte ich mich wieder herankämpfen und innerhalb der Gruppe aufholen. Ich konnte mich steigern, aber dann kam ich an einen Punkt, wo ich ans Limit geriet und es nicht mehr schneller ging.

Es war dennoch eine tolle Erfahrung. Vom Superbike zu 600ccm zurückzukehren, war nicht einfach. Aber mit mehr Zeit denke ich, dass ich in dieser Klasse deutlich weiter vor sein kann. Momentan war ich nicht in der Lage, das Beste aus dem Bike zu holen. Aber wie gesagt, mit der nötigen Zeit, um sich an die Reifen, das Chassis, und alles andere zu gewöhnen, wären wir definitiv viel besser.

Das Team war fantastisch und Jürgen (Lingg – Teammanager) war absolut toll mit mir. Auch ein Dankeschön an Patrick (Mellauner – Crew Chief), Tomy (Wegscheider – Mechaniker) und Felix (Kertzscher – Mechaniker). Es war ein unglaubliches Wochenende und hoffentlich kommen wir eines Tages wieder zusammen und können gemeinsam erfolgreich sein.“

Jürgen Lingg, Teammanager

„Wir haben bei Sandros Bike noch eine Änderung vorgenommen, was sich für ihn besser anfühlte. Er brauchte aber eine Weile, bis er sich daran gewöhnt hatte und bis seine Zeiten akzeptabel waren. Doch ist er leider gestürzt. Das war sehr schade.

Jake hat eine super Leistung abgeliefert. Wir sind ehrlich beeindruckt und es macht richtig Spaß mit ihm. Er hat sich wieder gesteigert im Rennen und hatte einen tollen Zweikampf mit Fernandez. Ich bin mir sicher, dass er einfach eine gewisse Zeit braucht und dann richtig vorankäme. Er ist noch nie ein Moto2-Bike gefahren, niemals mit diesen Reifen und das macht es so schwer. Jake hat sich Sitzung für Sitzung verbessert, seine Kommentare waren sehr klar. Meiner Meinung nach sollte er eine Chance in diesem Fahrerlager bekommen. Ich bin zuversichtlich, dass er es viel besser machen kann.“

Fotos: © IntactGP.

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