Begeistertes Publikum würdigt die Jungmusiker des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes

29. August 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Als Dirigentin Andrea Böttinger den Dirigentenstab sinken lässt und sich gemeinsam mit den 72 Jungmusikern des Bezirk 6 – Memmingen des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes verneigt, wollen die Besucher in der prall gefüllten Festhalle Wolfertschwenden die talentierten Musiker noch lange nicht gehen lassen.

Auch nach der zweiten Zugabe fiel der Abschied schwer und gerne hätten die zahlreichen Gäste und Ehrengäste noch mehr ausdrucksvoll gespielte Melodien gehört von den 72 motivierten Musikern aus 23 verschiedenen Kapellen dieses Bezirkes.

Vier Tage lang hatten 45 junge Frauen und 27 junge Männer mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren unter der Leitung von der gebürtigen Memmingerin Andrea Böttinger ein anspruchsvolles Programm auf ihren Blasinstrumenten einstudiert und teilten ihre Musik mit ihren Zuhörern bei einem Abschlusskonzert auf ausgesprochen hohem Niveau.

Los ging es mit einem fröhlichen „The Singapore Flyer“, in dem der Komponist Satoshi Yagisawa das zu dem Zeitpunkt größte Riesenrad der Welt im Stadtstaat Singapore und die Freude der Menschen daran musikalisch umsetzte.

Weiter in Asien verweilend interpretierten die jungen Musiker im zweiten Stück aus dem Musical „Haiku #6 – The 4th Year“ von Stephen Melillo, der damit eine japanische Gedichtform auf die Musik übertragen hat, erklärt uns Benny Wenzel.

Benny Wenzel der Westerheimer Musikanten führte die zahlreichen Gäste und Ehrengäste unterhaltsam durch das Programm, unter denen auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke verweilte, neben Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber, Marlene Preißinger in Stellvertretung für Landrat Hans-Joachim Weirather und vor allem für die JUBO-Konzerte von großer Bedeutung der Bezirks-Ehrenpräsident Richard Maul, der die JUBO-Konzerte erst ins Leben gerufen hat.

Wie ich später von Manfred Förg, stv. Bezirksjugendleiter erfahre, dienen die Jugendbezirksorchesterkonzerte vor allem der Fortbildung von jungen Musikern, um sich aus den örtlichen Musikkapellen heraus unter Profi-Dirigenten weiterzuentwickeln und neue Erfahrungen sammeln zu können.

Auch beschäftigen sich die motivierten Jungmusiker einmal mit ganz anderer Musikliteratur und das Netzwerken mit anderen Musikvereinen stößt bei den jungen Musikern insgesamt auf eine sehr positive Resonanz.

Im dritten Stück, „Alcatraz“ entführte uns die Musik von Fritz Neuböck auf die gleichnamige US-amerikanische Insel, die nicht immer ein Hochsicherheitsgefängnis war: die Flöten spiegeln in diesem Stück die Vögel wieder, die die Insel bevölkerten, als sie ein spanischer Forscher entdeckte. Später mussten sie einem Fort weichen und einem Hochsicherheitsgefängnis, das sich in einem dramatischeren Teil in diesem Stück ausdrückt. Und sogar von der Besetzung von Indianern der Insel nach der Schließung des Gefängnisses erzählte das Stück mit indianischen Klängen.

Das vierte Stück brachte uns mit der „Huckleberry Finn Suite“ (Franco Cesarini) ins Amerika des 19. Jahrhunderts mit den Abenteuern von Tom Sawyer und Huckleberry Finn.

Insgesamt waren die jungen Musiker, dessen jüngster Vertreter der erst 11-jährige Laurin Czech aus Woringen am Schlagwerk war, allesamt von der Dirigentin, wie auch von Ihrer Musikwahl begeistert.

Andrea Böttinger war nach 12 Jahren hier wieder einmal eine Dirigentin aus der Region: In Memmingen aufgewachsen lernte sie Klarinette und Saxophon. Später schloss sie ihre Studien mit dem Hauptfach Saxophon in Würzburg und Nürnberg erfolgreich als Diplommusikerin und Diplommusiklehrerin ab. Nebenbei startete sie eine Ausbildung zur Dirigentin, welche sie anschließend an der Königlichen Musikhochschule in Den Haag bei Alex Schillings fortfuhr, an der sie schließlich auch ihr Studium mit dem Bachelor of Music in Blasorchesterdirektion beendete.

Nachdem ein Konzert von Andrea Böttinger nicht ohne einen „Paso Doble“ (Spanischer Tanz) denkbar ist, wie uns Benny erklärte, schenkte sie den Zuhörern zusammen mit den ambitionierten Blasmusikern mit dem fünften Stück eben dies mit „Tercio de Quites“ von Rafael Talens.

Den Abschluss dieses stimmungsvollen Konzertes mit sehr schönen Melodien für Musiker wie auch die Ohren des Publikums bildete „Windows of the World“ von Peter Graham.

Als einen „Spaziergang für die Seele“ bezeichnete ASM-Vizepräsidentin Centa Theobald treffend das Konzert in ihrem Grußwort zu Beginn des Abends. Dass das die Zuhörer ebenso empfanden, zeigte ihr unüberhörbarer Ruf nach einer Zugabe.

Den Wunsch erfüllte Andrea Böttinger mit einem Marsch, nämlich „Abel Tasman“ von Alexander Pfluger, doch nachdem die Zuhörer nochmals nach einer Zugabe verlangten, spielten sie das ausdrucksstarke „Windows oft he World“ unter großem Applaus noch ein zweites Mal.

Beachtlich genug, dass die Musiker aus 23 verschiedenen Vereinen in einer reinen Probezeit von zweieinhalb Tagen plus Generalprobe es überhaupt geschafft haben, dieses anspruchsvolle Programm auf diesem Niveau einzustudieren, um so beachtlicher ist es, das Einstudierte so ausdrucksvoll wiederzugeben.

Dafür, es ermöglicht zu haben dankte der stellvertretende Bezirksleiter Markus Weiss den Sponsoren, dem 1. Bürgermeister von Wolfertschwenden Karl Fleschhut für das Bereitstellen der Festhalle, der Bezirksjugendleiterin Michaela Holzhauser, sowie den acht Dozenten, die den instrumentalen Feinschliff verliehen:

Klarinette: Stefan Reggel, Flöte: Karin Büchler, Saxophon: Julian Wolf, Trompete: Robert Hartmann, Hora: Carina Wachter, Tenorhorn: Bernd Geser, Tuba & Posaune: Florian Hatzelmann und Schlagwerk: Stefan Braun.

Mehr Infos über den Allgäu-Schwäbischen Musikbund auf www.asm-online.de,

über den ASM Bezirk 6 – Memmingen auf www.asm-bezirk6.de.

Fotos: aus eigener Quelle.

Mehr Fotos vom Event auf unserer Facebookseite.

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