Kraftvoller Arbeitsmarkt im September – Arbeitsmarktbericht September 2017

5. Oktober 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

9.222 Menschen aktuell arbeitslos, die niedrigste Septemberzahl der letzten zehn Jahre – Die Arbeitslosenquote sinkt auf 2,5 Prozent – Anhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften – Arbeiten in Teilzeit bietet Potenzial.

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt im September: Zum Start in den Herbst waren erheblich weniger Menschen arbeitslos bei einer gleichzeitig anhaltend starken Nachfrage nach Arbeitskräften.

„Auch im September war der Arbeitsmarkt im Allgäu wieder von starken Bewegungen geprägt. Vor allem für viele jüngere Menschen endete die Zeit der Arbeitslosigkeit. Bemerkenswert ist auch die deutlich günstigere Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Über 1.600 Menschen sind dieses Mal weniger arbeitslos als im September des vergangenen Jahres“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Insgesamt arbeitslos gemeldet:

Etwa 9.200 Frauen und Männer waren im September bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet. Sowohl zum August wie auch zum September des Vorjahres bedeutete das eine Verbesserung um gut 700 bzw. 1.600 weniger Kräfte, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren.
Die Arbeitslosenquote sank dementsprechend auf 2,5 Prozent. Parallel setzte sich der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften weiter fort:

Stellenangebot:

Mehr als 7.500 Stellen stellten Betriebe im September insgesamt zur Verfügung, allein knapp 1.500 kamen neu zur Besetzung herein.

Die günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes im laufenden Jahr wird im mehrjährigen Vergleich sichtbar.

Markanter Rückgang bei arbeitslosen Menschen, vor allem bei jüngeren Manschen

Die Dynamik des Allgäuer Arbeitsmarktes spiegelt sich in den starken Bewegungen auf Seiten der arbeitslos gemeldeten Menschen wider:

Annähernd 2.500 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, weil sie eine neue Erwerbstätigkeit oder Ausbildung aufnahmen – die höchste Zahl der letzten Monate.

Besonders stark fiel der Rückgang bei Jüngeren unter 25 Jahren aus. Innerhalb eines Monats waren 400 Kräfte weniger aus dieser Altersgruppe arbeitslos.

Weiter auf Arbeitsuche blieben im September 1.300 jüngere Kräfte. Mit einem weiteren Rückgang ist aufgrund des hohen Bedarfs an Arbeitskräften in den kommenden Wochen zu rechnen. Daneben wird eine Reihe der Jüngeren ein Studium beginnen.

Im September meldeten sich etwas mehr als 2.200 Frauen und Männer neu arbeitslos, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit oder Ausbildung ausgeübt hatten.

Anhaltend hoher Kräftebedarf

Auch zum Ende der Haupturlaubszeit äußerten Arbeitgeber einen hohen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften von insgesamt über 7.500 Beschäftigungsmöglichkeiten, wovon knapp 1.500 neu dazukamen.

Schwerpunkte beim Stellenangebot

  • Hotellerie und Gastronomie: 150 zusätzliche Arbeitsplätze für Köche und Servicepersonal waren im Allgäu gefragt.
  • Produktionssektor: besonders für Tätigkeiten im Metall- und Maschinenbau wurden zusätzliche Mitarbeiter gesucht.
  • Energie- und Elektrotechnik: mehr als 60 neue Jobs galt es mit Fachleuten in diesem Bereich zu besetzen.
  • Logistiksektor: eine ganze Reihe von Mitarbeitern als Fachlagerist oder Berufskraftfahrer wurden gesucht.
  • Zeitarbeitsunternehmen: boten Branchenübergreifend zahlreiche Stellen zur Besetzung an.
  • Erziehung sowie Alten- und Krankenpflege: auch hier galt es weitere Arbeitsplätze neu zu besetzen.

Im Jahresvergleich ist das Stellenangebot gestiegen, gleichzeitig sind weniger Menschen arbeitslos gemeldet. In manchen Sparten dauert es aktuell länger bis eine gemeldete Stelle besetzt werden kann.

Die folgende Grafik verdeutlicht, dass bei Betrachtung des gesamten Stellen- und Bewerberangebots rein rechnerisch auf eine Stelle lediglich etwas mehr als ein Mensch arbeitslos gemeldet ist (genau: 1,2). Nur im Baugewerbe sowie in der gewerblich-technischen Produktion ist ein höheres Stellenangebot verfügbar als Menschen arbeitslos gemeldet sind.

