Mensch und Organisation – Wo bleibt das Ich im digitalen Zeitalter?

23. November 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Digitale Technologien werden immer intelligenter und autonomer. In vielen Bereichen sind sie uns Menschen bereits überlegen. Diese Entwicklung birgt Chancen für den Fortschritt, bereitet gleichzeitig aber auch Unbehagen. Beim 2. Lautracher Salon am vergangenen Dienstag wurden Fragen der Digitalisierung unter dem Aspekt `Mensch und Organisation´ mit zwei Gastreferenten und rund 70 Besuchern offen und angeregt diskutiert.

Das Szenario, das die beiden Gastreferenten Prof. Ludger Pfanz, Leiter des Expanded 3 Digital Cinema Laboratory an der HfG Karlsruhe und Andrea Pfundmeier, Gründerin und CEO der Secomba GmbH | Boxcryptor, zum Thema zeichneten, klang zunächst eher beunruhigend:

Für den „Durchschnittsbürger“ ist das Thema Digitalisierung noch eine abstrakte Größe, die Wirtschaft ist bereits direkt damit konfrontiert und greift auf die Vordenker in Form von kreativen Visionären zurück, während das Bildungssystem noch vor dem Rätsel steht, wie man die kommenden Generationen auf die Veränderungen vorbereitet. Und die Politik hinkt hinterher.

Doch gaben die beiden Referenten viele interessante Einsichten, wie den Veränderungen durch die Digitalisierung begegnet werden kann.

Die Fragestellungen

Wenn Roboter immer schlauer werden, Algorithmen schnellere Entscheidungen als Menschen treffen und Künstliche Intelligenz unsere Arbeitsleistung gar ersetzt – was bedeutet das für unser künftiges Leben?

Wie gehen Führungskräfte mit den Verunsicherungen ihrer Mitarbeiter um, die anstehende Veränderungen umsetzen sollen bei gleichzeitigem Wissen, dass ihr Arbeitsumfeld immer stärker durch Volatilität geprägt ist?

Inwieweit sind Arbeitsplatz und Existenzgrundlage von Menschen durch die Automatisierung bedroht? Was steht auf dem Spiel und wohin wendet man sich in Zeiten epochaler Veränderungen mit seinen Ängsten? Ist der Umgang damit Privatsache? Oder liegt es in der Verantwortung von Führungskräften, Halt und Unterstützung zu bieten?

Um diese und weitere Fragen aus dem rund 70 Teilnehmer starken Publikum drehte sich der 2. Lautracher Salon, der unter dem Hauptthema Digitalisierung an den 1. Salon im Juni dieses Jahres anknüpfte und gleichzeitig an eine alte Tradition des Schlosses Lautrach.

Als ein Ort der Bildung und Begegnung knüpft der `Salon´an eine Geisteskultur an, die zu einem offenen Diskurs über die Gestaltung und Herausforderungen der Zukunft anregt mit Gästen aus Politik und Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Referenten stellen sich vor

Anmoderiert von Geschäftsführer des Schlosses Lautrach Gerhard Herb und Christina Kral-Voigt (M. A., Kundenberatung Schloss Lautrach), stellte Moderator Dr. Oliver Ernst (Trainer und Berater), zunächst Andrea Pfundmeier vor.

Andrea Pfundmeier

studierte zunächst Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Augsburg. 2011 gründete sie gemeinsam mit Robert Freudenreich die Secomba GmbH, welche den „Boxcryptor“ auf den Markt gebracht hat.

Boxcryptor ist eine mehrfach ausgezeichnete Verschlüsselungslösung für die Cloud zum Verschlüsseln von Dateien bei Anbietern wie Dropbox, Google Drive etc. Eine Software, die heute von Kunden in über 190 Ländern weltweit genutzt wird – sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmenskunden.

Seit 2014 ist Andrea Pfundmeier zudem ehrenamtliches Mitglied im Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ und berät in diesem Gremium das Wirtschaftsministerium. 2014 wurde sie mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet.

Einstiegsfrage an Andrea Pfundmeier

„Wie gehst Du als CEO des Unternehmens mit Deinen Mitarbeitern und deren Ängsten um in einem Unternehmen, das Systeme entwickelt, die dabei helfen, die Arbeit von Menschen „abzuschaffen“? lautete in etwa die erste Frage von Moderator Dr. Oliver Ernst an die erfolgreiche Firmengründerin.

