Bürger/innen engagieren sich für ihren Stadtteil

23. Januar 2018 von Christine Hassler - 2 Comments

Im neuen Bürgerbüro der Sozialen Stadt Ost am Baltenplatz 1 fand Ende der vergangenen Woche der Auftakt statt für die Arbeit im neuen Bürgerbüro und die aktive Beteiligung von Anwohnern des Stadtteiles Memmingen Ost. Neben einem bereits etablierten Geschichtsarbeitskreis, der sich um die Identität des Ortsteils bemüht, wurden nun bereits sieben neue Projektgruppen gebildet von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für ihren Stadtteil stark machen wollen.

Das neue Stadtteilbüro am Baltenplatz 1 ist seit Januar dieses Jahres Anlaufstelle für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Memminger Ostens, „dem Stadtteil der aufgehenden Sonne“, wie ein Teilnehmer den Stadtteil positiv und humorvoll nannte.

Mit der neuen Quartiersmanagerin Katrina Dibah-Lavorante, die zuvor rund acht Jahre im Memminger Westen als Quartiersmanagerin tätig war, werden hier Initiativen und Aktivitäten von Mitbürgern gebündelt und umgesetzt.

Zweifel seitens einiger Teilnehmer über die Umsetzung der auch in zahlreichen Bürgerbeteiligungen erarbeiteten Maßnahmen für die vom Bund geförderten Aufwertungen städtebaulich, wirtschaftlich oder sozial benachteiligter oder strukturschwacher Stadt- und Ortsteile, zerstreute Projektmanager Uwe Weißfloch, Leiter des Stadtplanungsamts bei seiner Begrüßung.

Dabei wurden Bedenken geäußert, was denn nun mit all den erarbeiteten Maßnahmen geschehe. Uwe Weißfloch klärte auf: Innerhalb des Förderprogramms der „Sozialen Stadt“ gibt es nicht nur die Förderung baulicher, d.h. investiver Maßnahmen, sondern auch aktivierende und vernetzende Projekte im Quartier, d.h. nicht-investive Maßnahmen, die von Bürger/innen mit Unterstützung des Quartiersmanagements Memmingen-Ost umgesetzt werden können.

Die städtebaulichen Maßnahmen wurden mit dem Planer-Team und zahlreichen Bürgerbeteiligungen seit 2015 erarbeitet und der daraus abgeleitete Maßnahmenplan für den Memminger Osten wurde anschließend vom Stadtrat im Oktober 2017 zur Umsetzung beschlossen, dafür ist also langfristig gesorgt.

Dass nicht alle erarbeiteten städtebaulichen Maßnahmen umgesetzt werden können und auch in großen Zeiträumen von bis zu 10 Jahren gedacht werden muss, wusste auch Quartiersmanagerin Katrina Dibah-Lavorante aus ihrer Erfahrung im Memminger Westen.

Doch die Priorisierung der angestrebten baulichen, somit investiven Maßnahmen, die beim dritten und letzten Stadtteilarbeitskreis mit Hilfe der Bürger erfolgte, sollte gewährleisten, dass die Abarbeitung bei der Umsetzung in der Reihenfolge der als wichtigsten bewerteten Maßnahmen erfolgen wird.

Aktivierende Projekte durch nicht-investive Maßnahmen und Bürger-Engagement

Nachdem die Gemüter beruhigt waren, konnten sich die Teilnehmer zusammen mit der Quartiersmanagerin ganz auf die „Softmaßnahmen“ innerhalb der Stadtteilarbeitskreise konzentrieren.

Dabei handelt es sich um aktivierende Projekte, die in kurzen Zeiträumen, mit kleinen Budgets und mit Selbsthilfe realisiert werden können, angeregt und angeleitet durch das Quartiersmanagement.

Bei der Vorstellung der Teilnehmer untereinander und im Gespräch wurden schnell Interessensfelder der einzelnen deutlich, die bereits am gleichen Abend zu 7 konkreten Projektvorschlägen führten mit jeweils 1-2 Personen, die sich dafür stark machen möchten:

Erste konkrete Projektgruppen

  1. Urban Gardening
  2. Bürgerbegegnung „Aufgehende Sonne“ mit Frühlingsmarkt o.ä.
  3. Eine Spaziergang-Gruppe für die Senioren im Viertel
  4. AK bauliche Maßnahmen – zur Begleitung der baulichen Maßnahmen
  5. AK Aktiver Osten – zur Vernetzung von Vereinen und Organisationen im Stadtteil
  6. Presse und Öffentlichkeitsarbeit – Stadtteilzeitung, Vernetzung auf sozialen Medien
  7. Ein Stadtteil-Chor – Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen sich durch Gesang und Musik

Die Themen werden nun von den Bürgerinnen und Bürgern Schritt für Schritt mit Hilfe des Quartiersmanagements umgesetzt, unterstützt durch einen überschaubaren Verfügungsfond im Quartiersmanagement, der kleinere finanzielle Mittel dafür bereitstellen kann.

Zu diesen ersten Projektgruppen gab es auch bereits erste konkrete Ideen für deren Umsetzung.

