Ökologie, Ökonomie, Kultur und Soziales – Das Eine Welt Festival von Rapunzel

13. September 2017 von Christine Hassler - 2 Comments

Etwa 20.000 Besucher zählte das Eine Welt Festival trotz Regen an den beiden Tagen bei Rapunzel in Legau. Bei internationalem Flair trafen sich Menschen aus nah und fern, um interessanten Vorträgen zu lauschen, Fair-Trade-Produkte jeder Art zu ergattern, oder sich durch kulturelle Beiträge inspirieren zu lassen, wie etwa der poetischen Musik von Konstantin Wecker als kulturellem Höhepunkt des Festivals.

Auf meinem Plan am Samstag standen ein Besuch der Grünen Meile, der Anbaupartner von Rapunzel, der FOOTprint-Aktion gegen Gentechnik, zwei Vorträge, ein Interview mit Firmengründer Joseph Wilhelm, ein Ausflug in die Kultur mit dem Circus UnARTiq und sollte ausklingen mit einem Konzert der sympathischen Band MAINFELT aus dem Südtirol. (Album unten verlinkt).

Flanieren auf der Grünen Meile

Auf dem Festivalgelände herrschte bereits reges Treiben, als ich gegen Mittag eintreffe: Beim „Markt der guten Dinge“ im und um das Parkhaus herum ließen sich Interessierte beraten und konnten ökologisch verträgliche und Fair-Trade-Produkte erstehen von Bekleidung, Nützlichem für Haus und Garten bis hin zur Reise in Bio-Hotels weltweit.

Zwischen über 140 ausgesuchten Ausstellern konnte man so flanieren, neues entdecken, seinen Wissensdurst stillen und eine Menge toller Sachen finden, während die Kinder sich in einem eigenen Spielfeld vergnügen, den Rapunzelturm erklettern, Karussel fahren konnten und vieles mehr.

Bevor ich die Anbaupartner Rapunzels aus aller Welt in den Lagerhallen besuchte, hatte ich mir zwei Vorträge ausgesucht, die ich unbedingt hören wollte: „Die Wegwerfkuh“ von Journalistin und Autorin Dr. Tanja Busse und „Neue Gentechnik: perfekte Pflanzen, perfekte Menschen?“ von Dr. Angelika Hilbeck, Wissenschaftlerin bei der ETH Zürich.

„Die Wegwerfkuh“?

Am Beispiel eines neugeborenen männlichen Kalbes, dem sie den Namen „Jonny“ gaben, zeigte Dr. Tanja Busse auf, wie weit sich die konventionelle, spezialisierte Landwirtschaft von den menschlichen Werten und dem Bezug zu unserer Umwelt entfernt hat, warum die spezialisierte Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können.

In einer Spirale, die sich immer enger zieht, werden Bauern, sich in dieses System der spezialisierten Landwirtschaft begeben haben, dazu genötigt, Tiere als mehr oder weniger effiziente Wegwerfprodukte zu behandeln.

Unter dem Vorwand der Effizienz wurden Bauern, die einst im Einklang lebten mit Land und Tier, in diesem auf Spezialisierung ausgerichteten Konzept dazu genötigt, sich entweder für eine Milchkuh oder für eine Fleischkuh zu entscheiden. Mit dem Resultat, dass etwa Milchviehrassen gezüchtet wurden, die zwar mehr Milch liefern, jedoch bereits nach zwei Jahren – auf dem Höhepunkt ihrer „Effizienz“ – ausgelaugt sind und ausgemustert werden müssen.

„Was ist daran effizient?“ fragt Tanja Busse und erklärt weitere Resultate: Durch die Steigerung der Produktion fielen die Milchpreise, was für die Bauern bedeutet, dass sie noch mehr produzieren müssen, um zu überleben. Gleichzeitig wurden die Milchüberschüsse guter Milch zu Milchpulver verarbeitet und die müssen die Bauern dann wieder teuer einkaufen, um es für die Aufzucht von Kälbern zu verwenden – durch das Raster fallen dabei männliche Kälber, denn die wurden „unrentabel“. Weitere Verlierer neben den Tieren sind dabei die Bauern selbst, für die sich, einmal in diesem Systemzwang gefangen, die Spirale immer enger zieht.