„Wir profitieren noch vom jugendlichen Leichtsinn unserer noch jungen Firma“, räumt Andrea Pfundmeier unverhohlen ein. Ihre Mitarbeiter seien alle U30-Softwareentwickler und die aktuellen „Helden der modernen Geschichte“.

Doch wenn es darum gehe, Systeme zu entwickeln wie etwa automatisierte Antwortmails bei Mailanfragen, die die Mitarbeiter bei der Flut von sich oft ähnelnden Mailanfragen entlasten würde, stoße auch sie auf Wiederstand bei ihren Mitarbeitern.

Hier gelte es zu vermitteln, dass sich die Mitarbeiter bei einer Arbeitsentlastung von sich wiederholenden Antworten, auf die schwierigeren und damit interessanteren Fälle konzentrieren können, derartige Systeme also anspruchslosere Arbeit abnehmen können.

Wichtig sei, den Mitarbeitern Perspektiven zu eröffnen und die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu entfalten. Keiner höre gerne, dass er „austauschbar“ ist und bei Systemen dieser Art sei das auch nicht der Inhalt, sondern vielmehr eine Arbeitserleichterung, die es ermögliche, sich als Individuum besser zu entfalten.

Prof. Ludger Pfanz

lehrt seit 1997 an der Hochschule für Gestaltung im ZKM Karlsruhe. Er ist Gründer und Leiter des „Expanded 3 Digital Cinema Laboratory“, dem weltweit einzigartigen Labor zur Erforschung von Contentfragen zu neuen digitalen Kunst- und Filmformaten und Gründer und Leiter des internationalen Festival BEYOND.

Zudem gründete er 2009 auch die „3D Allianz Karlsruhe“ und ein internationales Forschungs-Konsortium u. A. mit Beijing, Singapore und Sidney, sowie das Programm „Future Design-Artistic Visions for Europe and BEYOND“, ein internationales Projekt in dem in einem Dreiklang aus Kunst, Technologie und Wissenschaft Zukunftsprognosen und ihre Implikationen für die Kunst, die Gesellschaft und die akademische Ausbildung erörtert werden.

Einstiegsfrage an Prof. Ludger Pfanz

Den kreativen Visionär und gleichzeitig Forschergeist Ludger Pfanz fragte Moderator Dr. Ernst, was seiner Ansicht nach einen Ansatz bieten kann, besser mit den Ängsten der Menschen angesichts der großen Veränderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung umzugehen.

Dass die Ängste einerseits sehr wohl begründet seien, zeigen Ergebnisse aus Studien, die vorhersagen, dass bis etwa 2030 die künstliche Intelligenz menschliche Fähigkeiten erreicht haben wird, so Prof. Ludger Pfanz. Technologische Umwälzungen, gekoppelt mit künstlicher Intelligenz werde aus heutiger Sicht tatsächlich alles umkrempeln.

Andererseits berge das die Chance auf neue Modelle, die das Individuum fördern, einfache Arbeitsprozesse abschaffen und die Menschen dazu anregen werden, ihre ganz eigenen Talente zu entwickeln und einzubringen.

Kreativprozesse in Unternehmensstrategien

Wir stünden vor der Aufgabe, so Prof. Pfanz weiter, Strategien für ein Zukunftsdesign zu entwickeln. Dabei sei zu beobachten, dass gerade die Kreativprozesse, die sich etwa bei ihm aus der künstlerischen Auseinandersetzung der letzten Jahrzehnte entwickelt haben, sich heute als sinnvolle Strategien in der Wirtschaft erweisen.

Menschliche Talente gewinnen an Bedeutung

Es zeichne sich ab, dass menschliche Talente zukünftig einen höheren Stellenwert haben werden als etwa Businesspläne.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein Teilnehmer warf ein, er sehe ein Problem in der Notwendigkeit von interdisziplinären Anforderungen, die die Digitalisierung erforderlich macht. Ein Maschinenbauer solle gleichzeitig Programmierer sein, fließend Englisch sprechen und am besten noch Mandarin. Wenn ein Student fertig sei mit dem Studium, sei die Zeit jedoch bereits weit vorangeschritten. Die Frage nach bedingungslosem Grundeinkommen dränge sich in diesem Zusammenhang immer mehr auf.