Ideen zu den einzelnen Projektgruppen

Für Urban Gardening wollen sich zwei Frauen einsetzen. Mobile Einheiten sollen es sein, bestehend aus Pflanzsäcken oder Trögen und darin möchten die beiden Gemüse anpflanzen. Als vorübergehenden Standort schlugen die beiden den Grünstreifen gegenüber der Bäckerei Brommler in der Waldfriedhofstraße vor. Auch für die Beschaffung der Erde gab es bereits einen Vorschlag, eine kleine Summe für Pflanzen, Samen und ein paar Gartengeräte wäre dazu notwendig. Im Mai soll es idealerweise losgehen.

Eine Bürgerbegegnung im Stadtteil „Aufgehende Sonne“ stellt sich der Ideengeber anstelle eines Stadtteilfestes im Sommer eher mit einem Frühlingsmarkt vor. Mai/Juni sieht er als eine gute Zeit dafür an und als Ort schlug er den Pausenhof der Lindenschule vor.

Eine Spaziergang-Gruppe für Senioren schlug eine Teilnehmerin vor, die gerne mit älteren Menschen arbeitet. Einmal wöchentlich zu einer festen Uhrzeit würde sie die Gruppe von relativ rüstigen Senioren gerne begleiten. Dafür möchte sie bei der Kirchengemeinde, beim Betreuten Wohnen, bei der Caritas sowie im Seniorenheim St. Ulrich werben und so Senioren durch Bewegung an der frischen Luft zusammen-, und gleichzeitig ihrem Ortsteil näherbringen.

Der AK „bauliche Maßnahmen“ soll als eine Art Fortführung der Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung der städtebaulichen Maßnahmen dienen und diese seitens der Bürgerschaft begleiten. Gleichzeitig sollen dadurch weiterhin Anregungen der Bürger in die Umsetzung einfließen, v.a. dort, wo es um gestalterische Prozesse geht. Frau Ziegler des Stadtplanungsamtes erklärte die Sinnhaftigkeit dieses Bestrebens:
Zunächst werden Pläne von den beauftragten Planungsfirmen vorgeschlagen, aufgrund derer dann durch die Einflussnahme der Bürger Anpassungen oder Änderungen vorgenommen werden können. Zum ursprünglichen Ideengeber dieses AKs gesellte sich ein zweiter Mitstreiter, der sich für Fahrradbegeisterte einsetzen möchte und einen „Pump-Track“ vorschlug, der in einen Spiel- bzw. Bolzplatz oder einen erweiterten Fahrradrundweg integriert werden könnte.

Der AK Aktiver Osten soll Vereine, Schulen, kirchliche Gruppierungen und auch Firmen des Stadtteiles auf gegenseitig fruchtbare Weise vernetzen. Die Organisationen könnten sich untereinander vorstellen und herausfinden, wie sie sich gegenseitig unterstützen, beraten und Interessensgruppen bilden könnten. Auch das Thema Integration könne hier berücksichtigt werden, so der Ideengeber.

Presse und Öffentlichkeitsarbeit wie etwa eine Stadtteilzeitung sowie Vernetzung auf den sozialen Medien soll – über die Webseite der Sozialen Stadt hinaus – Informationen, Ankündigungen und Neuigkeiten an die Mitbürger des Stadtteiles verbreiten.

Ein Stadtteil-Chor könne der Begegnung von Menschen verschiedenster Herkunft dienen, die sich im östlichen Stadtteil angesiedelt haben und einfach gerne singen und sich auf entspannte Weise treffen möchten. Dessen ist sich eine weitere Teilnehmerin sicher, die selbst bereits in einer Tanzgruppe aktiv ist und sich für einen Chor im Stadtteil Ost stark machen möchte.

Interesse?

Die Projektgruppen freuen sich über jeden Bürger, der sich gerne engagieren möchte. Auch neue Projektgruppen dürfen gerne entstehen und vor allem junge Vertreter fehlen noch im Team, um die Interessen der jungen Bewohner des Stadtviertels zu vertreten. Hier also ein Appell, auch an engagierte Jugendliche oder die, die es werden wollen:

Melden Sie sich gerne beim Stadtteilbüro „Aufgehende Sonne“ unter der Tel. 0173 8637998.

Die neue Quartiersmanagerin:

Katrina Dibah-Lavorante

Offizielle Sprechzeiten:
Dienstag   9.30-11.30 Uhr
Mittwoch 17.00-19.00 Uhr

Telefonisch über das Handy immer erreichbar.

Stadtteilbüro
Baltenplatz 1
87700 Memmingen

Hinweis:

Die neuen Stadtteilarbeitskreise und wann bzw. in welchen zeitlichen Abständen sie nun stattfinden werden, wird von Katrina Dibah-Lavorante auf der Webseite zu gegebener Zeit angekündigt, neben vielen weiteren Infos zum Stadtviertel auf sso.memmingen.de.

2 Antworten zu “Bürger/innen engagieren sich für ihren Stadtteil”

    • Liebe Frau Lier, aber ja! Sie können immer mitmachen! Jeder ist hier eingeladen, mitzuwirken. Am besten rufen Sie die Quartiersmanagerin Katrina Dibah-Lavorante an, die Nummer finden Sie oben. So können Sie sich entweder einem Arbeitskreis anschließen, oder selbst einen neuen Arbeitskreis bilden. Beste Grüße, Christine Hassler

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