Junge Talente beißen sich beim FC Memmingen durch

15. September 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Jede Krise bietet auch eine Chance. Beim Fußball-Regionalligisten FC Memmingen ist die Personalnot seit Wochen groß. Allzu viel Entspannung ist auch vor dem schwäbischen Duell am heutigen Freitagabend (19.30 Uhr) in der Memminger Arena gegen die Bundesliga-Reserve des FC Augsburg nicht in Sicht. Etliche bisherige Stammkräfte fehlten und fehlen wegen Verletzungen, Sperren oder auch weil sie beruflich verhindert waren. Die Lücken füllen die jungen Spieler, von denen es glücklicherweise durch die Nachwuchsförderung etliche gibt.

Furkan Kircicek (21 J.)

Memmingen (ass). Andere Vereine ohne entsprechenden Unterbau kriegen in ähnlichen Situationen noch größere Probleme. Beim TSV Buchbach muss beispielsweise Stammtorhüter Daniel Maus jetzt als Feldspieler im Angriff ran.

Einige der jungen Leute haben in Memmingen ihre Chance genutzt, als sie früher als gedacht ins Haifischbecken Regionalliga geworfen wurden. Weil zu viele Jungspunde und zu wenig arrivierte Kräfte auf dem Platz standen, lief es anfangs nicht rund. „Die Qualität fehlt“, machte FCM-Trainer Stefan Anderl aus – ohne dass er seinen Talenten zu nahe treten möchte. Denn auch bei einem FC Bayern ist die Dominanz dahin, wenn die Herzstücke fehlen.

Die FCM-Ausbeute zu Saisonbeginn war mager, die Mannschaft hängt im Tabellenkeller. Die „Rote Laterne“ des Schlusslichtes haben die Memminger abgegeben und wollen sie auch nicht mehr wiederhaben. Vom vorletzten Platz aus wird jetzt zunächst ein Relegationsrang angepeilt. „Wir sehen in der nächsten Zeit nur von Spiel zu Spiel“, so Co-Trainer Andreas Köstner.

Marco Schad (20 J.)

Um in die sichere Zone vorzustoßen, braucht es die nächsten Wochen eine Positivserie. Mitten drin in der Tabelle steht der FCA II, der zuletzt mit zwei deutlichen Siegen über den FC Bayern München II (5:1) und SpVgg Bayreuth (4:1) aufhorchen ließ. Beide Gegner zählen ja nicht unbedingt zur Laufkundschaft der Liga.

Der 2:1 Pokalsieg gegen den FV Illertissen und das 3:0 im Punktspiel in Pipinsried stimmen aber zuversichtlich. Die Aufstellung in beiden Begegnungen würden andere schon mal als das „letzte Aufgebot“ bezeichnen. Das tut Anderl nicht, schon aus Respekt vor seinen Spielern. Der Dank kam zuletzt nicht nur in Form von guten Ergebnissen zurück:

Furkan Kircicek (21) entwickelt sich zur Stammkraft, traf in Pipinsried selbst zweimal in Torjägermanier und hat vier Saisontore auf dem Konto. Rosenheims ausgebuffter Danijel Majdancevic (28) hat bislang auch nicht öfter getroffen.

Fabian Lutz (21 J.)

Und hinter Kircicek, der im dritten Jahr nach seinem Wechsel aus Kaufbeuren den Durchbruch geschafft zu haben scheint, tut sich noch mehr: Philipp Boyer (21) spielte in den beiden letzten Begegnungen einen ausgezeichneten Außenverteidigerpart.

Marco Schad (20) sah kaum einer auf der Sechser-Position im Mittelfeld. Mit Einsatz macht er mögliche technische Defizite weg, bereitete den Kontertreffer zum 3:0 in Pipinsried vor. Auch mit ihm wird weiter zu rechnen sein.

Zudem hat der Newcomer der letzten Spielzeit Fabian Lutz (21) zu seiner starken Form zurückgefunden, gleiches gilt für Tim Buchmann (22). Das nächste Talent hat Anderl schon im Blick, findet „dass Jannick Rochelt (18) auch ein ganz Guter werden kann“.

 

 

Tim Buchmann (22 J.)

Der Cheftrainer hat in letzter Zeit nicht nur wegen des personellen Engpasses seiner Truppe öfter die U21 unter die Lupe genommen.

Gegen Augsburg II heute Abend fällt mit Branko Nikolic (25) erneut einer der Erfahrenen aus. Vielleicht eine weitere Chance für einen jungen Spieler.

Gerade gegen Illertissen haben die Youngsters gezeigt, dass sie auch einem spielerisch überlegenen Gegner den Schneid abkaufen können. Gegen die FCA-Reservisten soll jedenfalls der Aufstiegstrend fortgesetzt werden.

Fotos:
Archivbilder, Fotocredit: (C) Olaf Schulze.

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