Schillernde Show als letzte Veranstaltung der Memminger Kulturwerkstatt

21. November 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Was im Oktober 2010 vielversprechend mit dem gemeinnützigen Verein „Kulturwerkstatt Memmingen e.V.“ begann, gehört nun bereits der Geschichte an. Als Abschlussveranstaltung füllte das Showensemble Joy of Voice mit zwei schillernden Revue-Shows die Kulturwerkstatt ein letztes Mal bis zum letzten Platz mit „Burlesque & Travestie“ und einer knisternden „Late Night Show“.

Mit dem Ziel, kulturelle Initiativen und die Erweiterung des kulturellen Angebots in Memmingen zu fördern, eröffnete 2011 die Kulturwerkstatt am Schweizerberg nach der Renovierung ihre Pforten, nun werden diese wieder geschlossen.

Doch nicht, bevor sie noch einmal prall mit Leben gefüllt sein sollte und das in beiden Shows, die das Showensemble Joy of Voice unter der Leitung von Angelika Maier mit „Burlesque & Travestie“ als erste und einer „Late Night Show“ als zweite knisternde Show an einem Abend inszenierte.

Die Kulturwerkstatt war lange Jahre Übungsraum für die Gesangs- und Bühnenschule Joy of Voice, die neben Gesangsunterricht auch schauspielerischen Ausdruck und tänzerische Parts für ihre Shows einstudierten.

Dazu waren die Räumlichkeiten der Kulturwerkstatt ideal, da sie oberhalb des Saales auch einen Ballettraum beherbergte. Aktuell ist das Ensemble auf der Suche nach neuen Proberäumen, doch zuvor wurde gebührend Abschied gefeiert.

Wenn Joy of Voice meist Parts aus populären Musicals, in Szene gesetzte Schlager oder Klassiker aus Pop- und Rockmusik in ihren zahlreichen Vorführungen in einem immer größer werdenden schwäbischen Raum auf die Bühnen bringen, waren diese beiden Shows sicher das heißeste, was ich bisher von ihnen gesehen habe.

Durch die erste Show „Burlesque & Travestie“ führte vor allem Daniel, der in vielen Shows von Joy of Voice durch seine exzellente Stimme Schlüsselrollen einnimmt. Als er jedoch an diesem Abend die Bühne betrat, erinnerte er sehr stark an Conchita Wurst und nachdem er das sicher nicht zum ersten Mal hörte, stellte er sich als Conchita Wursts Schwester „Esmeralda Schinken“ vor.

Aber nein, sein – Pardon – ihr richtiger Name sei „Edina Viro“, klärte sie uns auf mit einem verschmitzten und verführerischen Lächeln und eindeutigen Handbewegungen in einem feuerroten Rauschekleid.

In einer knisternden Show mit Songs wie „Welcome to Burlesque“, „Nur kein Genieren“, „Wehrlos“, „Sklavin der Liebe“, „Männer sind Schweine“, „Als hätten wir uns nie goodbye gesagt“, „die Cäsarin von Rom“, „When you´re good to mama…“ und vielen weiteren Titeln gab es mit Edina, unterstützt durch zahlreiche Sängerinnen und Sänger des Ensembles, nicht nur viel tolles zu hören und zu sehen, sondern auch viel zu lachen.

Mitunter wurden auch Zuschauer auf die Bühne geholt, die einmal einen Sessel für Edina bildeten, ein andermal Opfer von „Mama“ wurden „Bist Du gut zu Mama, ist Mama gut zu Dir“, oder Edina dabei helfen sollten, „aus einem roten Vorhang ihrer Mutter, den sie heute noch sucht“ ein sexy Kleid zu binden.

Der sonst eher zurückhaltende Daniel war als „Edina Viro“ offensichtlich in seinem Element und so moderierte Edina mit viel Witz, Selbstbewusstsein und Charme, wenn sie gerade selbst nicht sang. Spätestens bei „Rise like a Phoenix“ war man wieder an Conchita erinnert, sein Kleid tat das übrige und auch seine Stimme stand Conchita in keiner Weise nach.

Mit „Schöne Grüße aus der Hölle“ schloss der erste Teil eines rauschenden Abends mit Joy of Voice. Die Pause zum Abkühlen wurde gestaltet mit einfühlsamen  Songs gesungen von Patrick, allein auf dem Klavier begleitet.

Kräftig nachgeheizt in der Late Night Show

„Veronica Silver“ alias Kevin Prinz schaufelte in der zweiten, „Late Night Show“ noch einmal kräftig Kohle ins Feuer. Denn er – Pardon – sie war es, die amüsant und elegant durch die zweite Hälfte des Abends führte und gleichzeitig mit ihrer umwerfenden Stimme fast jedes zweite Lied sang, jedes Mal mit einem neuen, schillernden Outfit und Schuhen, auf denen sogar ich als Frau Probleme hätte, auch nur geradeaus zu laufen.

Doch neben weiteren Männern hatte sich auch Jan, der beim Winnetou Musical in Bad Segeberg den Halbblut verkörpert, an diesem Abend in ein Kleid gehüllt, nämlich für ein Solo von Amy Winehouse und sang „Back to Black“ in einer eindrucksvollen Interpretation.

Neben „But the world goes round“, „Männer“, „Mädchen der Nacht“, „Goldeneye“, „Kriminaltango“, „Sweet Transvestite“ aus der Rocky Horror Picture Show, „You can leave your hat on“, „All that Jazz“ und vielen weiteren Songs, wurden auch hier mitunter Zuschauer auf die Bühne geholt, etwa von den Krankenschwestern bei „Doctor´s order“, oder von Veronica Silver höchstpersönlich bei „Im Wagen vor mir“.

Sehr lustig wurde es hier noch einmal mit Veronica Silvers „I hab d´Maschin scho putzt“ oder „Finger weg von meiner Musch“, das Veronika auf der Harmonika begleitete, während Kathrin die zweite Stimme dazu im Dirndl sang, neben einer kleinen weißen Spielzeugkatze auf dem Klavier namens „Musch“.

Den Abschluss machte „Time warp“ aus der Rocky Horror Picture Show und zum Abschied durften auch die Zuschauer dabei noch kräftig mittanzen.

Fotos:
aus eigener Quelle.

Ein großes Album der beiden Shows gibt es auf unserer Facebookseite.

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