Weniger verlustreich als erwartet: der FC Memmingen schlägt sich mit einem 0:2 Verlust gegen den TSV 1860 München

6. November 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Zum Rückrundenstart gab es vor 12.500 Zuschauern (darunter 250 FCM-Fans) eine 0:2 (0:2) Niederlage gegen den Tabellenführer. Keiner der Spieler des FC Memmingen hatte je vor einer solch großen Kulisse gespielt, wie am Freitagabend im Regionalliga-Gastspiel beim TSV 1860 München. Die „Löwen“ entschieden bereits in der ersten Halbzeit mit einen Doppelschlag das Spiel für sich. Die zweite Halbzeit gehörte – zumindest optisch – dem FC Memmingen.

München (ass). Kein FCM-Spieler außer Stefan Heger, der 2011 vor 17.000 Zuschauern in Darmstadt dabei war, hatte jemals vor einer ähnlich großen Kulisse gespielt. Eine imposante Fan-Choreographie in der Westkurve mit grün-goldenem Glitter samt Feuerwerk zu Beginn und ohrenbetäubende Anfeuerung im ausverkauften Grünwalder Stadion können schon Respekt einflößen. Wenn das vor allem den jungen FCM-Spielern zu Beginn großen Respekt abverlangte, sollte sich das im zweiten Durchgang aber vollständig ändern.

Denn hier waren die Memminger dem Herbstmeister optisch sogar überlegen. Doch es fehlte, wenn auch oftmals wenig, um den Anschlusstreffer zu erzielen. “Memmingen hat es gut gemacht, gerade in der zweiten Halbzeit. Es hätte auch anders ausgehen können, zumal wir die Konter nicht gut ausgespielt haben“, freute sich Nico Karger über das Führungstor der Sechziger (32. Minute) und seinen zehnten Saisontreffer. Insgesamt war er mit dem Spiel seiner Blau-Weißen aber unzufrieden.

Zwar hatte 1860-Kapitän Felix Weber drei Minuten nach Karger gleich das 2:0 draufgelegt, jedoch verbrachte die Bierofka-Truppe den Rest des Spieles eher damit, zu verwalten, als zu gestalten.

Bernd Kunze haderte mit beiden Gegentoren, weil das eine nach einem Einwurf und das anderen nach einem Eckball gefallen war. Doch gerade auf das schnelle Umschaltspiel und die Standards der Sechziger hatte er seine Elf eingestellt: „Die erste Halbzeit ist genau so gelaufen, wie wir es nicht wollten.“

Weil der sonst treffsicherere, bullige Löwenstürmer Sascha Mölders an diesem Abend torlos blieb, hielten die Memminger die Begegnung trotz des Zwei-Tore-Rückstandes offen. Gefällig ging es die zweiten 45 Minuten lang Richtung Löwen-Strafraum vor der Westkurve, immer wieder angetrieben von Muriz Salemovic. Die besten Möglichkeiten hatten Fabian Lutz, dessen Versuch TSV-Torhüter Hiller gerade noch ans Außennetz lenkte (59.) sowie der eingewechselte Amar Cekic per Freistoß (66. und 83.).

Kunze gratulierte hinterher nicht nur zum Sieg, sondern auch schon mehr oder weniger zum ersten Platz, was sein Gegenüber Daniel Bierofka jedoch bremste. „Wenn wir so spielen wie in der zweiten Halbzeit, dann wird’s schwierig, wenn wir vom Meistertitel reden wollen”.

1860 spielte an diesem Abend nicht meisterlich und Memmingen nicht wie ein Abstiegskandidat – die Punkte blieben dennoch bei den Löwen des TSV 1860 München. Die Frage eines Journalisten, ob ihn wenigstens die Niederlage von Verfolger Ingolstadt II gegen Bayern II und der damit verbundene Acht-Punkte-Vorsprung tröste, beantwortete der 38-jährige Löwen-Dompteur grantig: „Wenn wir 2:0 gewinnen, braucht mich gar keiner trösten“. Die Erwartungshaltung in München ist eben ungeheuer groß.

Ausblick

In Memmingen sind die Ziele hingegen bescheidener gesteckt: Bis zur Winterpause gilt es den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herzustellen – vier Punkte Rückstand sind es aktuell nach diesem Wochenende.

Mit dem FV Illertissen kommt am Freitag, 10.November (19 Uhr) der nächste schwere Brocken in die Arena. Lutz wird dabei allerdings fehlen, denn der kassierte seine fünfte Gelbe Karte.

03.11.2017 TSV 1860 München – FC Memmingen 2:0 (2:0)

Tore:
1:0 (32.) Karger,
2:0 (35.) Weber.

Schiedsrichter: Berg (Landshut). – Gelbe Karten: Ziereis / Zweckbronner, Lutz.
Zuschauer: 12.500 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).

Aufstellung TSV 1860 München: Hiller – Koussou (59. Weeger), Weber, Mauersberger, Steinhart – Wein, Berzel – Kindsvater (85. Köppel), Ziereis (78. Türk), Karger –Mölders.
Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Zweckbronner, Schmeiser, Anzenhofer, Lutz – Buchmann (74. Maier), Heger, Rietzler (81. Hayse), Kircicek – Salemovic, Krogler (65. Cekivc).

Foto:
Muriz Salemovic beim Eckball

Fotocredit: (C) Patrick Hörnle.

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