Teilzeitkräfte bieten Potenzial

Vollzeitbeschäftigungsangebote: Unter den gut 7.500 Beschäftigungsmöglichkeiten war der weit überwiegende Teil für eine Vollzeittätigkeit vorgesehen.

Teilzeitbeschäftigungsangebote: Knapp 900 Angebote richteten sich an Menschen, die eine Beschäftigung in Teilzeit suchten. Die Zahl der Menschen, die sich für diese Art der Beschäftigung interessieren, übersteigt das vorhandene Stellenangebot bei Weitem.

1.500 Frauen sowie 300 Männer interessierten sich aktuell für eine Tätigkeit in Teilzeit. Einige Tätigkeitsfelder sind in der folgenden Grafik exemplarisch dargestellt:

Chancengleichheit von weiblichen und männlichen Arbeitnehmern

Wie eine aktuelle Studie des Bundesfamilienministeriums zeigt, wünscht sich eine Mehrheit junger Eltern mit kleinen Kindern, dass Mutter und Vater gleich viel arbeiten.

Unternehmer wiederum wünschen sich, dass Mütter nicht zu lange zu Hause bleiben, sondern zügig wieder in eine Erwerbstätigkeit einsteigen oder dorthin zurückkehren. Dieser Personenkreis bietet also für Betriebe gute Möglichkeiten zur Gewinnung von Fachkräften – sofern beide Seiten eine entsprechende zeitliche Flexibilität praktizieren.

Die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Pflege von Angehörigen sind für die Agentur für Arbeit wichtige Anliegen. Die „Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt“ informiert Bürgerinnen und Bürger regelmäßig rund um das Thema Wiedereinstieg in den Beruf.

Arbeitgeber erhalten Infos zur Gestaltung familienorientierter Arbeitsverhältnisse, Ausbildung in Teilzeit und weiteren Themen moderner Personalpolitik. Das aktuelle Infoprogramm ist unter „Veranstaltungen“ zu finden.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Die günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes mit einer Arbeitslosenquote im September von 2,5 Prozent setzte sich in allen Wirtschaftsräumen des Agenturbezirks fort: In allen Regionen lag das aktuelle Ergebnis unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Der Wirtschaftsraum Mindelheim erreichte als Spitzenreiter im Allgäu sogar den Wert von 1,9 Prozent – übrigens derselbe Wert, den die Region bereits im Juni erreicht hatte.

die Region Memmingen zeigte sich mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent stark verbessert.

Im Bereich Lindau führte der gesunde Branchenmix zu einer starken Kräftenachfrage, die sich letztlich in einer Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent manifestierte.

In Marktoberdorf, Füssen, Kempten und dem südlichen Oberallgäu gingen die Arbeitslosenquoten ebenfalls auf niedrigere Werte zurück.

Der Raum Kaufbeuren hat gut aufgeholt: Während er im September 2016 eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent vorzuweisen hatte, lag das aktuelle Ergebnis bei 3,2 Prozent.

Arbeitslosenversicherung und soziale Grundsicherung

Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut.

Sowohl der Vergleich mit dem Vormonat wie auch dem September des vorigen Jahres zeigt, dass derzeit sowohl bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit wie auch in den Jobcentern weniger Menschen arbeitslos gemeldet sind (siehe Grafik).

Die Arbeitsagentur betreute aktuell 5.212 Kräfte, gut 500 weniger als im September des vergangenen Jahres.

In der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter im Agenturbezirk für etwas mehr als 4.000 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Im Vergleich zum September 2016 bedeutete das einen merklichen Abbau um über 1.000 arbeitslose Personen.

Der unterschiedlich starke Rückgang hat auch damit zu tun, dass seit diesem Jahr sogenannte „Aufstocker“ nicht mehr von den Jobcentern, sondern von der Agentur für Arbeit betreut werden. Als Aufstocker werden Menschen geführt, die zusätzlich zum Arbeitslosengeld auch Hartz IV-Leistungen erhalten.

Im Übrigen gilt es für den Bereich der sozialen Grundsicherung zu berücksichtigen, dass ein erheblicher Teil nicht arbeitslos ist. Diese Menschen betreuen kleine Kinder, pflegen Angehörige oder befinden sich in einer Ausbildung, insbesondere auch in einer sprachlichen Qualifizierung.

Ausblick

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass im Herbst die Arbeitslosigkeit zumeist weiter zurückgeht. Aufgrund der aktuell starken Nachfrage nach Arbeitskräften ist damit zu rechnen, dass weitere Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden können und in eine neue Beschäftigung starten.

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

Darstellung nach kommunalen Strukturen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.