Andrea Pfundmeier pflichtete dem Teilnehmer bei, dass zukünftig weniger Spezialisten und mehr Generalisten gebraucht würden, die eine „Schnittstelle“ zwischen verschiedenen Disziplinen bilden.

Große Veränderungen bei den Jobprofilen

Auch wies sie auf große Veränderungen bei den Jobprofilen hin: Geschätzte 50 % der heute bekannten Berufsbilder könnten wegfallen, neue Berufsbilder werden sich parallel entwickeln.

Das Problem daran sei, dass etwa bei der Industrialisierung „schlechte“ Jobs wegfielen, während der Digitalisierung heute jedoch auch „gute“ Jobs wegfallen werden: In der Finanzdienstleistung etwa, oder in der Medizin bei Fachchirurgen oder im Rechtssystem Anwälte. In so gut wie allen Bereichen werden Generalisten wichtig sein, betonte sie.

Neue Motivationskonzepte anstelle von „Belohnungskonzepten“

Nicht nur werde das Einstellen auf diesen Veränderungsprozess der Berufe und Berufsbilder mehr als eine Generation dauern, vermutet Andrea Pfundmeier, sondern mache vor allem ein anderes Konzept der (Arbeits-) Motivation notwendig, die das Konzept der „Belohnung“ ablösen müsse.

Auch müssten entsprechende Strukturen entwickelt werden, wie und wo ein Mensch mit seiner Konstellation von Talenten und Fähigkeiten am besten eingesetzt werden könne.

3 ausgeprägte Talente und Schnittstellen finden

Wenn bisher zwei ausgeprägte Kompetenzen notwendig waren, um einen entsprechend gut dotierten Arbeitsplatz zu finden, werden es in Zukunft drei ausgeprägte Kompetenzen bzw. Talente sein: Maschinensprache (Informatik), eine Fremdsprache und spezifische Talente bzw. Kompetenzen in einem bestimmten Bereich, ist sich Ludger Pfanz sicher. Dies ermögliche, die zuvor angesprochenen „Schnittstellen“ mehrerer Disziplinen zu bilden.

Die richtigen Fragen stellen

„Alle suchen Talente, die niemand ausbildet“ – Anhand eines Beispiels zeigte Prof. Ludger Pfanz auf, warum „die richtigen Fragen stellen“ einen sehr wichtigen Stellenwert haben wird. In diesem Beispiel – allerdings durch Zufall – fand ein Angehöriger eines Autisten in Finnland heraus, dass Autisten das Lesen von Programmiersprache sehr leicht fällt.

So testete er mit Fachleuten dieses Verhalten und entdeckte, dass Autisten hervorragend geeignet sind, um „Glitches“, also Fehler in Programmen zu finden. Sie trommelten alle Autisten Finnlands zusammen, die meist für die Angehörigen eine Belastung darstellen, woraus sich die beste Software-Prüf-Firma der Welt bildete.

Wie wird es im Handwerk aussehen?

„Wenn ich in Zukunft zum Beispiel ein Problem in meinem Sanitärbereich habe, einen Klempner brauche oder ähnliches, wie wird sich die Digitalisierung auf den handwerklichen Bereich auswirken?“ fragte ein Teilnehmer.

Beide Referenten sind sich darin einig, dass das Handwerk der Bereich sein wird, der von der Digitalisierung am wenigsten betroffen sein wird. Spezifische Reparaturen mit Anfahrt, etc. seien bis dato undenkbar. Systeme werden v.a. dort ansetzen, wo es um standardisierte Abläufe gehe.

Zwar ist es bereits möglich, Musikkompositionen mit Algorithmen zu schreiben und auch in Literatur und Poesie gebe es bereits Ansätze, so Ludger Pfanz, doch stehe das Handwerk im herkömmlichen Sinne „auf goldenem Boden“.

Cyber Security werde hingegen ein Bereich sein, der boomen wird, ist Prof. Pfanz überzeugt.

