„No it hudla – Ofanudla!“ – Thema Antike sehr unterschiedlich definiert beim Narrensprung in Aitrach

12. Februar 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Über 3200 Hästräger von 77 Narrengruppen von rund 40 Vereinen aus nah und fern sorgten trotz kalter Temperaturen für Fasnetstimmung im nahen Aitrach, einer der Fasnetshochburgen der näheren Umgebung. Und gerade als die Wetterhexen aus Altusried vorbeizogen, fing es sogar kurz an zu schneien.

Zwar war das Motto des Narrensprunges in Aitrach „Rom, Ägypten, Griechenland – Antike in der Narrenhand“, doch waren neben ägyptischen Göttinnen und Pharaonen samt Kamel auch die Starwars-Klassiker Luke Skywalker mitsamt dem R2-D2 und Darth Vader mit seinen Klonkriegern mit von der Partie, denn wie die Landjugend aus Volkratshofen befand, ist „Antike Definitionssache“.

Denn „Antike war gestern, Traumschiff ist Zukunft“ und so zogen die jungen Volkratshofer mit dem „Spacetaxi“ aus „(T)Raumschiff Surprise“ durch die Aitracher Straßen und sangen lauthals mit ihrem Gehttoblaster mit: „High, high, high to tigh, Space taxi to the sky…“

Für das Bienensterben sensibilisierten die „flotten Bienen“ der Aitracher Kartenfrauen „Aitracher Honigbienen“ und die „Vereinigung närrischer Ruheständler“ wählten Olympia als aktuelles wie auch ein Thema, das Geschichte schrieb.

Geschichte schrieben auch Asterix und Obelix, die Römer und ihre Götter, welche die Tanzschule Nadansja auf die Straßen Aitrachs brachte und neben ägyptischen und römischen Göttern waren zudem Gottheiten aus Griechenland vertreten: die Göttinnen der Aitracher Bannwaldnarren.

Nachdem Bier bei uns zulande ebenfalls zu den antiken Klassikern zählt, zog dann auch ein überdimensionaler Bierkasten des FC Allstars durch die Straßen, gefüllt mit – na, Flaschen eben – die Farbe lassen wir dabei vorsichtshalber unter den Tisch fallen.

Doch auch aktuelle politische Themen kamen nicht zu kurz: „Jamaika zerronnen? Olympia wir kommen!“ war das Thema des Fördervereins der „Glücksseligen Fasnet“ und Waltraud und Mariechen mit den Kastanahexa fanden „Isch des a Qual – mit dera Wahl“ und rechneten „Jamaika minus Gelb minus Grün = GROKO“.

Nicht fehlen durften natürlich die traditionellen Hexen und Höllenhunde jeder erdenklichen Art mit ihren handgemachten, fantasievollen und gruseligen Masken, die sich in regelmäßigen Abständen zu bis zu vierstöckigen oder dreimannhohen Hexenpyramiden und ebenso vielen Kinderpyramiden formten, wenn die gruseligen Gestalten nicht gerade roten Rauch durch die Straßen schickten, wie die Narrenzunft Lachende Kuh aus Isny, oder sich über einem rollenden Hexenhaus akrobatisch hoch in die Lüfte schwangen, wie eine der Stadthexen aus Leutkirch.

Leutkirch war überhaupt stark vertreten und so zog wieder die große schwarze Leutkircher Katze durch die Straßen der Illertalgemeinde, aus der vielstimmig „Hoorig, hoorig, hoorig isch dia Katz“ drang, gefolgt von einer Armee schwarz-gelber Katzen, vorbei an geschätzten 8 – 9.000 Zuschauern, die die Straßen trotz Kälte säumten und die Schlachtrufe leidenschaftlich beantworteten.

Und was ist ein Narrensprung ohne Garde und Musik? So tanzte und marschierte die Teenie- wie auch die Prinzengarde Aitrach durch den Ort, angeführt vom Aitracher Prinzenpaar Elisabeth Gaibler und Andreas Reffler und gefolgt vom Aitracher Illerfloß.

Schön anzusehen auch die Prinzengarde der Himmlischen Teufel aus Memmingen, die von der Mini-und Teeniegarde angeführt und gefolgt wurde vom Memminger Prinzenpaar Ramona I. und Fabian II. – „Mau Mau Mau, s´wird scho gau!“

Zahlreiche weitere Prinzenpaare folgten, wie auch viel Stimmung verbreitende Musik aus Schalmeien, Pauken und Trompeten zahlreicher Musikkapellen, Guggamusikkapellen, Blaskappellen und Fanfarenzügen, es regnete Konfetti und Bonbons – ein perfekter Narrensprung eben, mit allem, was dazu gehört, einschließlich derer, die den Mädchen die Schuhe stehlen oder sie auf die Hexenwippe entführen oder Konfetti in die Krägen von Zuschauern stopfen.

Aus der näheren Umgebung mit dabei waren neben zahlreichen Gruppen aus Aitrach selbst die Buxheimer Narrenzunft, die Daaschoraweibla aus Tannheim, die Deifelhexa aus Memmingerberg, die Narrenzunft Aichstetten, die Heimertinger Butz, die Riederweible aus Niederrieden neben insgesamt 77 Narrenzünften aus der Region.

Fotos:
aus eigener Quelle (Christine Hassler).

Großes Album vom Narrensprung in Airtrach findet sich auf unserer Facebookseite.

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