Für den FC Memmingen heißt es auf einem Abstiegsplatz zu überwintern

4. Dezember 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Bei der 0:3 (0:1) Niederlage beim VfR Garching am Samstag zum Abschluss des Fußballjahres wurde wiederholt deutlich, dass vor allem ein effektiver Torjäger fehlt, der zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort steht. Auf dem Weihnachtswunschzettel des Regionalligisten FC Memmingen dürfte ein Stürmer ganz oben stehen. Über weite Strecken zeigten die Memminger bis zum Strafraum ein recht gutes Spiel. Aber bei Flanken, Vorlagen oder Abprallern fehlte nach wie vor zumindest ein entschiedener Mann im Abschluss.

Garching (ass). Nach dem 4:3 Überraschungscoup gegen das Spitzenteam aus Ingolstadt gelang somit kein Befreiungsschlag. Durch die Spielausfälle auf den anderen Plätzen bestand die große Chance mit einem „Dreier“ auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu überwintern. Deshalb appellierte Bernd Kunze im letzten Spiel unter seiner Regie als Trainer in seiner Kabinenansprache vor der Pause noch einmal an sein Team, alles rauszuholen, denn das war aus seiner Sicht in der ersten Halbzeit nicht erfolgt: „Wir waren hier zu passiv“.

Vielleicht hemmte auch die Eiseskälte im Seestadion. Die Reaktion darauf folgte in der Pause. Renè Schröder, der mit Heimaturlauber Branko Nikolic die Mittelfeldachse für die Gelb-Gesperrten Stefan Heger und Lukuas Rietzler bildete, wurde durch den jungen Michael Heilig eingetauscht.

Garching ging in der 21. Minute durch einen satten 25-Meter-Freistoß durch Florian Pflügler in Führung, wenngleich die Entscheidung fragwürdig war. Schiedsrichter Jochen Gschwendtner (Wurmannsquick) hatte keine klare Linie, pfiff teilweise sehr kleinlich, ließ dann aber wieder ganze Foulstafetten laufen.

Gebe es auch in der vierten Liga den Videobeweis, hätte der Assistent am Bildschirm wohl mehrfach regulierend eingegriffen. Als nach einer Stunde Muriz Salemovic bis auf die Tribüne hörbar von seinem Gegenspieler beleidigt wurde, ermahnte der Unparteiische den reklamierenden Kunze, dass er diese Worte nicht auch noch in den Mund nehmen sollte. Die Verbalattacke des Garchingers selbst blieb ungeahndet, ebenso wie ein gestrecktes Bein gegen Salemovic in der 88. Minute genau am Strafraumeck.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gastgeber mit 2:0 vorn, weil einer ihrer Joker stach: Der eingewechselte Stammkapitän Dennis Niebauer überwand FCM-Torhüter Martin Gruber, nachdem Sebastian Schmeiser unbedrängt ein verhängnisvoller Fehlpass unterlaufen war. Eine Standardsituation und ein vorweihnachtliches Geschenk an Garching entschieden somit die Partie.

„Der Gegner hat es uns heute einfacher gemacht, als ich erwartet habe“, merkte VfR-Trainer Daniel Weber treffend an. Das 3:0 durch Mike Niebauer in der Schlussminute war nur noch Makulatur. Freilich hätte David Anzenhofer Sekunden davor den Anschlusstreffer machen müssen, doch aus kurzer Distanz schoss der Abwehrspieler über den Kasten.

„Wir hätten uns heute einen Schritt nach vorne arbeiten können“, beendete Kunze mit einer Enttäuschung seinen Aushilfsjob. Seine Bilanz seit Anfang Oktober: Drei Siege, drei Unentschieden bei fünf Niederlagen sowie das Erreichen des bayerischen Pokal-Halbfinales.

Ausblick

In der Restsaison soll es nun Stephan Baierl richten. Die Stabübergabe erfolgt im Abschlusstraining für 2018 am Montag, bei welchem der neue Mann den Spielern auch einige Hausaufgaben für die Winterpause mitgeben will. Gleich nach dem Jahreswechsel beginnt die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde.

Aufstellung VfR Garching: Brenner – Hepp, Mayer, Tugbay (60. Niebauer D.), Salassidis (79. Göpfert), Pflügler, Niebauer M., Belkahia, Kelmendi, De Prato (70. Zimmerschied), Staudigl.
Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Boyer, Schmeiser, Anzenhofer, Lutz – Maier (67. Krogler), Nikolic (79. Hayse), Schröder (46. Heilig), Kircicek – Rochelt, Salemovic.

Tore:
1:0 (21.) Pflügler,
2:0 (81.) D. Niebauer,
3:0 (90.) M. Niebauer.

Schiedrichter: Gschwendtner (Wurmannsquick). – Gelbe Karten: Tugbay / Lutz, Salemovic.
Zuschauer: 190.

Fotos:
Archivbilder.
Bilder 1 & 3: Fotocredit Patrick Hörnle.
Bild 2: Fotocredit: Christine Hassler.

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