Wunder Bares Europa – Eine Politische (Sex-) Farce von Richard Bean

12. Oktober 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

In Wundes Bares Europa spielt die (europäische) Welt verrückt: Die europäische Diplomatie wird in der Luxussuite von Philip Kleidermann von Beziehungsdramen und Sex dominiert, Bestechung, Intrigen, religiöse, erotische und Macht Interessen verstricken sich mit Familienplanung und was zählt, ist nicht Wunder, sondern Bares.

Die politische (Sex-) Farce von Richard Bean mit dem Originaltitel In the Club, die in England große Erfolge feierte, ist in der Inszenierung von Oliver D. Endreß am Landestheater Schwaben das erste Mal auf einer deutschen Bühne zu sehen.

Auf dem Schauplatz einer Luxussuite in Straßburg des Europäischen Diplomaten Philip Kleidermann entwickelt sich diese politische Komödie in einer Serie von Verstrickungen.

Europa Abgeordneter Philip Kleidermann, dessen Interessen vor allem weiblicher Natur sind, neben den Vorzügen von Luxus, finanziert von europäischen Steuergeldern, gerät schnell in Bedrängnis:

Seine Ambitionen, Parlamentspräsident zu werden, sind an die Bedingung geknüpft, verheiratet zu sein, während er scheinbar an jedem Ort eine Geliebte hat, von einer beziehungswilligen Feministin bedrängt wird und seine eifersüchtige Lebensgefährtin und Menschenrechtsaktivistin hart an der Familienplanung arbeitet.

Zur gleichen Zeit lässt er sich mit einem Koffer voller Geld den Eintritt der Türkei in die EU bezahlen und Briefbomben sollen ihm dabei Glaubwürdigkeit verleihen, während seine beste Beraterin in Sachen Lobbyarbeit seine gewiefte russische Praktikantin ist.

Als dann seine akut fruchtbare Lebensgefährtin in der Tür steht, während die auf Rollenspiele eingeschworene Feministin und Vorsitzende des Frauenkomitees in seiner Suite gerade ein Bad nimmt, sein Onkel, von Beruf Schweinezüchter und Sympatisant der AfD bei ihm Unterschlupf sucht und ein Anti-Betrugs-Agent, der sich als Klempner ausgibt, im Wandschrank versteckt alles mitverfolgt, scheint sein Konstrukt aus den Fugen zu geraten.

Und ausgerechnet seine russische Praktikantin, deren Visa bereits abgelaufen ist, soll das bröckelnde Konstrukt retten.

Amüsant, jedoch voller Klischees, und für eine englische Polit-Farce schon fast etwas flach, konstruiert Richard Bean eine skurrile Geschichte um den europäischen Diplomaten Philip Kleidermann, die er anmuten lässt, wie einen Blick hinter die Kulissen des Europa Parlaments. Während das europäische Konstrukt tatsächlich zu bröckeln scheint und die weitere Entwicklung Europas ungewiss ist, hält Wunder Bares Europa ein „Happy End“ bereit, wenn auch mit einem etwas fragwürdigen „Happy“.

Über Richard Bean

Richard Bean ist übrigens studierter Sozialpsychologe, der später als Comedian arbeitete und sich dann als Autor und Performer der Sketch Group Six anschloss, die einen Writers Guild Award (Schreiber Gilde Auszeichnung) erhielt.

1995 schrieb er das Regiebuch für die Oper Paradise of Fools (Paradies der Narren) und sein erstes abendfüllendes Stück Of Rats and Men (Über Ratten und Menschen), wurde für einen Sony Award nominiert.

Viele weitere Auszeichnungen folgten für die Stücke One Man, Two Governors, sowie The Heretic, Up on Roof, des weiteren für Harvest, Whaleback und Honeymonn Suite. In the Club gehörte jedoch nicht zu den Stücken, die eine Auszeichnung erhielten.

Fotos:
aus eigener Quelle.

Ein paar mehr Fotos vom Stück auf unserer Facebookseite.

Weitere Vorstellungstermine finden Sie auf www.landestheater-schwaben.de/spielplan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.