Pretty in Pink – Der rosa Baum gewinnt beim Christbaumloben

14. Dezember 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Beim traditionellen Christbaumloben des Vereins Soziale Bürger Memmingen e.V. im Memminger Rathaus waren wieder viele Besucher gekommen, um die insgesamt 22 Christbäume zu bestaunen, zu loben, sich vom Schmuck der bunt geschmückten Bäumen inspirieren zu lassen und natütlich die Belohnung für ihr Loben einzustreichen. Der Gewinnerbaum in diesem Jahr war ganz in Pink und Rosatönen gehalten und wurde angereichert durch schnmucke, handgefaltete Papierkugeln.

Vom letzten Einhorn über Fahrräder, gestrickte Länderfahnen bis hin zum traditionellen Baum mit Wachsmodels und Äpfelchen waren die Dekorationen der insgesamt 22 Christbäume in diesem Jahr sehr vielfältig.

„Das ist aber ein wirklich schöner Baum“ ist einer der Sätze, der in der Weihnachtszeit in Teilen Bayerns, Baden-Württembergs und Bayrisch Schwaben oft und in den seltensten Fällen ohne Erwartungshaltung ausgesprochen wird. Erwartet wird eine kleine Belohnung, denn das Christbaumloben hat hier Tradition.

Ein hochprozentiger darf dabei als Belohnung nicht fehlen, für die Kinder wird oft Punsch gereicht. Das Christbaumloben ist vor allem ein geselliges Ritual, um sich Zeit für Freunde und Verwandte zu nehmen und diese während den Weihnachtstagen zu besuchen. Ein beliebtes Gesprächsthema ist dabei der immer mit viel Liebe geschmückte Christbaum.

„Dieser Brauch ist gut für den Zusammenhalt unter den Bürgern und muss erhalten und gefördert werden“, meint Manfred Bretzel, Vorsitzender des Vereins „Soziale Bürger Memmingen e.V.“, der den Wettbewerb des Memminger Christbaumlobens zusammen mit seiner Frau Rosemarie ins Leben rief.

Ein zentraler Aspekt ist das Begutachten und übertreibende Hervorheben des einzelnen Baumes.

Ob Größe, Dichte oder der besonders gerade Stamm, kein Detail wird ausgelassen.

Auch negative Eigenschaften werden meist auf ironisch übertreibende Weise beschönigt:

So passt sich etwa ein krummer Baum ideal dem geschwungenen Stil der Möbel an oder ein besonders karges Gewächs sorgt für Transparenz im Haus.

Der Kreativität und Überschwänglichkeit des Lobenden sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Besondere Aufmerksamkeit genießt natürlich vor allem der Christbaumschmuck. Und der fiel beim Memminger Christbaumloben in diesem Jahr wieder sehr unterschiedlich aus:

 

Gleich zwei Bäume hatten sich das Einhorn als Leitmotiv gewählt und auf unterschiedliche Weise umgesetzt. Auch gestrickter Weihnachtsschmuck war an zwei Bäumen zu sehen, beim einen in Form von gestrickten Kugeln und Engelchen, beim anderen in Form von allen Länderfahnen dieser Welt unter dem Titel „Aus aller Frauen Länder“, gestrickt von den Frauen der Memminger Kulturverstrickungen des Frauennetzwerkes.

Besonders bemerkenswert waren tatsächlich all die Bäume, die auch handgearbeiteten Schmuck trugen. Und davon gab es nicht nur viele, sondern auch sehr einfallsreiche.

So gab es einen „Fahrradbaum“, einen Baum, der sich unter dem Titel „D´Weihnachtsgschicht auf Schwäbisch“ in Weihnachtsgeschichten in Mundart schmückte, einen Schneemannbaum mit Schneemännern aus Salzteig, einen traditionellen Baum mit Wachsmodels, Plätzchen aus Salzgebäck und Äpfelchen, einen goldenen Baum mit filigranen Sternen aus Folien gebastelt, einen Einhornbaum mit Einhornköpfen aus Holz, bis hin zu einem Wunschbaum, auf dem Kinder ihre persönlichen Wünsche an das Christkind richteten.

„Eine knappe Kiste“ sei diesmal die Bewertung gewesen, so Manfred Bretzel, der zusammen mit Oberbürgermeister Manfred Schilder und dem Christkind Ayleen die Gewinner vorstellte. Kuriosum dabei waren gleich mehrere Dinge: etwa dass diesmal Manfred Bretzel selbst den 3. Platz erreichte „aber nur, weil Frau Hiller der ehemaligen Bäckerei Hiller mir den Christbaumschmuck dafür gab“, erklärte er lachend mit Dank an Frau Hiller.

Platz 2 erreichte der „Fahrradbaum“ von Richard Wiblishauser mit ausgeschnittenen Papierfahrrädern und Zahnrädern. Ein weiteres Kuriosum war Platz 1, denn für den wurde der Baum mit der Nr. 1 gewählt: Ganz in Rosatönen gehalten und mit gefalteten Papierkugeln angereichert erstrahlte der Baum von Elvira Böhm und Herbert Mück zudem gleich am Eingang der Rathaushalle.

Viele Firmen und Einzelhandelsunternehmen unterstützten wieder tatkräftig, darunter die Firma Goldhofer, die VR-Bank, die Firma Pfeifer, die Metzgerei Greif, Dehner Gartenbaucenter, das Hamptons, das Bekleidungshaus Eckhofer und viele mehr, wofür sich Manfred Bretzel herzlich bedankte.

Fotos:
Bilder 1-4: Vor allem der ideenreiche, handgemachte Christbaumschmuck fiel in diesem Jahr besonders ins Auge, der mit viel Zeit, Hingabe und Fantasie gestaltet wurde.
Bild 5: Baum Nr. 1 erhielt Platz 1 in der Bewertung der Besucher. Der Baum wurde von Elvira Böhm und Herbert Mück geschmückt. Neben den beiden Gewinnern: Manfred Bretzel, Vorsitzender des Vereins „Soziale Bürger Memmingen e.V.“ und Veranstalter (li.), das Christkind Ayleen und Oberbürgermeister Manfred Schilder (re.).

Fotos aus eigener Quelle (Christine Hassler).

Ein paar mehr schöne Bilder der insgesamt 22 verschieden geschmückten Bäume gibt es auf unserer Facebookseite.

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