Memmingen gehört laut Deutschland Ranking 2018 des Magazins Focus zu den 25 besten Städten

23. Februar 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Die 401 deutschen Kreise und kreisfreien Städte traten auch dieses Jahr den Wettstreit um die besten Plätze in 21 Disziplinen an, von Wirtschaftswachstum bis Trinkwasserqualität.
Im „Deutschland Ranking 2018“ hat das Magazin FOCUS alle 401 Landkreise und kreisfreien Städte an Hand mehrerer Millionen Daten untersucht und verglichen. In der Kategorie „Wachstum und Jobs“ erreichte Memmingen deutschlandweit hinter Donau-Ries und Rastatt sogar den dritten Platz.

Wo lassen sich Firmen nieder und schaffen Jobs? Wo gibt es eine gute Infrastruktur? Wo lebt man sicher, und wo stehen Umwelt und Landwirtschaft im Einklang? – Für die größte Untersuchung auf deutscher Kreisebene recherchierte und analysierte der Kölner Forscher Wolfgang Steinle für FOCUS Millionen Daten. Erfasst wurden dabei 21 Einzelindikatoren in fünf Kategorien des Vergleichs:

  • „Wachstum und Jobs“ (u. a. Arbeitslosenquote und Bruttoinlandsprodukt (BIP))
    Memmingen Platz 3
  • „Firmengründungen“ (u. a. Gewerbeanmeldungen und Breitbandversorgung)
    Memmingen Platz 34
  • „Produktivität und Standortkosten“ (u. a. BIP je Erwerbstätigenstunde und Gewerbesteuerhebesatz)
    Memmingen Platz 76
  • „Einkommen und Attraktivität“ (u. a. Haushaltseinkommen und Wanderungssaldo)
    Memmingen Platz 18
  • „Lebensqualität“ (u. a. Straßenkriminalität, Krankheitstage, Arbeitskräftepotenzial der Jugendlichen)
    Memmingen Platz 234

In der Kategorie „Wachstum und Jobs“ landete Memmingen deutschlandweit hinter Donau-Ries und Rastatt auf dem dritten Platz.

Oberbürgermeister Manfred Schilder freut sich über das hervorragende Ergebnis: „Dieser Erfolg basiert maßgeblich auf der mittelständischen Struktur unserer Unternehmen und auf den weitsichtigen Entscheidungen der Inhaber und Geschäftsführer. Der dritte Platz ist ein weiterer Beweis für die enorme Wirtschaftskraft unserer Stadt.“

Memmingen liegt vor Augsburg, Kempten und Kaufbeuren

In der Gesamtwertung kommt Memmingen auf den 25. Platz. Die anderen schwäbischen kreisfreien Städte Augsburg, Kempten und Kaufbeuren liegen auf den Rängen 117, 33 und 40.

Der städtische Wirtschaftsförderer Michael Haider sieht Memmingen in einer exzellenten Position: „Es gilt jetzt die richtigen Weichen zu stellen, damit wir uns auch in Zukunft im vorderen Bereich wiederfinden. Dabei spielt neben dem Wohnbau auch die gewerbliche Entwicklung eine entscheidende Rolle.“

„Lebensqualität“ in Memmingen hat Entwicklungspotential

Einzig beim Wertungsergebnis in der Kategorie „Lebensqualität“ hat Memmingen offenbar ein großes Verbesserungspotential: Hier landete Memmingen nur auf Platz 234.

Was „Lebensqualität“ genau beinhalten wird klar beim Blick auf die Kriterien: Die Anzahl erfasster Fälle von Straßenkriminalität und Wohnungseinbruchsdiebstahl je 100000 Einwohner, das Arbeitskräftepotenzial der 10- bis unter 25-Jährigen je 100 Einwohner, gleiche Entlohnung für Frauen und Männer, Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter ab 65 Jahren, Anzahl Krankheitstage bei Betriebskrankenkassen, kommunale Steuereinnahmen je Einwohner sowie als Umweltindikator die notwendige Stickstoffminderung im Sickerwasser bzw. Trinkwasserqualität.

Untersuchungskriterien im Einzelnen

Bei den 21 Einzel-Indikatoren, die FOCUS dafür erhob, handelt es sich um wirtschaftliche, soziale und ökologische Daten, die in insgesamt fünf unterschiedlichen Kategorien zusammengefasst wurden:

Kategorie „Wachstum und Jobs“
Eine prosperierende Wirtschaft sowie ein gutes Arbeitsplatzangebot sind hier die zentralen Kennzahlen. Gemessen werden die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt je Einwohner) und die Arbeitslosigkeit (Quote). Berücksichtigt sind sowohl ein aktueller Wert als auch die Entwicklung beider Indikatoren über mehrere Jahre, um Verläufe zu zeigen.

Kategorie „Firmengründungen“
Diese Kategorie ist ein Maßstab für die wirtschaftliche Aufbruchstimmung einer Region. Gemessen werden die Gewerbeanmeldungen und der Saldo der Ab- und Anmeldungen. Hinzu kommen neu als zunehmend wichtige Voraussetzung die Verfügbarkeit und Verbreitung von schnellerem Internet (mit mind. 50 Mbit/s).

„Produktivität und Standortkosten“
Diese Kategorie beantwortet die Frage, welche Wertschöpfung Angestellte mit ihrer Arbeit erzielen (Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde) und wie hoch die Steuerbelastung für Betriebe ist (Gewerbesteuerhebesatz).

„Einkommen und Attraktivität“
Die Höhe der Arbeitsentgelte sowie der Haushaltseinkommen decken den Aspekt der wirtschaftlichen Teilhabe aller am Erfolg einer Region ab. Hinzu kommt der Indikator des Wanderungssaldos aus Zu- und Wegzügen.

„Kategorie Lebensqualität“
In dieser Kategorie sind acht Einzelindikatoren zusammengefasst: Anzahl erfasster Fälle von Straßenkriminalität und Wohnungseinbruchsdiebstahl je 100000 Einwohner 2016, das Arbeitskräftepotenzial der 10- bis unter 25-Jährigen je 100 Einwohner Ende 2015, gleiche Entlohnung für Frauen und Männer Ende 2016, Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter ab 65 Jahren Ende 2016, Anzahl Krankheitstage bei Betriebskrankenkassen 2015, kommunale Steuereinnahmen je Einwohner 2014/15 sowie als Umweltindikator die notwendige Stickstoffminderung im Sickerwasser 2017, um den Richtwert des Umweltbundesamts zu erreichen.
Gesamtsieger ist hier der Zollern-Albkreis. Das sauberste Wasser fließt in Lörrach und Freiburg i. Br. Das geringste Altersarmutsrisiko haben die Trierer.

Sieger im Gesamtranking

Im Gesamtranking sichert sich der Landkreis München das zweite Jahr in Folge den Sieg. Aufsteiger ist die Stadt Trier.

Foto:
Memmingen von oben in den frühen Morgenstunden.
Fotocredit: Andreas Schmelzer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.