Ein bundesbester Absolvent im Bereich Medientechnologe Druck kommt in diesem Jahr aus Memmingen

7. Dezember 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

15 der 139 besten bayerischen Auszubildenden kommen 2017 aus schwäbischen Unternehmen. Sieben von diesen jungen Menschen sind in ihren Berufsbildern sogar Bundesbeste. Einer dieser Bundesbesten kommt aus Memmingen: Andreas Schwengler, der bei der Firma Hans Kolb Wellpappe GmbH & Co. KG in Memmingen den Beruf „Medientechnologe Druck“ erlernt hat und als bundesbester Prüfling in seinem Bereich aus den Abschlussprüfungen der IHK hervorging.

Diese herausragende Leistung des ehemaligen Auszubildenden Andreas Schwengler und seines Ausbildungsbetriebes Hans Kolb Wellpappe wurde gestern von der IHK Schwaben, vertreten durch den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Markus Anselment, mit jeweils einer Anerkennungsurkunde für den Bundesbesten wie auch für die ausbildende Firma gewürdigt.

Drei Jahre Lehrzeit, Berufsschule in Kempten und eine Abschlussprüfung durch die IHK – Das allein reicht nicht, um Bundesbester in einem Berufszweig zu werden. Wie Andreas Schwengler zu diesem Berufsbild kam, was ihn dazu veranlasste, die Ausbildung zum Medientechnologen Druck bei der Firma Hans Kolb Wellpappe zu machen und wodurch er es schaffte Bundesbester zu werden, erfuhren wir in einem Pressegespräch bei der Firma Hans Kolb Wellpappe in Memmingen.

Geschäftsführer Dr. Bernhard Ruffing zeigte sich entsprechend stolz auf den frisch gebackenen Medientechnologen Druck, der mit einer herausragenden Leistung glänzte, jedoch auch auf die eigene Firma, denn schließlich ist Hans Kolb Wellpappe keine Druckerei, sondern ein Verpackungsspezialist.

Stolz war natürlich auch der bundesbeste IHK-Prüfling im Berufszweig Medientechnologe Druck Andreas Schwengler selbst, der eigentlich andere berufliche Pläne hatte, auf halber Strecke aber sein Studium abbrach, weil er merkte, dass es doch nicht das richtige für ihn war.

Durch eine Ferienarbeit bei der Firma Hans Kolb kam er durch praktische Arbeit mit der Firma und auch mit dem Berufsbild in Berührung und merkte, dass ihm diese Arbeit lag und ihm zudem großen Spaß machte.

„Es ist ganz wichtig, dass man Spaß hat bei der Arbeit und sich im Betrieb, in dem man arbeitet, wohlfühlt“, ist Andreas Schwengler überzeugt.

Doch auch das ist noch nicht allein das Erfolgsrezept: Die technischen Voraussetzungen in der Firma müssen stimmen, und auch die Chemie zwischen dem Ausbildungsleiter und dem Auszubildenden, wie auch die Chemie zwischen Auszubildendem und Berufsschullehrer sind dabei wichtige Faktoren.

Berufsschullehrer Josef Schmid der Berufsschule Kempten beschrieb, wie seine Berufsschule sich auf die kleinste Abteilung seiner Schule – der Abteilung Medientechnologie Druck – einstellt:

„Es wird auf Augenhöhe mit den Firmen kommuniziert und dafür gesorgt, technologisch am Puls der Zeit zu sein, um Techniken zu lehren, die den aktuellen Standards entsprechen“, erklärt der Berufsschullehrer Schmid.

Das Prüfungsergebnis von Andreas Schwengler bezeichnete er als „perfekte Leistung“, die sich aus menschlicher, fachlicher und betrieblicher Note zusammensetze. „Es ist immer ein gemeinsamer Erfolg“, betonte der Berufsschullehrer, ohne die persönliche Leistung von Andreas Schwengler schmälern zu wollen. Denn es sei nicht einfach, einen AZUBI zu finden, der im theoretischen Bereich ebenso gut ist wie im praktischen Bereich und das vereine er vorbildlich.

300.000 Prüflinge in 213 Berufsgruppen, werden jährlich von der IHK geprüft, erklärte der stv. Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben Markus Anselment. „Diese Prüfung ist bundesweit gleich, kann daher direkt verglichen werden. Daraus als Bundesbester einer Berufsgruppe hervorzugehen ist eine beachtliche Leistung, die nicht als Einzelleistung, sondern nur als Teamleistung gesehen werden muss“, betonte Markus Anselment.

Und die wurde gebührend gefeiert: Die IHK hatte in den vergangenen Tagen zuerst die landesbesten und dann in Berlin die bundesbesten Absolventen in einer großen Veranstaltung gefeiert, moderiert von Barbara Schöneberger und geehrt durch den Besuch des EU-Kommissar Günther Hermann Oettinger und den DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer, erklärte Markus Anselment.

