Unterallgäuer Bäckereien und Cafés beteiligen sich an neuem Pfandsystem

11. Januar 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Zeitgleich zur Einführung in Memmingen wurde das Pfandsystem RECUP im Beisein von Landrat Hans-Joachim Weirather auch in „Marino’s Café“ in Mindelheim vorgestellt. Im ganzen Unterallgäu beteiligen sich viele Bäckereien und Cafés am umweltfreundlichen Mehrwegbechersystem. Allein im Unterallgäu werden jedes Jahr rund fünf Millionen Einwegbecher für Kaffee zum Mitnehmen verwendet. So entstehen jährlich 60 Tonnen Abfall. Nicht nur dem Müllaufkommen allein wirkt das sympatische Mehrwegsystem nun mehr und mehr entgegen.

Jede vierte Tasse Kaffee werde inzwischen außer Haus getrunken – ein Drittel davon aus Einwegbechern, informierte Edgar Putz, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises. „Mit dem Einwegbecher tut man der Umwelt aber nichts Gutes.“ Deshalb habe die Abfallwirtschaft das Mehrwegsystem im Unterallgäu auf den Weg gebracht.

Für die Herstellung der 4,75 Millionen Becher, die jedes Jahr im Unterallgäu verwendet werden, werden laut Putz rund fünf Tonnen Rohöl, 109 Tonnen Holz, 543.000 Kilowattstunden Strom und 2,5 Millionen Liter Wasser verbraucht.

Nach dem Gebrauch landeten die meisten Becher im Restmüll. Nur ein Bruchteil werde mit dem Altpapier entsorgt und könne recycelt werden.

Es sei zwar am schönsten, Kaffee aus Tassen zu genießen, aber das passe nicht immer zu den modernen Lebensgewohnheiten, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather beim Startschuss des Mehrwegbechers im „Marino’s Café“ in Mindelheim.

Deshalb freue er sich über die Einführung des neuen Systems: „Jeder umweltpolitisch denkende Bürger hat damit die Möglichkeit, die praktische Seite mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit zu verbinden.“

Wer seinen Kaffee künftig aus dem Mehrwegbecher trinken möchte, erhält diesen bei den am System beteiligten Betrieben gegen einen Euro Pfand.

Im Unterallgäu gibt es den Becher bei den Bäckereien Böhm in Sontheim, Fäßler in Mindelheim und Kaiser in Bad Wörishofen, der Konditorei Gerle in Ottobeuren, dem Schützenbäck in Erkheim und Marino`s Café in Mindelheim.

Darüber hinaus bekommt man den Mehrwegbecher der Firma Recup in Cafés und Bäckereien in Memmingen (wir berichteten) und Kempten. Die Becher, die für das Allgäu mit verschiedenen regionalen Wahrzeichen entworfen wurden, können bei jedem beliebigen, am System beteiligten Unternehmen zurückgegeben werden.

Info

Wer den Mehrwegbecher für „Coffee-to-go“ ebenfalls anbieten will, egal ob Café, Bäckerei, Restaurant, Tankstelle, Schule oder Kantine, kann sich bei der Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises unter Telefon 08261 995-367 melden.

Eine Übersicht über alle am System beteiligten Betriebe für Aus- und Rückgabe bietet die Recup-App oder findet sich unter www.recup.de.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Landkreis-Homepage unter www.unterallgaeu.de/coffeetogo.

Fotos:

Bild 1: (v. li.): Alexandra Gerstmeier (Recup), Barbara Merten von der FOS/BOS Memmingen, Marino Scholz von Marino’s Café in Mindelheim, Matthias Gerle von der Konditorei Gerle in Ottobeuren, Gerlinde Böhm von der Bäckerei Böhm in Sontheim, Manfred Salger von der Bäckerei Fäßler in Mindelheim, Landrat Hans-Joachim Weirather, Johanna Schuster und Edgar Putz (Kommunale Abfallwirtschaft) sowie Lisa Henze (Recup).

Bild 2: Marino Scholz (li.) überreichte Landrat Hans-Joachim Weirather den ersten Coffee-to-go im Mehrwegbecher.

Bild 3: Johanna Schuster von der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises sowie die als Kaffeebecher verkleideten Mitarbeiterinnen der Firma Recup Lisa Henze (li.) und Alexandra Gerstmeier verteilten die neuen Mehrwegbecher für Coffee to go in der Mindelheimer Innenstadt.

Fotoquelle: Sylvia Rustler/Landratsamt Unterallgäu.

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