Als Spitze des Eisberges von spezialisierter, industrialisierter Landwirtschaft zeigte Dr. Tanja Busse die Schweinemast in den USA auf, in denen Tiere nicht nur ein unwürdiges Dasein fristen, sondern zudem das Grundwasser und die Umwelt großflächig durch Nitrate der riesigen Güllebecken verseucht werden, neben enormen, unregulierten Gasemissionen von Kohlendioxid, Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstoff.

Die Landwirtschaft müsse wieder beginnen, ganzheitlich zu denken, andere Qualitätsmesslatten müssten erdacht und eine wahre Wirtschaftlichkeit entwickelt werden, weg von der Spezialisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft, so Dr. Tanja Busse. Lösungsansätze sieht sie in Methoden der Vielfalt und der Nachhaltigkeit, aber auch die Konsumenten seien hier gefragt: Es müsse bei uns Konsumenten eine Rückbesinnung stattfinden und eine Wertschätzung unserer Lebensmittel gefördert werden.

Der direkte Kontakt zwischen Landwirt und Konsument könne dabei sehr unterstützen, daher sieht sie große Potentiale in Projekten wie „Schule und Bauernhof“ als außerschulische Lernorte, „Foodcouncils“ (Ernährungsräte) vor allem in Städten, und als ein tolles Modell erachtet sie die neuen Modelle von solidarischer Landwirtschaft. Denn die ließen den Markt außen vor, binden den Konsumenten direkt an den Bauern, etwa mit einer monatlichen „Ernährungspauschale“, teilen damit auch das Ernterisiko der Bauern und ermöglichen, wieder einen Bezug zu unseren Lebensmitteln herzustellen.

„Perfekte Pflanzen, perfekte Menschen?“

Auf die schwere Kost gab es dann für mich erst einmal leichte Kost auf dem reich gedeckten Tisch des Rapunzel Festivals, noch einen Espresso hinterher und ab ging es zum nächsten Vortrag.

Agrarökologin Dr. Angelika Hilbeck an der ETH Zürich (Leitung Forschungsgruppe Umweltbiosicherheit und Agrarökologie), legte in ihrem Vortrag „Neue Gentechnik: perfekte Pflanzen, perfekte Menschen?“ Entwicklungen und Gefahren der neuen Gentechnik dar.

Die Wissenschaftlerin, die am Welt-Agrarbericht mitgearbeitet hat, war seit dem Beginn der Gentechnik im landwirtschaftlichen Bereich um das Jahr 1990 dabei und verglich das, was die „alte“ Gentechnik zu Beginn versprach mit dem, was sie in den vergangenen 20 Jahren davon eingehalten hat: Versprochen hatte die „alte“ Gentechnik damals die „Abschaffung des Welthungers, die Reduktion der Armut, die Heilung unheilbarer Krankheiten und Lösungsoptionen für Klimawandel und Umweltprobleme“.

Von diesen Versprechen eingetroffen sei bis heute praktisch nichts, so die Wissenschaftlerin.

Die Herbizideinsätze (bei Glyphosat-resistenten Sojabohnen) haben sich hingegen erhöht (um 28%), beim Anbau von BT-Mais wurden nur 11,2% weniger Insektizide eingesetzt im gentechnisch manipulierten Anbau, der v.a. bei Baumwolle, Soja, Mais und Raps praktiziert wurde, die zusammen 99% des kommerziellen Anbaus ausmachen.

Seit 1996 wurde vor allem in Nord- und Südamerika gentechnisch manipuliert angebaut und dies großflächig in einem Raubbau an Böden und der gesamten Ökologie. Kleinbauern konnten sich das teure Saatgut nicht leisten und mussten Platz machen für großräumigen, industriellen Anbau, der die Erde ausbeutete und weder Armut noch den Welthunger beseitigte, wie die aktuell 8 Mio hungernden Menschen weltweit (Stand 2017) beweisen, klärt Dr. Angelika Hilbeck auf.

Denn die Erträge von gentechnisch manipuliertem Anbau in Amerika zeigen statistisch praktisch keinen Unterschied zum Anbau ohne Gentechnik in Europa, die Zuckerrübe zeigt in Europa sogar die besseren Erträge.

Anstelle dessen war die „alte Gentechnik“ vor allem eines, so die Wissenschaftlerin: eine neue Plattform für den Absatz von Chemie. Denn maßgeblich finanziert wurde die Gentechnik vor allem von Chemiefirmen.