„Ich war mehr aufgeregt bei der Veranstaltung als bei der Prüfung“, gestand Andreas Schwengler lachend, als er die Feierlichkeiten Revue passieren ließ.

Mit der gebührenden Feier von besonders erfolgreichen Absolventen möchte die IHK einerseits die Leistung der Einzelnen würdigen, aber auch Lust machen auf eine duale Berufsausbildung, „um die uns nicht nur andere Länder im Europäischen Raum beneiden, sondern auf der ganzen Welt“, betonte sowohl Markus Anselment als auch Berufsschullehrer Josef Schmid, der gerade eine chinesische Delegation fünf Wochen zu Gast hatte. „Es ist kein System, das man einfach kopieren kann, denn sehr unterschiedliche Organisationsstrukturen müssen hierbei harmonisch zusammenspielen“, erklärte der engagierte Berufsschullehrer.

Dass es nicht einfach ist, gute AZUBIs zu finden, ist Personalleiter der Firma Hans Kolb Horst Varschen bewusst, dennoch sei die Zahl der Auszubildenden insgesamt an allen fünf Standorten des Unternehmens auf mittlerweile 60 Auszubildende angestiegen.

Dabei half auch die Reformierung vieler Lehrberufe, so Josef Schmid, der erklärt, dass sich dabei nicht nur viele Namen geändert haben, sondern vor allem die Lerninhalte: Ein „Medientechnologe Druck“ muss heute ganz andere Dinge beherrschen als noch vor 10-20 Jahren ein „Drucker“.

Doch auch die Betriebe müssen attraktiv sein: „Dass Andreas Schwengler bei uns als Verpackungsspezialist Medientechnologe Druck erlernen kann, liegt auch daran, dass unser Betrieb mit sehr guten Druckmaschinen ausgestattet ist. Auch wenn wir hier vor allem mit einem Druckverfahren arbeiten, arbeiten wir an einem anderen Standort mit einem anderen Verfahren und können so ein breites Fachwissen vermitteln“, erzählt Ausbildungsleiter und Head of Communications Thomas Wund.

Betriebe müssen heute zudem einfallsreich sein, wenn es darum geht, AZUBIs zu finden und haben verstanden, dass die direkte, praktische Erfahrung meist ein viel besseres Bild des Berufes vermittelt: „Unsere `Nacht des Packmitteltechnologen´, die meist vor Halloween stattfindet, wird sehr gut angenommen und hat schon viele neugierig auf den Beruf gemacht“, so Thomas Wund.

Genau durch die praktische Erfahrung hatte auch der diesjährige bundesbeste Absolvent Medientechnologe Druck Andreas Schwengler zu seinem Beruf gefunden.

Auf die Frage, ob er bei der Firma Hans Kolb bleiben möchte, sagte er, dass er sich sehr wohlfühlt in der Firma und gerne bleibt.

Angst davor haben, keinen Job zu finden, muss der 25-jährige Andreas Schwengler aus Steinheim sicher nicht. Denn allein die Firma Hans Kolb Wellpappe hat in den letzten drei Monaten 10 Medientechnologen Druck eingestellt.

„Wir freuen uns natürlich, wenn ein solch guter Mitarbeiter bei uns bleibt“, betonte Geschäftsführer Dr. Bernhard Ruffing, bevor Markus Anselment im Namen der IHK beide Seiten mit einer Urkunde für diese Teamleistung ehrte.

Fotos:

Bild 1 & Titelbild: Der bundesbeste Absolvent im Bereich „Medientechnologe Druck“ Andreas Schwengler (2. v. re.) wird zusammen mit seinem Ausbildungsbetrieb Hans Kolb Wellpappe GmbH & Co. KG, Memmingen von der IHK Schwaben, vertreten durch den stv. Hauptgeschäftsführer Markus Anselment (re. im Bild) mit einer Urkunde ausgezeichnet. Mit ihm freuen sich (v.li.) Personalleiter Horst Varschen, Thomas Wund (Ausbildungsleiter und Head of Communications), Carolin Schiller (Personalreferentin), Geschäftsführer Dr. Bernhard Ruffing und Ausbilder Peter Polansky.

Bild 2: Andreas Schwengler freut sich mit Geschäftsführer Dr. Bernhard Ruffing und Personalleiter Horst Varschen über den Erfolg und erhält auch von der Firma ein kleines Geschenk.

Bild 3: Am runden Tisch werden die Gründe für den Erfolg erläutert.

Bild 4: Einer der Schlüssel zu seinem Erfolg ist der Spaß an seinem Beruf, sagt Musterabsolvent Andreas Schwengler.

Fotos aus eigener Quelle (Christine Hassler).

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