Die „Gartenackerdemie“ der Kolping Akademie in Memmingen

13. September 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Es wächst und gedeiht in der „Gartenackerdemie“ der Kolping Akademie in Memmingen. Seit Frühlingsbeginn 2017, verrichteten Jugendliche der BvB-Maßnahme „Landwirtschaft-Umwelt-Garten“, einem Projekt der Berufsvorbereitung, gefördert von der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, gemeinsam mit der Aktivierungshilfe der Kolping Akademie in Memmingen, mehrmals wöchentlich schwere Gartenarbeit.

Freiwillig und stets guter Laune wollten sie aus einem Unkrautdschungel einen Akademiegarten machen.

Unmengen von Unkraut und tiefsitzenden Wurzeln mussten beseitigt und viele Schubkarren Erde bewegt werden. Unter der fachkundigen und motivierenden Anleitung von Susanne Irion (Maßnahmenverantwortliche) konnten schließlich etliche Pflänzchen gesetzt und Samen ausgesät werden. Diese mussten nun fleißig gewässert und beständig von Unkraut befreit werden. Die Gemüsegartenanlage bekam zudem selbst erstellte Hochbeete sowie ein Tomatenhaus.

Es wurde gebohrt, gehämmert, gegraben und gepflanzt. Über die Saison hinweg pflegten die Jugendlichen ihren Akademiegarten selbstständig, übernahmen Verantwortung im Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen.

Seit dem Frühsommer blüht und grünt es, dass es eine wahre Freude ist! Kopfsalat, Mangold, Tomaten, Kräuter, Bohnen, Rucola, Radieschen, Kartoffeln und die ersten Sonnenblumen sind sichtbare Erfolgsergebnisse intensiver und sorgsamer Gartenarbeit. Die Gäste im Restaurant der Kolping Akademie im Don-Bosco-Weg, konnten sich bereits vom hervorragenden Geschmack und der guten Qualität des Eigenanbaugemüses überzeugen.

Der Kompost wird von der Küche genutzt, neuer Boden entsteht und damit ein Kreislauf. Die Jugendlichen blicken mit Stolz auf ihre Arbeit zurück. Und Fragen wie „Woher kommt der Samen?“, „Was benötigt eine Pflanze, um zu wachsen?“, „Wie entsteht Erde?“ können von ihnen nun beantwortet werden.

Weitere Aktionen der Landschaftsgärtner waren der Besuch im Bauernhofmuseum Illerbeuren zur Thematik „Torfwirtschaft, wie entstehen die unterschiedlichen Böden?“

Umfassende Informationen zur Herkunft und Verarbeitung von Milchprodukten für den Endverbraucher erhielten die Teilnehmer im Biobauernhof „Lerf“ in Ottobeuren, der Produkte aus eigner Herstellung für die Marke „Von Hier“ liefert. Vom guten Geschmack der Naturprodukte, Fruchtjoghurt und Milch konnten sich die Jugendlichen in einer Verkostung überzeugen.

Zum Thema Umwelt erarbeiteten die Schüler Rollenspiele zur Vertiefung des Erlernten im Projekt „Zu gut für die Tonne“. Umfangreiches Schulungsmaterial ergänzte die Projektaktionen, wie z.B. die Wasserprobenentnahme am Stausee in Kardorf.

Im Bereich Gartengestaltung wurden Flechtzäune aus Weide erstellt, als Dekoration und Rankgitter für die Bohnen der „Gemüseackerdemie“. Skulpturen aus Beton wurden gegossen, Weihnachtsdekoration für das Restaurant der Kolping Akademie angefertigt, jahreszeitgemäßer Tischschmuck gebunden und innerhalb der Kräuter- und Gemüsekunde eigenes Kräutersalz hergestellt. Abschließend konnten sich die Jugendlichen in einem Quiz auf dem Gelände der Kolping Akademie auf Spurensuche nach Antworten zu den einzelnen Pflanzen, Blumen und Kräutern begeben.

Natur und Umwelt sind zentrale Themen in der geförderten Bildungsarbeit der Kolping Akademie in Memmingen. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutzbund Memmingen bereits ein Projekt zum Bau von Nistkästen umgesetzt, die im Stadtpark Neue Welt zu sehen sind. Weitere Aktionen, wie der Bau von Insektenhotels sind bereits in Arbeit.

„In der lebendigen Natur geschieht nichts, was nicht in der Verbindung mit dem Ganzen steht.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Allgemeine Infos über die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) – Reha

Die Reha-Variante der BvB Maßnahme ist vor allem für Jugendliche gedacht, die für einen Ausbildungsplatz durchaus geeignet, aber den allgemeinen Anforderungen aufgrund von Lernbeeinträchtigungen nicht gewachsen sind, und von der Agentur für Arbeit als Rehateilnehmer anerkannt sind.

Wer eine realistische Chance auf eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle will, ist hier richtig. Hier können junge Menschen ihre Berufswahl treffen – oder überdenken.

Individuelle Talente werden erkannt, gefördert und in Praktika trainiert. Auch die Möglichkeit der Nachqualifizierung, also etwa seinen Hauptschulabschluss nachzuholen, kann und sollte man wahrnehmen. Ein eigener Bildungsbegleiter, ein persönlicher Ansprechpartner, steht mit Rat und Tat zur Seite – jederzeit. So fällt der Einstieg in das Berufsleben leichter – oder wird erst möglich.

Fotoquelle: Kolping Akademie Memmingen.

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