Auf den Spuren des Krieges – Vöhlin Schüler erkunden in schwindelnden Höhen

8. Dezember 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Im Rahmen eines Praxis-Seminars unter dem Titel „Maschinenkrieg in den eisigen Höllen der Hochalpen“ trat eine Schülergruppe der Q12 des Vöhlin-Gymnasiums im September eine fünftägige Wandertour in den Sextner Dolomiten an. Nach einer langen Planungsphase wanderten sie fünf Tage entlang der Alpenkriegsfront des Ersten Weltkriegs und empfanden die Anstrengung der Soldaten bei den kräftezehrenden Kämpfen im Gebirge nach.

„Auf unserem Weg von Sexten über mehrere Gipfel zum Pragser Wildsee wurden nicht nur Teamgeist und Zusammenhalt der Gruppe gefördert, wir lernten den Dolomitenraum auch als Kriegsschauplatz kennen. Dabei besichtigten wir erhaltene Überreste von Soldatenstellungen und empfanden die Anstrengung der Soldaten bei den kräftezehrenden Kämpfen im Gebirge nach“, erzählte Johanna über das ebenso abenteuerliche wie erhellende P-Seminar.

Bei einer Abschlussveranstaltung präsentierte die Schülergruppe nun Eltern, Sponsoren und anderen Interessierten Einblicke in den Verlauf und geschichtlichen Hintergrund ihrer Tour.

Am Montag, den 18.Septemnber 2017 war es so weit: 13 Zwölftklässler aus dem P-Seminar „Maschinenkrieg in der eisigen Hölle der Hochalpen“ und ihre drei mutigen Lehrkräfte traten schwer bepackt ihren fünftägigen Marsch durch die Sextner Dolomiten an.

Nachdem sie sich durch strömenden Regen gekämpft hatten, wurden sie – anders als die Soldaten im Ersten Weltkrieg – mit einer warmen Dusche und einem leckeren Drei-Gänge-Menü belohnt. „Was wir noch nicht wussten war, dass wir uns am nächsten Tag einer noch viel größeren, witterungsbedingten Herausforderung stellen mussten“, erzählte Johanna spannend weiter. Aufgrund eines Schneeeinbruchs fanden sie sich auf der Hochebene der Drei Zinnen auf ca. 2500 Meter Höhe in knietiefem Schnee wieder.

„Doch der eigentliche Schock traf uns, als wir das Schlaflager der Drei-Zinnen-Hütte betraten: eisige Kälte, sichtbarer Atem, undichte Fenster, durch die der Wind pfiff… Als wir am nächsten Morgen aufwachten, eingepackt in unsere wärmsten Klamotten samt Mützen, stellten wir fest, dass nicht nur wir, sondern auch alle Wasserleitungen über Nacht eingefroren waren“. Schnellstmöglich traten sie deshalb den Abstieg an.

In den nächsten Tagen wurde das Wetter besser und die Unterkünfte für die mutige Schülergruppe komfortabler, jedoch waren die Blessuren der letzten Tage und des schweren Marschgepäcks deutlich spürbar, „unsere Rucksäcke schienen immer schwerer zu werden“, reflektierte Johanna.

Am Freitag, den 22.09.2017, mobilisierten die Schülerinnen und Schüler nochmals ihre Kräfte und machten sich auf zur finalen Etappe, die sie zum Pragser Wildsee führte. Als der Marsch geschafft war, war die Gruppe zwar auch geschafft, aber auch sehr zufrieden und alle freuten sich auf ein warmes Bad und ein weiches Bett.

„Diese Exkursion ermöglichte uns einen einmaligen Einblick in den harten Alltag der Soldaten an der Gebirgsfront während des Ersten Weltkrieges. Auch durch das vielseitige Wetter – Regen, Schnee, Sonnenschein – wurde diese Erfahrung für uns noch eindrücklicher“, verdeutlichte Johanna ihre Erfahrungen.

Neben der Besichtigung vieler Schützengräben, Einschusskrater und eines Freilichtmuseums, simulierte die Gruppe auch ein Trommelfeuer in einem Felstunnel und stellte sich gewaltigen Schneeballangriffen!

„Abends lasen wir im Tagebuch des Soldaten Karl Außerhofer. Dieser hatte den Gebirgskrieg miterlebt und notierte seine Erfahrungen täglich in seinem Tagebuch. Hierdurch wurden unsere täglichen Erlebnisse durch zeitgenössische Aufzeichnungen bereichernd ergänzt“, klärte die Schülerin auf.

Mit einer Abschlussveranstaltung für Eltern, Schüler, Lehrer und Interessierte rundeten die beteiligten Schülerinnen und Schüler das Projekt ab. Beginnend mit dem Klang eines Trommelfeuers stellten sie die Ernsthaftigkeit des Ersten Weltkrieges dar, gaben einen Überblick über den Alltag der Soldaten im Gebirgskrieg und erzählten im Anschluss von ihrer 5-tägigen Wanderung auf deren Spuren.

Sie zeigten Bilder, beantworteten Fragen der Besucher und verloren dabei den geschichtlichen Hintergrund nie aus den Augen.

„Rückblickend war die Veranstaltung und das ganze Projekt ein voller Erfolg“, findet Johanna, die sicher nie mehr auf die Idee kommen wird, Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten in Erwägung zu ziehen.

Quellen:
Textgrundlage und Bilder: Johanna Hörmann.

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