Sozialer Wohnungsbau und neuer Kindergarten in Dickenreishausen – Anträge der SPD/FDP-Fraktion

8. Februar 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die SPD/FDP-Fraktion im Memminger Stadtrat reichte unlängst einen Antrag bei Oberbürgermeister Manfred Schilder ein, in dem sich der Memminger SPD-Ortsverein entschieden für einen neuen Kindergarten in Dickenreishausen ausspricht. In einem weiteren Antrag der SPD/FDP-Fraktion plädieren beide Parteien für einen ausschließlich sozialen Wohnungsbau am neuen Baugebiet an der ehemaligen Erweiterungsfläche des Waldfriedhofes.

„Nicht zukunftsfähig“ – SPD-Ortsverein befürwortet neuen Kindergarten in Dickenreishausen

Der Ortsvorstand der SPD Memmingen fordert den Neubau eines Kindergartens in Dickenreishausen. Dies sei für die Weiterentwicklung des Memminger Ortsteiles dringend nötig.

Der Memminger SPD-Ortsvorsitzende, David Yeow, berichtete in der jüngsten Ortsvorstandssitzung von einem Treffen mit dem Dickenreishauser Bürgerausschuss und Pfarrer Markus Müller im jetzigen Kindergarten.

„Dieser platzt aus allen Nähten. Im laufenden Kindergartenjahr mussten bereits sieben Kinder abgelehnt werden“, so Yeow. Im kommenden Jahr seien es bereits zehn bis zwölf Kinder. Nachdem mit dem neuen Baugebiet „Am Ziegelstadel“ über kurz oder lang rund 80 Wohneinheiten nach Dickenreishausen kommen, sei der Kindergarten im derzeitigen Zustand „nicht zukunftsfähig“.
„Ein Ausbau am momentanen Platz ist unserer Ansicht nicht möglich“, so David Yeow weiter.

Auch die Garten- und Außenanlagen seien zu klein und für eine eventuelle zweite Kindergartengruppe nicht nutzbar. Ebenso seien die Verkehrssituation und die Nutzung des Parkplatzes heute schon mehr als problematisch, da viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und abholen.

„Wir müssen in Dickenreishausen dringend etwas tun. Wenn wir auf die Bevölkerungsentwicklung im Memminger Ortsteil schauen geht diese nach oben. Deshalb brauchen wir mehr Kindergartenplätze. Dies ist nur mit einem Neubau möglich“, so der Memminger Ortsvorsitzende abschließend.

Einstimmig stimmten die Memminger Genossinnen und Genossen einem Neubau zu und beauftragten die SPD/FDP-Stadtratsfraktion sich dafür im Stadtrat einzusetzen.

Antrag auf „Sozialwohnungen an der Waldfriedhofstraße“

Die ehemalige nördliche Erweiterungsfläche des Waldfriedhofes erfuhr unlängst eine Bebauungsplanänderung, nachdem die Fläche nicht mehr für Friedhofszwecke gebraucht wird.

Neben der geplanten neuen Kindertagesstätte und einem Spielplatz soll ein Teil der Fläche für Wohnungsbau genutzt werden.

Bezugnehmend auf das brennende Thema „Sozialwohnungen“ stellte die SPD/FDP-Stadtratsfraktion den Antrag, das Baurecht, welches der Stadtrat in seiner letzten Sitzung auf der ehemaligen nördlichen Erweiterungsfläche des Waldfriedhofes beschlossen hat, ausschließlich als Bauland für den Bau von Sozialwohnungen zur Verfügung zu stellen.

Zu prüfen sei dabei auch, ob die Stadt diese Sozialwohnungen selbst baut, da so die Grunderwerbskosten wegfallen würden und die Miete entsprechend niedrig gehalten werden könne.

Ebenso sei gegebenenfalls zu prüfen, ob die Stadt diese Grundstücke zu günstigen Konditionen im Erbbaurecht an Bauträger vergibt, um die späteren Mietkosten ebenfalls möglichst niedrig zu halten. Dies gelte selbstverständlich ebenfalls nur für den Bau von Sozialwohnungen.

Dabei seien auch Programme des Bundes und der Länder zum Bau von Sozialwohnungen zu nutzen.

Ihre Begründung:

„Der Bedarf an günstigen Sozialwohnungen ist auch in Memmingen wie aus vielen Presseveröffentlichungen bekannt sehr groß.
Durch die Ausweisung der ehemaligen nördlichen Erweiterungsflächen für den Waldfriedhof, die wegen veränderter Bestattungsarten (Urnenbestattung) nicht mehr gebraucht werden, besteht die einmalige Chance, diese im Besitz der Stadt befindlichen Flächen, für Sozialwohnungen zur Verfügung zu stellen.

Der Vorteil dieses Standortes für Sozialwohnungen ist ebenso seine Zentrumsnähe und gute Erreichbarkeit der Innenstadt.
Es sei daran erinnert, dass die Stadt Memmingen bereits vor dem 2. Weltkrieg in eigener Regie wegen großer Wohnungsnot sozialgebundene Mietshäuser gebaut hat und auch heute noch besitzt (z. B. Am Hindenburgring und in der Seyfriedstraße).

Wir denken bei den Größen und Zuschnitten der Wohnungen besonders an die zunehmende Zahl von alleinerziehenden Müttern.

Diese große Chance darf im Interesse von vielen Wohnungssuchenden, die vor allem günstigen Wohnraum benötigen, nicht vertan werden.“

Soweit die Begründung von Matthias Ressler, Fraktionsvorsitzender der SPD/FPD-Fraktion im Memminger Stadtrat.

Weitere Infos zum Beschluss der Bebauungsplanänderung und den vorgeschlagenen Baumaßnahmen auf dem betreffenden Gebiet an der Waldfriedhofstraße, angeregt durch die Stadtverwaltung Memmingen, finden Sie auch in unserem Bericht vom 29.Dezember 2017, hier verlinkt.

Bilder:
Bild 1: Der Kindergarten in Dickenreishausen, der „aus den Nähten platzt“. Fotoquelle: privat.

Bild 2: Grundrissplan der ehemaligen nördlichen Erweiterungsfläche des Waldfriedhofes, welche nun eine Bebauungsplanänderung erfuhr, angeregt durch die Stadtverwaltung Memmingen. Bildquelle: Uwe Weißfloch, Stadtplanungsamt Memmingen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.