Veränderte Produkte

Während die Industrialisierung um 1900 vor allem den Markt veränderte durch die Produktionssteigerung und die Erweiterung der Weltmärkte durch die stark wachsenden Exportbewegungen, verändere die Digitalisierung weniger den Markt, sondern v.a. Produkte und Dienstleistungen, klärte Andrea Pfundmeier auf.

Die Zukunft gestalten

„Wird es uns gelingen, nicht von der künstlichen Intelligenz überrollt zu werden?“ fragte ein weiterer Teilnehmer. Ludger Pfanz gab zu Bedenken, dass wir an der künstlichen Intelligenz grundsätzlich nicht vorbeikommen. Sie sei eine bereits existierende Größe, die sich exponentiell entwickle und wenn wir sie nicht nutzen würden, würde sie in anderen Teilen der Welt genutzt werden und wir hätten in jeder Beziehung das Nachsehen. Wichtig sei dabei, unsere Ziele zu definieren: „Wir müssen jetzt die Zukunft gestalten.“

Umgang mit persönlichen Daten

Moderator Dr. Ernst warf als Frage ein, wie wir Entwicklungen wie etwa dem „sozialen Fußabdruck“ begegnen sollen.

Für Andrea Pfundmeier ist klar, dass heute überall und ständig Daten gesammelt werden. Die NSA habe nicht umsonst einen Riesencomputer in die Wüste gestellt, der nichts anderes tut, als Daten zu sammeln. Was man in Zukunft damit machen wird, sei noch unklar, sicher sei, dass persönliche Daten zukünftig in vielen Bereichen genutzt werden können und genutzt werden.

Die Politik ist gefragt!

Dies sei einer von vielen Gründen, warum auch die Politik sich grundlegend ändern müsse: „Die Politik muss zukunftsgerichtet werden“, ist Andrea Pfundmeier überzeugt.

Dass die Politik im Zusammenhang mit der Digitalisierung in vielen Bereichen verstärkt gefragt ist, darüber sind sich beide Referenten einig.

V.a. das Sozialversicherungssystem müsse dabei neu überdacht werden, neue Lösungen für Be- bzw. Entlohnung von Berufstätigen gefunden und entschieden gegen eine individuelle Elitenbildung gesteuert werden, da es sonst über kurz oder lang 2% superreiche Menschen auf dieser Welt geben werde, Arbeit jedoch noch immer besteuert werde.

Beide Referenten äußerten sich mehr als verwundert darüber, dass das Thema Digitalisierung und die damit zusammenhängende Zukunftsgestaltung in der aktuellen Politik einen verschwindend kleinen Platz einnehme und keine Partei das Thema konkret aufgreife.

Bildung im Fahrwasser der Digitalisierung

Ein Teilnehmer, der aus dem schulischen Bereich kam (Schulleiter und Lehrer), fragte die beiden Referenten, was sie sich von der Schule bzw. dem Bildungssystem wünschen würden und wie die Schule auf diese Entwicklungen vorbereiten solle.

Beim Schulsystem, ebenso wie in der Arbeitswelt, müsse über ein anderes Motivationskonzept als das der konventionellen „Belohnung“ – in diesem Falle das Notensystem – nachgedacht werden, daürber sind sich beide Referenten einig.

Es werde extrem wichtig werden, innerhalb der schulischen Bildung individuelle Talente zu erkennen und zu fördern, erinnert Prof. Pfanz.

Provokatives, kritisches Denken müsse gefördert werden, denn es werde zudem extrem wichtig werden „die richtigen und gute Fragen zu stellen, anstatt richtige Antworten zu geben“.

Die richtigen Fragen führten dazu, Zusammenhänge zu verstehen. Kombiniere man das Verstehen eines Zusammenhanges mit einem persönlichen Talent, wird man (nach dem Motto Aha! Und ich kann…, also könnte ich damit…) in der Lage sein, einzigartige und damit gefragte „Schnittstellen“ zu entdecken und auszubilden, um Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln.

Wichtig werde in Zukunft auch, Gedanken und Dinge in Beziehung zu setzen oder zu verbinden, „die noch nie verbunden wurden“. Auch das könne in der Schule bereits geübt werden.

