Erfolgreiche Fertigstellung der Lärmschutzmaßnahmen im Bereich Amendingen und Ausblick auf weitere Maßnahmen um Memmingen

18. Dezember 2017 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die Lärmschutzmaßnahmen entlang der A96 bei Amendingen wie auch die Fahrbahnsanierung im Bereich Memmingen-Amendingen bis Memmingen-Ost wurden erfolgreich abgeschlossen. Die deutliche Lärmminderung von 10 deziBel setzte viel politische Vorarbeit voraus, wurde bei fließendem Verkehr reibungslos umgesetzt und kostete insgesamt knapp 17 Millionen Euro. Die zukünftige Sechs-Spurigkeit der A7 war Thema beim Ausblick auf weitere Maßnahmen um Memmingen.

Die Autobahndirektion Südbayern, die Stadt Memmingen und Vertreter aus der Politik informierten bei einem Pressegespräch im Rathaus am vergangenen Freitag über die fertig gestellten Maßnahmen an der A96 im Bereich Memmingen-Amendingen. Mit Ausblick auf weitere geplante Bauprojekte im Bereich Memmingen und am westlichen und nördlichen Teil des Autobahnkreuzes Memmingen war auch die zukünftige Sechs-Spurigkeit der A7 dabei Thema.

Lärmschutz entlang der A96 bei Amendingen

Auf rund zwei Kilometern wurden seit September 2016 Lärmschutzwände errichtet und ergänzend zwischen der Hochbrücke Memmingen und der Anschlussstelle Memmingen-Ost eine lärmmindernde Asphaltdeckschicht aus offenporigem Asphalt aufgebracht.

„Wir sind sehr froh und dankbar für den nachträglichen Lärmschutz. Dieses Bauprojekt ist für die Stadt Memmingen von erheblicher Bedeutung“, erklärte Oberbürgermeister Manfred Schilder bei einem gemeinsamen Pressegespräch der Stadt Memmingen und der Autobahndirektion Südbayern, in dem es auch um anstehende Bauvorhaben am Memminger Autobahnkreuz ging.

10 deziBel macht der Unterschied aus, den die Lärmschutzmaßnahmen einbrachten, erläuterte Dr. Olaf Weller, Leiter der Dienststelle Kempten der Autobahndirektion Südbayern.

Zum Verständins: Ein Unterschied von 10 dB(A) entspricht dem achtfachen Schalldruck im Ohr und wird als „doppelt so laut“ empfunden.

Positive Reaktionen auf eine deutliche Lärmminderung gibt es bereits von Anwohnern: „Man merkt eine erhebliche Lärmminderung, auch das `Singen´ der LKW-Reifen ist deutlich reduziert“, berichtete der Amendinger Bürgerausschussvorsitzende Stefan Döring.

„Es hat alles sehr gut funktioniert, weil die Bürger von Anfang an mit ins Boot geholt wurden. So hat es keine Einsprüche und dementsprechend keine Zeitverzögerungen gegeben“, ist sich Stefan Döring sicher.

Knapp 17 Mio Gesamtkosten

Der Lärmschutz erforderte 11,6 Mio Euro an finanziellen Mitteln, für die Fahrbahnsanierung und erneuerten Schutzplanken kamen nochmals 5 Mio Euro dazu.

Verkehrszunahme und unmittelbare Nähe zu Wohngebieten machten Lärmschutz notwendig

„Als die A96 1983 fertiggestellt wurde, war das Verkehrsaufkommen rund 9.000 Fahrzeuge pro Tag. Heute sind es 42.000 Fahrzeuge pro Tag“, erinnert sich Dr. Weller. Zusätzliches Problem war die Nähe zur Bebauung. Daher musste die angestrebte Lösung so platzsparend wie möglich sein.

Sehr gelungene Maßnahme durch Zusammenwirken vieler Akteure

„Es war eine sehr gelungene Maßnahme, die zügig und mit konstruktiven Abstimmungen aller Beteiligten verwirklicht wurde“, so Dr. Olaf Weller der Autobahndirektion Südbayern.

Für die gute Zusammenarbeit dankte Dr. Weller der Stadt Memmingen und dem Vorsitzenden des Amendinger Bürgerausschusses, Stefan Döring, der die Stimmen der Anwohner in der Planungsphase mit eingebracht hat.

Auch an Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke und Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek richtete Weller seinen Dank für das politische Vorantreiben und die Finanzierung des insgesamt knapp 17 Millionen Euro teuren Bauprojekts.

Ein besonderer Dank ging dabei auch an Staatsminister a.D. Josef Miller, der sich über viele Jahre entschlossen für die Verbesserung des Lärmschutzes eingesetzt hat. „Zu Anfang fehlten schlichtweg die finanziellen Mittel für den Lärmschutz“, erinnerte sich Josef Miller, der dennoch über lange Jahre am Ball blieb. Denn „Wer Autobahnen möchte, muss auch an Lärmschutz denken“, betonte er.

„Der Bund nimmt mit dieser Baumaßnahme seine Verantwortung wahr“, erklärte Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke. „Die Reduzierung des Verkehrslärms durch den Lärmschutz ist auch ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität.“

Stracke lobte die hohe Professionalität der Autobahndirektion, die die Arbeiten bei fließendem Verkehr auf der Autobahn bewältigt hat.