Die „neue Gentechnik“, so die Wissenschaftlerin, verspricht indes das gleiche, wie die „alte“ Gentechnik: Abschaffung des Welthungers, der Armut, etc. In unglaublich teuren und komplizierten Verfahren ist das Ziel der „neuen“ Gentechnik jedoch „das Beibehalten von Sorten mit neuen oder veränderten Eigenschaften“.

Dies sei nicht nur sehr limitiert, nachdem die neuen Verfahren nur zuverlässig im Löschen von Informationen auf den Erbgutträgern (DNA-Strängen) seien, nicht jedoch im gezielten Einsetzen von Informationen, was bedeutet, dass man keine Kontrolle über das Ergebnis habe.

Aus diesen beiden Gründen sei es nicht nur irreführend in diesem Zusammenhang von „Pflanzenzüchtung“ zu sprechen, sondern gefährlich: Wenn die Sorten beibehalten werden (z.B. der Gala-Apfel), und dessen Eigenschaften manipuliert werden, gebe es keine Möglichkeit mehr, einen natürlichen Gala-Apfel von einem genmanipulierten Gala-Apfel zu unterscheiden. Was nichts anderes bedeutet, als dass es dann nicht mehr regulierbar wäre und der Verbraucher nicht geschützt werden kann.

Die Gewinner dieses neuen Spieles: Firmen, die Patente anmelden für ein Genkonstrukt, deren Folgen auf die Artenvielfalt fatal wäre, so die Wissenschaftlerin, und die Folgen für Mensch und Tier unüberschaubar.

Die Aussage „Wir wollen nicht regulieren“ hieße also nichts anderes, als sich aus der Verantwortung zu ziehen. Agrarökologin Dr. Angelika Hilbeck mahnt daher vor verbalen Irreführungen, denn „Es muss reguliert werden!“

Kurzer Besuch bei den Anbaupartnern

Nach diesem ebenfalls gehaltvollen Vortrag erinnerte ich mich an etwas, was bei einem der Vorträge gesagt wurde: Ein Stück Schokolade hilft, wenn die Energie schwindet. Also nutzte ich die Zeit bis zum Interview mit GF und Firmengründer Joseph Wilhelm, um bei den Anbaupartnern von Rapunzel in den Lagerhallen ein Stück der neuen dunklen Schokolade zu probieren.

Auf dem Weg dorthin zeugte eine lange, mit einem Tuch mit Fußabdrücken bespannte Mauer davon, wie viele Menschen sich bereits durch ihren Fußabdruck bei der Aktion FOOTprint gegen die Gentechnologie in der Landwirtschaft ausgesprochen haben, inklusive Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller.

In den Lagerhallen herrschte reges Interesse, denn hier konnte man die Anbaupartner kennenlernen und sich ein Bild machen, woher die Zutaten kommen, wie es dort aussieht, wie dort gearbeitet wird und wo die entsprechenden Feldfrüchte dann bei Rapunzel Verwendung finden. Was Rapunzel dann aus diesen Zutaten zaubert, konnte natürlich auch getestet werden.

Die Anbaupartner selbst stellten ihre Feldfrüchte vor und wenn es sprachliche Barrieren gab, sprangen Rapunzel Mitarbeiter ein, die auch viel über das Hand-in-Hand Konzept und den fairen Handel mit Rapunzel zu erzählen wussten.

Interview mit Firmengründer und Pionier Joseph Wilhelm

Nachdem Joseph Wilhelm noch an anderer Stelle festgehalten wurde, klärte die Leiterin für PR und Unternehmenskommunikation Eva Kiene die Pressevertreterinnen von „Spatz“ und „Schrot und Korn“ neben meiner Wenigkeit über die bei Rapunzel definierten vier Säulen der Nachhaltigkeit auf:

Ökologie, Ökonomie, Kultur und Soziales. Auch das Eine Welt Festival selbst sei auf diesen vier Säulen aufgebaut, erfahren wir von Frau Kiene, die uns ein paar der neuen Produkte vorstellte, nämlich Hülsenfrüchte aus Europa: Soja-Bohnen aus Bayern, Borlotti und Kidney Bohnen aus Norditalien, Linsen aus Deutschland und Spanien und weiße und bunte Riesenbohnen aus Griechenland.

