Klimaschutz: Wie Biogasanlagen effizienter werden können

31. August 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Bei der Energiewende spielen Biogasanlagen eine wichtige Rolle. Deren Beitrag weiter auszubauen ist einer der Schwerpunkte des Projekts „Energiewende Unterallgäu Nordwest“, ein deutschlandweit einzigartiger Feldversuch. In einem Teil des Unterallgäus wird modellhaft der Weg zu einer beschleunigten Energiewende im ländlichen Raum aufgezeigt, finanziell gefördert von der Bundesregierung und unterstützt vom Landkreis Unterallgäu.

Modellregion Unterallgäu Nordwest: renergie Allgäu bietet Beratungen für Landwirte an, um Biogasanlagen effizienter zu gestalten

Den Beitrag von Biogasanlagen an der Energiewende weiter auszubauen ist einer der Schwerpunkte des Projekts „Energiewende Unterallgäu Nordwest“, ein deutschlandweit einzigartiger Feldversuch. In einem Teil des Unterallgäus wird modellhaft der Weg zu einer beschleunigten Energiewende im ländlichen Raum aufgezeigt, finanziell gefördert von der Bundesregierung und unterstützt vom Landkreis Unterallgäu.

Koordiniert wird das Projekt vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!). Als neuer Projektpartner konnte nun für den Bereich Biogas der Verein renergie Allgäu gewonnen werden. Unter anderem wird der politisch und wirtschaftlich unabhängige Verein eine Beratungskampagne für Landwirte durchführen.

Zur Modellregion Unterallgäu Nordwest gehören die Verwaltungsgemeinschaften Babenhausen, Boos, Memmingerberg, Erkheim, Pfaffenhausen und Kirchheim. Hier gibt es derzeit 57 Biogasanlagen. Die meisten Betreiber sind bereits Mitglieder bei renergie Allgäu. „Biogas ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Energiemix der Zukunft“, betont eza-Geschäftsführer Martin Sambale.

Speicherbare Energiequelle

Einer der großen Vorteile von Biogas: Es handelt sich um eine steuer- und speicherbare Energiequelle. „Biogasanlagen können bedarfsgerecht Strom und Wärme erzeugen“, erklärt Sambale. Das ist gerade im Winter wichtig, wenn die Sonne für die Solarstromerzeugung nicht so lange scheint, wenig Wind weht und der Wärmebedarf am größten ist.

Landrat Hans-Joachim Weirather sieht beim Thema Biogas noch Entwicklungspotenziale. „Unsere Ziele lauten: Die Abwärme bestehender Anlagen zu nutzen, die Strom- und Wärmeerzeugung der Biogasanlagen im Projektgebiet zu flexibilisieren und zu steuern, um sie dem Strombedarf anzupassen.“

Mit renergie Allgäu sei dafür ein kompetenter Partner gewonnen worden, so der Landrat. „Wir wollen die Anlagenbetreiber zu Modernisierungsmaßnahmen und den Einsatz neuer effizienterer Technologien motivieren“, erläutert Richard Mair, Vorsitzender von renergie Allgäu.

Potentiale herausarbeiten

In einem ersten Schritt geht es darum, sämtliche Daten der bestehenden Anlagen in der Modellregion zu sammeln. Der Landkreis hat dazu bereits im Jahr 2015 eine Potenzial- und Machbarkeitsstudie zur Effizienzsteigerung vorhandener Biogasanlagen im Unterallgäu durchführen lassen. Diese Daten werden jetzt aktualisiert und ergänzt.

Darüber hinaus hat renergie Allgäu den Auftrag, darzustellen, wie – bezogen auf die Modellregion – kleine und große landwirtschaftliche Biogasanlagen für den künftigen Betrieb optimiert werden können.

Auf der Basis der Ergebnisse sollen anschließend möglichst viele Projekte umgesetzt werden – unter anderem durch eine intensive Beratung der Landwirte, insbesondere bei Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, besseren Wärmenutzung und Flexibilisierung der Stromerzeugung.

Informationsquellen

Informieren können sich Landwirte auch bei der Biogas Fachtagung am 22. November im Gasthof Laupheimer in Günz, Beginn 9 Uhr.

Oder im Internet unter www.energiewende-unterallgaeu.de.

Fotos:
Fotoquelle: Pixabay

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