Ausblick und weitere Maßnahmen im Bereich Memmingen

Derzeit ist die Sanierung der 316 Meter langen Buxachtalbrücke in vollem Gange. Dabei werden die Schutzeinrichtungen sowie die marode Übergangskonstruktion auf beiden Seiten erneuert, die für das laute „Klack-Klack“ beim Auf- und Abfahren der Brücke verantwortlich war. Eine Seite der Übergangskonstruktion wurde bereits fertiggestellt, die zweite folgt im März 2018. Im Oktober 2018 soll die Brückensanierung abgeschlossen sein, informierten Dr. Weller und Thomas Riedler, Leiter der Abteilung Planung und Bau-West der Dienststelle Kempten der Autobahndirektion Südbayern.

Am westlichen Autobahnkreuz (A96) laufen ebenfalls Planungen, die auch Lärmschutzeinrichtungen für Buxheim beinhalten können. Eine Verbreiterung und Verlängerung der Ein- und Ausfädelspuren der A96 westlich des Autobahnkreuzes soll bereits eine Entspannung bringen. Hierfür soll Ende des kommenden Jahres das Planfeststellungsverfahren beantragt werden, so Dr. Weller.

Ein Planfeststellungsverfahren soll 2018 auch für die Hochbrücke Memmingen beantragt werden, die über das ehemalige Landesgartenschaugelände führt, denn bei der Nordbrücke wurden statische Mängel festgestellt, erklärte Dr. Weller. Die Nordbrücke müsse deshalb abgebrochen und neu aufgebaut werden, die Südbrücke werde saniert. Im Anschluss können auf der Brücke höhere Lärmschutzwände angebracht werden.

Die A7 wird sechsspurig

Als Vorbereitung für den sechsspurigen Ausbau der A7 soll 2018 mit einer Verbreiterung und Verlängerung der Ein- und Ausfädelspuren der A7 am nördlichen Autobahnkreuz begonnen werden. In einer komplexen Bauphase muss dabei der Verkehr aufrechterhalten und auch während der Bauzeit für eindeutige Beschilderung gesorgt werden: „Das wird eine große Herausforderung“, ist sich Dr. Weller der Autobahndirektion Südbayern bewusst. Im Zuge dessen wird auch der Fahrbahnbelag bis zur Anschlusstelle Berkheim sowie die Verkehrszeichenbrücken erneuert.

Neubau Europastraßenbrücke

Als Gemeinschaftsprojekt der Autobahndirektion und der Stadt Memmingen wird die Europastraßenbrücke neu gebaut werden, anteilig finanziert durch das Land Bayern (wir berichteten). Um den Verkehrsfluss während der Bauzeit aufrechtzuerhalten, wird vor dem Abriss eine Behelfsbrücke gebaut.
Dass die Europastraßenbrücke über die A96 rechtzeitig zur Eröffnung von IKEA fertiggestellt werden kann, bezweifelt Dr. Weller jedoch.

Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek betonte die Dringlichkeit dieser Baumaßnahme. „Die Erwartungen sind hoch, dass diese Maßnahme zügig realisiert wird“, drängte Holetschek.

Dem pflichteten MdB Stracke und Oberbürgermeister Schilder nachdrücklich bei. „Eine Verbreiterung der Brücke ist eine hoch-prioritäre Maßnahme für die weitere positive Entwicklung des Gewerbegebietes Nord“, betonte Schilder.

Große Veränderungen am Memminger Kreuz

Stephan Stracke: „Wir stehen vor großen Veränderungen am Memminger Kreuz. Dem Dauerstau, der sich vor allem an Wochenenden und zu den Reisezeiten um das Autobahnkreuz Memmingen auf der A7 als auch – dadurch mitbedingt – auf der A96 bilden, soll durch den sechsspurigen Ausbau der A7 begegnet werden. Wir haben das auf den Weg gebracht. Das Memminger Kreuz ist ein komplexer Knotenpunkt und muss dafür die erste Maßnahme sein.“

Dr. Weller gab zu Bedenken, dass das Ausbaukonzept für den sechsspurigen Ausbau der A7 gerade erstellt werde. Wegen einer Vielzahl an Großbrücken seien dafür auch erhebliche Geldmittel notwendig. Eine Standstreifenfreigabe sieht er als problematisch und langfristig unrentabel an, da vieles später teuer nachjustiert werden müsse.

Auf die Frage, wann somit mit dem Beginn zum sechsspurigen Ausbau der A7 um Memmingen zu rechnen ist, wagte Dr. Weller noch keine eindeutige Prognose. Jedoch gab er zu Bedenken, dass es im Zuge der IKEA-Ansiedlung am nördlichen Autobahnkreuz durch die Verbreiterung und Verlängerung der Ein- und Ausfädelspuren der A7 bereits eine Entspannung geben wird.
Der nächste Schritt in Richtung sechsspurige A7 um Memmingen sei nun der Vorentwurf und der sei beantragt.

Fotos:

Bild 1 (& Titelebild): Das Engagement von vielen war für die Realisierung dieses Bauprojekts grundlegend (v. li.): Oberbürgermeister Manfred Schilder, Landtagsabgeordneter und Stadtrat Klaus Holetschek, Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke, Staatsminister a.D. Josef Miller, Dr. Olaf Weller (Leiter der Dienststelle Kempten der Autobahndirektion Südbayern), Thomas Riedler (Leiter der Abteilung Planung und Bau West der Autobahndirektion Südbayern) und Stefan Döring, Bürgerausschussvorsitzender Amendingen. Fotoquelle: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen.

Bild 2: Aufnahmen während der Bauarbeiten: Bei fließendem Verkehr wurden die Lärmschutzmaßnahmen erfolgreich und ohne Zwischenfälle umgesetzt.
Bild 3: Vorher (li.) – Nachher (re.)
Bild 4: Das erfolgreich fertiggestellte Lärmschutzprojekt zum Schutz des nahen Wohngebietes Amendingen.
Fotoquelle BIlder 2-4: Autobahndirektion Südbayern.

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