Drehort Memmingen

7. September 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

In den letzten drei Tagen war Memmingen wieder Drehort für einen Fernsehfilm: Für die neue TV-Reihe „Daheim in den Bergen“ (AT) wurde am Marktplatz und einigen weiteren Orten der Stadt eifrig gedreht. Zwei 90-Minüter werden voraussichtlich bis 26. Oktober im Allgäu, Memmingen, Kempten und Umgebung gedreht. „Schuld und Vergebung“ wird ein Film heißen, „Liebesreigen“ ein zweiter, die im kommenden Jahr beim ARD gesendet werden.

„Endlich Freitag im Ersten“: Drehstart hieß es für die neue TV-Reihe „Daheim in den Bergen“ (AT) mit Walter Sittler, Theresa Scholze, Catherine Bode, Max Herbrechter, Thomas Unger, Matthi Faust und vielen weiteren Schauspielern, einige davon konnten wir an Tag 2 der Dreharbeiten mitverfolgen.

Der malerische Memminger Marktplatz, die Zangmeisterpassage, der Theaterplatz, der charakteristische Stadtbachlauf, der Käseladen am Schrannenplatz und die traditionsreiche Einhorn Apotheke in Memmingen dienten an drei Drehtagen als Kulisse für die neue TV-Reihe.

Es ist Tag 2 und wir befinden uns auf dem Wochenmarkt am Marktplatz. Wo an normalen Markttagen die Menschen gemütlich das schönste Obst und Gemüse aussuchen, herrscht heute emsiges Treiben: Eine Vielzahl an Film- und Tontechnikern samt noch mehr Assistenten ist auf dem Set unterwegs, Kamerakräne und lange Mikrofonstangen ragen in den Himmel, technisches Equipment steht an jeder Ecke und zu hören sind Rufe wie „Daniel, gibst Du mir mal ´ne Schärfe bitte“, oder „Wir brauchen den Ton hier!“.

Denn bevor es heißt „Ton ab“ – „Läuft“, und „Klappe“, werden hier Welten bewegt: Die Kameramänner bereiten ihr technisches Equipment vor, überall laufen Kabel entlang, die „Ziegen-Marie“, gespielt von Catherine Bode spricht sich mit Regisseurin Karola Hattop ab, während die Make-up-Artistin sie kontrolliert und ihr Handkarren mit Obstkörben vorbereitet wird. Georg Leitner, gespielt von Thomas Unger, trägt seine Gemüsekiste in Position und Aufnahmeleiter Andreas Mühlbeier sieht sich prüfend um.

Dann geht es los: „Georg“ läuft mit seiner Gemüsekiste los und „Ziegen-Marie“ Maria Huber mit ihrem Handkarren setzt sich in Bewegung, um ihm hinterherzurennen, denn sie möchte den Streit zwischen ihren beiden verfeindeten Bergbauern-Familien schlichten.

„Stop!“ tönt es da vom Aufnahmeleiter, und die Szene wird mehrfach wiederholt. Mittlerweile füllt sich der Marktplatz immer mehr mit Kunden des Wochenmarktes und das Filmset ist hochkonzentriert, denn die Szenen werden während des normalen Marktbetriebes gedreht und da gilt es, auf jedes Detail zu achten.

„Wir wollen schließlich nicht das Geschäft der Händler beeinträchtigen“, erklärt mir Komparsenbetreuerin Laura Lüppen, an die ich mich wenden sollte für den Besuch beim Set. Dass das gar nicht so einfach ist, zeigt sich auch bei der Arbeit des Kameramannes, der der „Ziegen-Marie“ durch die Stände hindurch folgen muss, während die Kunden wie gewohnt einkaufen. Doch „es soll einfach auch authentisch herüberkommen“, erklärt mir Laura Lüppert weiter.

