Flüchtlinge: Motivierte Jugendliche und anerkannte Flüchtlinge ohne Wohnraum

9. Januar 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Das Kreisjugendamt am Unterallgäuer Landratsamt ist aktuell für 108 junge Flüchtlinge zuständig, die ohne ihre Eltern in den Landkreis gekommen sind. „Wir haben viele positive Erfahrungen gemacht“, so Lisa Rueß vom Kreisjugendamt. „Der Großteil sind motivierte, anpassungsbereite Jugendliche.“ – Viele anerkannte Flüchtlinge suchen derzeit im Unterallgäu eine Wohnung. „Bei der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt ist das oft ein Problem“, weiß Elena Münnich, Integrationslotsin am Landratsamt Unterallgäu.

Junge Geflüchtete – motivierte, anpassungsbereite Jugendliche

Das Kreisjugendamt am Unterallgäuer Landratsamt ist aktuell für 108 junge Flüchtlinge zuständig, die ohne ihre Eltern in den Landkreis gekommen sind. Darüber informierte Kreisjugendamtsleiterin Christine Keller in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Auch bei den sogenannten unbegleiteten Minderjährigen gingen die Flüchtlingszahlen zurück. Deshalb schließe man Unterkünfte, so Keller.

Wenn Flüchtlinge in den Landkreis kommen, die noch nicht erwachsen sind, werden sie in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht. „Anschließend wird ein Vormund bestellt, der auch den Asylantrag stellt“, sagte Diana Wurm vom Sozialdienst des Kreisjugendamts. Von den 108 unbegleiteten Flüchtlingen seien 98 männlich, zehn weiblich. Der Großteil stamme aus Afghanistan.

Sobald die Jugendlichen da sind, „versuchen wir, eine Beschulung zu beginnen“, fuhr Lisa Rueß fort, die ebenfalls im Sozialdienst des Kreisjugendamts arbeitet. „Mittlerweile ist eine sehr gute Schulstruktur aufgebaut.“

Flüchtlinge unter 16 Jahre besuchen die Mittelschule, ältere die Berufsschule. Das Leistungsniveau sei sehr unterschiedlich, berichtete Rueß. So reiche dies von Analphabeten bis hin zu Jugendlichen mit relativer guter Schulbildung.

In der Berufsschule finden laut der Referentin Praktika statt, aus denen häufig Ausbildungsverträge entstehen. „17 unbegleitete Minderjährige befinden sich im ersten Ausbildungsjahr, zwei im zweiten.“ Die Ausbildungsberufe reichten vom Autolackierer, Lagerist und Koch bis hin zur Hotelfachfrau und zum Mechatroniker.

Oft beantragen die Jugendlichen Rueß zufolge ausbildungsbegleitende Hilfen wie Sprachkurse. „Wir haben viele positive Erfahrungen gemacht“, betonte die Mitarbeiterin des Kreisjugendamts. Traumatisierte Jugendliche seien die Ausnahme. „Der Großteil sind motivierte, anpassungsbereite Jugendliche.“

Anerkannte Flüchtlinge suchen Wohnraum

Wer eine Wohnung vermieten möchte, kann sich an die Integrationslotsin am Landratsamt wenden.

Viele Flüchtlinge suchen derzeit im Unterallgäu eine Wohnung. Hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Asylbewerber anerkannt, muss dieser aus der Unterkunft ausziehen. „Bei der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt ist das oft ein Problem“, weiß Elena Münnich, Integrationslotsin am Landratsamt Unterallgäu: „Zum Glück unterstützen auch hier ehrenamtliche Helfer.“ Um zu vermitteln, hat das Landratsamt Unterallgäu nun eine Wohnraumbörse eingerichtet unter www.unterallgaeu.de/wohnraumboerse.

Personen, die Wohnraum anbieten wollen, können hier ein Formular herunterladen, ausfüllen und an die Integrationslotsin schicken. Elena Münnich stellt dann den Kontakt zwischen potenziellen Vermietern und den Personen her, die anerkannte Asylbewerber bei der Wohnungssuche unterstützen.

Wichtig sei hierbei: „Anerkannte Asylbewerber, die Leistungen des Jobcenters beziehen, zum Beispiel Arbeitslosengeld II, müssen unbedingt das Jobcenter kontaktieren, bevor sie einen Mietvertrag abschließen.“ Das Jobcenter prüft dann laut Münnich, ob die Wohnung und die Miet-Konditionen angemessen sind; dafür benötigt es die Angaben des Vermieters, die in dem Formular abgefragt werden.

Im Internet hat das Landratsamt auch Tabellen eingestellt, wie eine angemessene Miete und angemessene Heizkosten berechnet werden. „Wir wollen es so allen Beteiligten etwas leichter machen“, sagt Münnich.

Weitere Informationen gibt die Integrationslotsin unter Tel. 08261 995183.

Fotos: Pixabay.

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