„Nur Ware bewegen und Geld verdienen“ war noch nie das, was sich Firmengründer und Geschäftsführer Joseph Wilhelm unter einem ausgefüllten Leben vorgestellt hat, erfahren wir dann vom Unternehmer selbst bei seiner Ankunft. Denn hinter dem erfolgreichen Unternehmer Joseph Wilhelm verbirgt sich ein Weltverbesserer, ein Revoluzzer, ein Pionier.

Seine Mitarbeiter bei Rapunzel, wie auch all seine Anbaupartner auf der ganzen Welt sieht er als „erweiterte Familie“ an. „Weltveränderung ist auch eigene Veränderung“, stellt er fest und um nicht zu vergessen, dass das einzige, was Bestand hat, die stetige Veränderung ist, hat er es sich kurzerhand in Stein meißeln lassen, auf einem riesigen Findling, der den Innenhof des Unternehmens ziert. „Nur wenn wir es schaffen, mit den Veränderungen mitzugehen, können wir langfristig erfolgreich sein.“

Viele verlieren ihre ursprüngliche Vision aus den Augen, nicht so Joseph Wilhelm. „Ich habe meine Vision nur weiterverfolgt und ausgebaut“, sagt er fast entschuldigend, auf die Erfolge seines Unternehmens angesprochen.

Dabei schließt er sich einer Aussage an, die Martha-Jean Shamiso Mungwashu aus Simbabwe bei ihrer Preisverleihung innerhalb des One World Award machte: „Wenn wir die Folgen unseres Handelns auch über weitere 7 Generationen hinweg verantworten können, dann sollen wir das tun, was wir tun, ansonsten sollten wir es lassen.“

Auch die Naturkost Branche selbst stehe vor großen Veränderungen, sagt der Unternehmer mit den tiefen Augen und sieht dabei jedoch gar nicht furchtsam aus, sondern sagt auch dies mit seinem verschmitzten und gelassenen Lächeln, das sich über sein gesamtes Gesicht ausbreitet und dort bereits charakteristische Linien geprägt hat.

Woher seine Zuversicht kommt? Wenn man fest an etwas glaubt und von etwas ehrlich überzeugt ist, dann bekommt man „Energie von oben“, ist sich der Rapunzel-Pionier sicher und blickt dabei dankbar und ebenso verschmitzt lächelnd gen Himmel.

Die Bio-Branche stehe heute in einem Spannungsfeld. Wie kann man den Bio-Gedanken heute vermitteln? Der „alte“ Fachhandel habe nachgelassen, auch aufgrund eines Generationswechsels in der Branche und auch, weil nach Ansicht von Joseph Wilhelm die selbstkritische Selbstwahrnehmung nachgelassen habe. Der Bio-Fachhandel bringe oftmals die Botschaft nicht mehr eindeutig rüber, mehr Engagement seitens der Betreiber wäre nötig.

Darüber hinaus habe sich das Kundenverhalten geändert und ein zusätzlicher Wettbewerber am Markt gebildet: Supermärkte, die Bio-Produkte anbieten. Doch sei hier stark zu unterscheiden zwischen Bio-Produkten, die vom Anbau über fair behandelte Anbaupartner, sozialverträgliche Lieferketten und fairen Handel bis auf den Ladentisch Bio seien und auf der anderen Seite Bio-Produkten, die nur biologisch angebaut werden. Bio-Anbau plus Fairer Handel ermöglicht den Bauern in den Herstellerländern einen nachhaltigen Beitrag für ihr Land zu leisten UND damit ein anständiges Leben in ihrer Heimat führen zu können – weder Land noch Menschen werden damit ausgebeutet.

Dieser große Unterschied müsse kommuniziert werden, und nicht nur an die Verbraucher, sondern hierin liege auch eine Nachricht an die Bauern, auch an europäische Bauern: Dass Unternehmen wie Rapunzel einen sicheren Absatz schaffen durch langfristige und sozial verträgliche Vertragsbindungen und Lieferketten. Ansonsten gebe es kein Umdenken bei den Bauern.