Für Andrea Pfundmeier ist die Schule, so wie sie heute existiert, zu strukturiert. Kreativität entstehe in Freiräumen, oder wenn man nichts tut. Sie erinnerte daran, dass die Demokratie in Griechenland erfunden wurde, in einer Zeit, in der man sich Zeit nahm, zu sinnieren, oder sich bei Mußegängen auszutauschen. Wir bewegten uns aktuell hingegen in einem „Hamsterrad“ von Aktionismus.

Im Bildungsbereich könne diese Erkenntnis genutzt werden und als Beispiel eine Stunde Müßiggang eingeplant werden, Kreativität müsse mehr gefördert und Freiräume eingeplant werden. All dies helfe dabei, persönliche Talente zu fördern.

Bereits heute gebe es Erziehungsmodelle, erinnert Andrea Pfundmeier und selbst Mutter eines nur wenige Monate alten Babys, in der mit neuen Motivationskonzepten gearbeitet wird. Dort wird etwa nicht gelobt, sodass die Kinder dazu animiert werden, das zu tun, was Mama will, sondern eben nicht gelobt, um herauszufinden, was sie selbst wollen, was ihre Aufmerksamkeit erregt oder sie beschäftigt.

Angst vor den falschen Dingen

Auf die Frage nach Ängsten von Mitarbeitern und der Gesellschaft antwortend, gab sie zu bedenken, dass „wir Angst vor den falschen Dingen“ haben. Ein selbstfahrendes Auto etwa sei viel weniger gefährlich als Datenklau.

„Wenn uns jemand ein Auto klaut, merken wir das sofort, wenn uns jemand Daten klaut, merke ich das nicht“. Doch spätestens nach der NSA-Affaire 2014 wurde deutlich, was Datenklau bewirken kann, erinnerte die Gründerin der Secomba GmbH.

Das „Ich“ in der Digitalen Welt

Mit der Frage eines Teilnehmers „Was bedeutet denn eigentlich das menschliche `Ich´“ wurde das Thema „Motivation“, das zuvor im Zusammenhang mit „Belohnung“ bereits zur Sprache kam, noch von einer anderen Seite beleuchtet. Der Teilnehmer, der aus dem psychologischen Bereich kam, machte deutlich, dass „die stärkste Motivation des Menschen der Mensch selbst“ sei.

Ein Forschungsergebnis des Neurowissenschaftlers Prof. Joachim Bauer besage, dass aus neurobiologischer Sicht Anerkennung bzw. die Wertschätzung für die erbrachte Leistung der wichtigste Faktor für die Arbeitsmotivation ist, noch vor dem Faktor der Bezahlung, vorausgesetzt die Bezahlung ist halbwegs anständig.

„Ich habe Angst, dass das `Ich´ auf der Strecke bleibt“, warf ein weiterer Teilnehmer ein. Individualismus nehme an Bedeutung zu, versicherten die beiden Referenten, konnten jedoch nicht ausschließen, dass diese Angst auch begründet ist. Die „tiefste Autorität“ werde tatsächlich mehr und mehr nach außen abwandern: „Wir verschieben unsere innere Autorität in Daten.“ „Es mag also sein, dass unser `Ich´ wie wir es heute verstehen, dahinschmilzt“, schloss Prof. Ludger Pfanz.

Bei Getränken und Fingerfood wurde in lockerer Runde angeregt über das Thema weiterdiskutiert.

Der nächste Termin für den Lautracher Salon 03 ist übrigens bereits angesetzt auf den 26. April 2018 und wird einen weiteren Aspekt der Digitalisierung zum Thema haben.

Fotos:
Bilder 1 & 2: Der Lautracher Salon 02
Bild 3 (v.li.): Geschäftsführer des Schlosses Lautrach Gerhard Herb, Prof. Ludger Pfanz (Leiter des Expanded 3 Digital Cinema Laboratory an der HfG Karlsruhe), Andrea Pfundmeier (Gründerin und CEO der Secomba GmbH | Boxcryptor), Christina Kral-Voigt (M. A., Kundenberatung Schloss Lautrach), Moderator Dr. Oliver Ernst (Trainer und Berater).
Fotos aus eigener Quelle.

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