Auf meine Frage, wie es dazu kam, Memmingen als Drehort zu wählen, geht Frau Lüppen tiefer in die Handlung des Filmes hinein: Tochter Lisa Huber, gespielt von Theresa Scholze, kommt als Anwältin aus München zurück, um ein Unrecht zu korrigieren. Vor Gericht will sie die Weiden zurückholen, die ihrer Familie damals von den Leitners aus Rache abgenommen wurden.

Als Drehort für die neue Kanzlei der jungen Anwältin war schnell klar, dass sich dieser an einem größeren Ort befinden musste. Dazu kam, dass der gleiche Ort auch geeignete Drehorte für weitere Szenen bieten sollte und der Memminger Marktplatz sei in seiner malerischen Schönheit sehr bestechend gewesen, der Markt selbst auch bestückt mit Ständen aus dem ganzen Allgäu und dazu gesellten sich einige weitere geeignete Drehorte wie der Stadtbachlauf, die Einhornapotheke, der Käseladen am geschichtsträchtigen Schrannenplatz und weitere.

„Gefunden“ wurde Memmingen letztlich von ihrem Filmarchitekten und gebürtigen Memminger Harald Turzer, der eine schöne Kulisse, einen schönen Wochenmarkt, ein passendes, leerstehendes Ladenlokal und weitere Lokalitäten finden sollte und Memmingen dafür auserkor.

Während das gesamte Set dann auf die andere Seite des Marktplatzes umzieht und die sympathische Regisseurin ihren Regiestuhl kurzerhand selbst über den Marktplatz jongliert, wird dort schnell eine Schiene für den Kameramann aufgebaut, auf der sich sein Sitz mitsamt ihm und seiner Kamera entlang der Szene bewegen kann. Unterdessen kommen Sonnenstrahlen durch und große Schirme werden fluchs herbeigetragen. Ein Tontechniker erklärt mir einige Möglichkeiten der modernen Tontechnik und weiter geht es in der Handlung: Die „Ziegen-Marie“ bekniet Georg, den Zufahrtsweg zur Huberalm weiter benützen zu dürfen, während er abweisend seine Kisten ins Auto packt…

Die neue TV-Reihe „Daheim in den Bergen“ (AT) erzählt vom jahrelangen Zwist der beiden Bergbauern-Familien Huber und Leitner und der bunten Gästeschar auf ihren beiden Ferienhöfen: Einst waren die beiden Familien Huber und Leitner eng miteinander verbunden. Doch seit dem tödlichen Unfall des jüngsten Leitner-Sohnes, den tragischer Weise das Oberhaupt der Huber-Familie, Lorenz Huber, verursacht hat, sind die beiden Bergbauer-Clans tief verfeindet…

Die Huber-Familie wird von Max Herbrechter, Theresa Scholze und Catherine Bode verkörpert. Die Leitners spielen Walter Sittler, Thomas Unger und Matthi Faust.

„Daheim in den Bergen“ (AT) ist eine Produktion der Westside Filmproduktion im Auftrag der ARD Degeto für Das Erste. Regie führt Karola Hattop, die Drehbücher schrieb Brigitte Müller, die Redaktion liegt bei Barbara Süßmann (ARD Degeto).

Zwei 90-Minüter werden voraussichtlich bis 26. Oktober im Allgäu, Memmingen, Kempten und Umgebung gedreht. Die Sendetermine bei ARD dürfen die Zuschauer im nächsten Jahr erwarten.

Man darf also gespannt sein und auch ein wenig stolz auf unsere schöne Stadt, die bereits mehrfach als Kulisse für Filme diente.

Fotos:
Bild 1 (und Titelbiled): Drehort Memmingen für „Daheim in den Bergen“
Bild 2 & 5: Catherine Bode als „Ziegen-Marie“ (Maria Huber) und Thomas Unger als Georg Leitner.
Bild 3: Ein Ausschnitt aus dem Film-Set, im Zentrum des Bildes Regisseurin Karola Hattop.
Bild 4: Das Kamerateam.

Fotos: aus eigener Quelle.

Mehr spannende Bilder von den Dreharbeiten in Memmingen für „Daheim in den Bergen“ auf unserer Facebookseite.

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