Kritisch sieht der Unternehmer auch, dass in der Naturkostbranche zunehmend traditionelle Firmen von großen Unternehmen geschluckt werden, an Identität verlieren und zu Marken reduziert werden. Bei seinem Kauf des Unternehmens Zwergenwiese sei für ihn von Anfang an klar gewesen, dass dieses gut funktionierende Unternehmen genauso bestehen bleibt. „Die machen das gut, ich wüsste nicht, warum ich das ändern sollte.“

Geht noch mehr? Kann Bio auch groß gedacht werden? Fragte eine Pressevertreterin.

Biologischer Anbau und fairer Handel haben gute Effekte, also sei es angebracht, Bio groß zu denken, so Joseph Wilhelm. Bisher mache der Anteil an Bio-Anbau auf der Welt nur 1% aus, in Deutschland 7%. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße werde die Geschäftsführung jedoch schwierig und die Verantwortung sehr groß. Deshalb seien 10 kleine Rapunzel in jedem Falle besser an als ein großer Rapunzel. Bisher könne er mit dem Firmenwachstum und dem Erfolg seiner Firma jedoch sehr zufrieden sein.

Musikalischer Abschluss des Festival-Samstages durch Mainfelt

Nach all dem vielen neuen Wissen und Informationen kam ein musikalischer Ausgleich nun mehr als gelegen, und so freute ich mich auf die freudvolle Musik der sympathischen Band Mainfelt aus dem Südtirol mit mitreißendem, selbst komponiertem Folk-Rock, das begeistert aufgenommen wurde.

Zum Album über das Eine Welt Festival geht es hier verlinkt.

Zum separaten Fotoalbum vom Mainfelt Konzert geht es hier verlinkt.

Der kulturelle Höhepunkt des Festivals mit Konstantin Wecker am Sonntagabend verdient einen separaten Bericht mit separatem Album, welche in Kürze folgen.

Alle Fotos aus eigener Quelle.

2 Antworten zu “Ökologie, Ökonomie, Kultur und Soziales – Das Eine Welt Festival von Rapunzel”

  1. Respekt, Anerkennung und Dank für Deinen großartigen Artikel über das Rapunzelfest in Lage, liebe Christine. Leider war ich verhindert, die Veranstaltung selbst zu besuchen. Dein Artikel aber bietet wirklich guten Ersatz. Du hast ihn sehr ausführlich, sachlich kompetent und überaus verständlich geschrieben. Respekt!
    Was mich interessieren würde: Wurde auch das „Kreuz“ mit dem Milchpulver im freien Welthandel erörtert? Ich war vor wenigen Tagen auf einem Bio-Bauernhof in Kempten-Lenzfried, wo der EU-Abgeordnete Prof. Dr. Buchner (ÖDP) darüber sprach. Positiv vermerkte er, dass ein Abkommen mit Japan es der EU und Deutschland ermöglicht, unseren Milchpulverberg Richtung Tokyo abzutragen. Ein analoges Abkommen mit Neuseeland aber werde dazu führen, dass von dort Milchpulver in großem Stil nach Europa exportiert wird. Welch ein Irrsinn!
    Und was die Massentierhaltung, die sich entsprechend dem Leitbild der EU-Agrarpolitik auch hier
    vor Ort immer weiter breitmacht, betrifft, zitierte er eine Prognose des Berliner Großklinikums Charité. Der immer stärkere Einsatz von Antibiotika führe dazu, dass gefährliche Keime dagegen resistent werden. Im Jahr 2050 werden in Deutschland mehr Menschen an solchen Keimen sterben als an Krebs, so diese düstere Prognose…

    • Hallo! Erst einmal besten Dank für die Komplimente! 🙂 Sicher wurde das Thema Milchpulver auch in einem der Vorträge vertieft, jedoch war ich ja (wie immer) allein unterwegs und musste zwischen dem vielfältigen, interessanten Angebot ein paar Highlights herauspicken, neben Interview, Fotoarbeit, etc. Deshalb hat mich das alles auch sehr viel Zeit bei der Nacharbeitung gekostet: 3 ausführliche Berichte (Preisverleihung, Besuch auf dem Festival mit Vorträgen und Konstantin Wecker als krönender kultureller Abschluss) plus vier Fotoalben (ein extra Album noch für das Konzert von Mainfelt am Samstagabend). Aber ich bereue keine Minute! Es war super-interessant, ich habe viel gelernt, viele neue Erkenntnisse mitgenommen. Mainfelt waren wieder toll und Konstantin Wecker war schlichtweg unwerfend, tief poetisch… unglaublich.

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