„Mau Mau Mau, s’wird scho gau!“

13. November 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Wenn bei uns Menschen draußen im Regen tanzen, mit einer Leiter das Rathaus erklimmen, oder gar Wasserball spielen, dann müssen das Narren sein: Mit Trillerpfeifen und dem Schlachtruf „Mau Mau Mau, s’wird scho gau!“ stürmten die „Himmlischen Teufel“ des TV Memmingen und die Stadtbachhexen am 11.11. um Punkt 11:11 Uhr das Memminger Rathaus, um die fünfte Jahreszeit einzuläuten.

Mit Unterstützung anderer Narrenzünfte aus der Region nahmen die „Himmlischen Teufel“ des TV Memmingen und die Stadtbachhexen unter Nieselregen das Memminger Rathaus ein, das Oberbürgermeister Manfred Schilder nach Kräften verteidigte, wie er mit einem Augenzwinkern verkündete.

Auch Bürgermeisterin Margareta Böckh, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger und einige Stadträte eilten zu Hilfe, doch zuletzt musste der Rathauschef den Narren „schweren Herzens“ den symbolischen Rathausschlüssel überreichen.

Bis Aschermittwoch haben nun die Narren die Stadt in der Hand.

Prinzessin Ramona I., die den Schlüssel triumphierend entgegennahm, wird nun gemeinsam mit Prinz Fabian II. ab sofort die Regierungsgeschäfte in Memmingen übernehmen.

 

Verfehlungen, Pranger und Lob für OB Manfred Schilder

Sogleich prangerte die Übergangsregierung der Narren einige Verfehlungen aus der ersten Amtsperiode des Rathauschefs an: Als Memminger Oberbürgermeister und Stadtbachfischer bei der Fischerversammlung nicht persönlich anwesend zu sein und zudem eine Frau (Bürgermeisterin Margareta Böckh) als Vertretung zu schicken, das ginge gar nicht, so Joachim Kehrle, der den Rathaussturm unterhaltsam moderierte.

Zum Thema Weinmarkt wurde eine schnelle Lösung gefordert, denn nicht nur sei die aktuelle Regelung zu schwer verständlich vor allem für Autofahrer mit den Autonummern BC und RV, sondern dürfe die Stadt nicht weiterhin spalten und solle vor allem eine rege frequentierte Altstadt gewährleisten. Vielleicht könne dabei eine unterirdische Maxistraße helfen, schlugen die Narren vor.

Große Klage erhoben die Narren über das Fehlen von Eventstellen in Memmingen, nachdem das Maximilian-Kolbe-Haus nicht mehr zur Verfügung stehe und der TVM nun für seinen Faschingsball dieses Jahr in den HoSchMi-Stadl nach Holzgünz ausweichen müsse.

Dass des Oberbürgermeisters Reden, die mit fünf Minuten angesetzt sind, dann doch meist 20 Minuten dauerten, vergaben die Narren angesichts der Begeisterung, die Manfred Schilder vermittle.

Großes Lob hingegen gab es vom Kinderprinzenpaar Anika und Luis, das den gelungenen Auftritt des Stadtoberhaupts am Kinderfest hervorhob.

Dafür bedankte sich Schilder und versprach, auch bei der nächsten Fischerversammlung nicht durch einen wichtigen Termin verhindert zu sein. „Ich habe den Deutschen Städtetag schon gebeten, künftig bei seiner Termingestaltung auf die Fischerversammlung in Memmingen Rücksicht zu nehmen“, sagte der Oberbürgermeister mit einem Augenzwinkern.

„Beim Rothaus verteidige, do waret mir schwach, die Himmlische Deifel, die sind halt hellwach“ … „Bei eis hier im Städtle isch immer viel los, im Fe-eschtle feira, da si´ mir ganz groß“… „Zom Wähle do musset mir dreimal gau, doch jetz hand mir en OB, den am mer scho lau…“ sangen die Vertreter des Stadtrats Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Helmuth Barth, Horst Holas, Sabine Rogg und Uwe Rohrbeck gemeinsam mit Bürgermeisterin Margareta Böckh ein Lied, das sie selbst für diesen Anlass gedichtet hatte.

Wasserball mit dem Oberbürgermeister

Moderator Joachim Kehrle erinnerte an die Zeiten, als der Oberbürgermeister noch sein Kapitän in der Wasserball-Mannschaft war und forderte ihn auf, seine Treffsicherheit an der Torwand unter Beweis zu stellen. Die Gardemädchen sorgten mit Wasserpistolen für das notwendige Nass und der Nieselregen tat sein Übriges. Für das stolze Ergebnis von drei Treffern bei sechs Versuchen gab es vom Publikum großen Applaus für den OB.

Für närrisches Treiben und gute Unterhaltung auf dem Wochenmarkt sorgten am Faschingsauftakt auch die umjubelten Auftritte der Mini-, Kinder-, Teeny- und Prinzengarde des TV Memmingen.

Kehrles besonderer Dank galt den anwesenden Narrenzünften der Region, die den Rathaussturm tatkräftig unterstützten.

Wolfang Wassermann, Leiter der TVM-Abteilung Elferrat und Prinzengarde, freute sich über die vielen Besucher beim diesjährigen Rathaussturm, die sich auf dem kleinen Platz zwischen Wochenmarkt und dem Rathaus drängten, und dankte allen Mitwirkenden für ihren Beitrag.

Der symbolische Spendenscheck in Höhe von 777,77 Euro der Memminger Stadtbachhexen unter Rainer Betz ging in diesem Jahr an die Katholische junge Gemeinde (KjG) von Mariä Himmelfahrt und St. Josef für deren Zeltlager.

Fotos:
Bild 1: Rathaussturm: Bis Aschermittwoch haben nun die Narren die Stadt in der Hand.
Bild 2: Kinderprinz Luis, das Prinzenpaar Fabian II. und Ramona I. mit Kinderprinzessin Anika lesen dem Oberbürgermeister Kritik und Lob für seine bisherigen Amtsgeschäfte.
Bild 3: Der Rathauschef übergibt den Narren „schweren Herzens“ den symbolischen Rathausschlüssel.
Bild 4: Er kann es noch: Oberbürgermeister Manfred Schilder (re.) stellte seine sportlichen Qualitäten beim Wasserball unter Beweis.
Bild 5: Riesenapplaus gab es für die Auftritte der Mini-, Kinder-, Teeny- und Prinzengarde des TV Memmingen.

Fotos aus eigener Quelle.

Zum Album auf unserer Facebookseite geht es hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.