Ausstellungseröffnung MEWO Kunsthalle: Martin Newth und Edgar Leciejewski

26. Januar 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Nachdem die Ausstellung `Buried in the Mix´ dieser Tage im wahrsten Wortsinn ausklang, widmet sich die MEWO Kunsthalle in ihren ersten Ausstellungen im neuen Jahr der Fotografie.
Martin Newth befasst sich mit den Grundlagen der Fotografie. Edgar Leciejewski hingegen interessieren die Nutzung und Wirkung von Bildern. Am 1. Februar 2018 ist die Ausstellungseröffnung.

Zur Eröffnung der Ausstellungen `Edgar Leciejewski: Welt im Kopf´ und `Martin Newth: Rezension – Skulptur, Objekt, Apparat´ am Donnerstag, dem 1. Februar 2018 um 19 Uhr in der MEWO Kunsthalle sind alle Interessierte herzlich eingeladen.

Wir alle müssen uns ob der heutigen Flut an Bildern fragen, welche Informationen diese enthalten, was sie verbergen und was sie allzu augenscheinlich zur Schau stellen.

Edgar Leciejewski: Welt im Kopf

Die Bilder, die wir sehen, sind nie das komplette Bild unserer Wahrnehmung. Erwartungen spielen eine große Rolle dabei, was wir wie sehen. Unser Bild der Welt, es entsteht im Kopf.
Edgar Leciejewski setzt sich mit der Nutzung und der Wirkung von Bildern auseinander. In seinen Arbeiten analysiert er die Fotografie und das fotografische Bild und hinterfragt dieses vermeintlich so realitätsnah abbildende Medium.

In A Circle Full of Ecstasy zeigt er 77 Fotografien von Politikern, die er aus diversen Publikationen zusammen getragen hat.

Alle haben die rechte Hand zum Gruß erhoben und winken ihrem Publikum zu. Die Fotos sind bearbeitet und erscheinen im typischen Blaustich der Cyanotypie, einer frühen Form der Fotografie.

Die Serie steht als eine Typologie politischer Gesten, als ein Katalog non-verbaler Äußerung.

Welche Informationen enthalten die Bilder, die wir sehen?

In der Serie ›Zwölf‹ zeigt Leciejewski großformatige Portraits von Künstler freunden, wobei die Gesichter in einem horizontalen Streifen am oberen Bildrand sorgfältig mit Sandpapier weggeschmirgelt wurden.

Was bleibt sind die Körper, die Körperhaltungen und die Kleidungsstücke.

Edgar Leciejewski (*1977 in Berlin) studierte an der Hochschule für Gestaltung und Buchkunst in Leipzig. Er lebt und arbeitet in Leipzig und Ho-Chi-Minh-Stadt.

Martin Newth: Rezension — Skulptur, Objekt, Apparat

Für diese Ausstellung in der MEWO Kunsthalle hat sich Martin Newth eingehend mit Skulpturen aus den Sammlungen des Strigel-Museums und des Stadtmuseums Memmingen auseinandergesetzt.

Um diese herum hat er Lochkameras gebaut, die selbst wieder skulptural erscheinen, und mit diesen dann die historischen Skulpturen fotografiert.

So steht der fotografische Apparat als Skulptur im Raum, in seinem Fokus findet sich ein historisches Kunstobjekt und an der Wand daneben hängen die Resultate dieses Versuchsaufbaus, die Fotografien, die mit den Lochkameras entstanden sind.

Wir sehen gleichzeitig die Fotografien und das Objekt, das sie abbilden: die historische Skulptur, die Kameraskulptur und das entstandene Bild.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Martin Newth mit den Grundlagen der Fotografie. Er belichtet Fotopapiere in selbstgebauten großformatigen Lochkameras, bisweilen baut er ganze Räume zu solchen Camerae obscurae um. Die Resultate sind nicht immer genau vorhersehbar.

Die Belichtungszeiten lassen sich nur schätzen und die Lichtverhältnisse verändern sich häufig während der Belichtung, selbst der Ausschnitt lässt sich nicht ganz hundertprozentig bestimmen.

So kommt es immer wieder zu Zufälligkeiten, besonders bei der Verwendung von Farbpapier, welche die fotografischen Ergebnisse beeinflussen.

 

Martin Newth (*1973 in Manchester) studierte an der Newcastle University und an der Slade School of Art in London. Er lebt und arbeitet in London. Dort leitet er derzeit das Programm für Bildende Kunst am Chelsea College of Arts.

Fotos:

Bild 1: Edgar Leciejewski
Bild 2: Edgar Leciejewski: A Circle Full of Ecstasy/Daniel, 2016

Bild 3: Martin Newth: Strigel Camera
Bild 4: Martin Newth, Rezension: Stehende Madonna mit Kind, 1480 (Detail), 2017

Fotoquelle: MEWO Kunsthalle.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.