Nach 1:0 Verlust in Augsburg empfängt der FC Memmingen am Ostermontag den FC Bayern München II

29. März 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Der Druck auf beiden Seiten war groß im Schwaben-Duell am gestrigen Mittwoch. Der FC Augsburg II siegte in einem Sechs-Punkte-Spiel im Keller der Regionalliga Bayern gegen den FC Memmingen knapp mit 1:0 (1:0). Am Ostersonntag (18 Uhr) wird der FC Memmingen Gastgeber sein im Spiel gegen den FC Bayern München II. Zu diesem Topspiel wird eine große Kulisse in der Arena erwartet. Die „kleinen Bayern“ kommen mit etlichen Auswahlspielern und bekannten Namen.

Zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten in Augsburg

Augsburg (ass). Es waren zwei grundverschiedene Halbzeiten beim Spiel am Mittwoch bei den Augsburger Gastgebern. In Durchgang eins agierten die Memminger höchst defensiv, machten in der zweiten Hälfte nach dem Pausenrückstand dann mächtig Druck, was jedoch nicht belohnt wurde.

Mit Furkan Kircicek fehlte der beste FCM-Torschütze Gelb-gesperrt, seinen Posten auf der Außenbahn übernahm Fabian Krogler. Trainer Stephan Baierl veränderte die Startelf noch auf zwei weiteren Positionen: Anstelle von Fabian Lutz rückte Michael Heilig wieder in die Außenverteidigung, im zentralen Mittelfeld durfte Marco Schad für Lukas Rietzler ran.

Lang und weit, vor allem über die rechte Angriffsseite war das Rezept der Augsburger, die aber nur mit Fernschüssen zum Abschluss kamen. Die Versuche von Jürgensen (11. Minute), Lannert (12.) und Bekiroglu (21.) gingen aber über den Kasten. Erst nach einer halben Stunde ergab sich eine Kontergelegenheit für die Gäste. Tim Buchmann war bei seinem Alleingang zu zaghaft, ein heranstürmender Augsburger Verteidiger klärte.

Wenn es der Matchplan gewesen war, die erste Hälfte zumindest ohne Gegentreffer zu überstehen, war er in den letzten Sekunde dieses Durchgangs dahin. Bekiroglu kam nach einem Anzenhofer-Patzer vom Elfmeterpunkt zum Schuss. Der „Murmelball“ landete via Innenpfosten im Tor.

In der zweiten Hälfte hielt FCM-Torhüter Martin Gruber seine Farben im Spiel und entschärfte glänzend etliche Eins-gegen-Eins-Situationen. Augsburg fuhr aber nur noch Konter, weil Memmingen mehr und mehr aufkam. Krogler war nahe dran am Ausgleich, aber Augsburgs Keeper Gelios war bei einem Versuch aus kurzer Distanz mit den Fingerspitzen noch dran und lenkte das Leder via Posten ins Toraus.

Beim anschließenden Eckstoß setzte Anzenhofer einen Kopfball knapp drüber (54.). Die Begegnung im Dauerregen wurde härter und FCA-Kapitän Della Schiava kassierte wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (75.). In der Schlussphase schnürte das Memminger Team, angetrieben von den gut 100 mitgereisten FCM-Fans, die Augsburger regelrecht ein, lieferte einige gefährliche Strafraumszenen, kamen jedoch nicht zum Abschluss.

Die FCA-Reservisten verschafften sich mit dem ersten Sieg 2018 etwas Luft im Abstiegskampf. Der FCM verharrt weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz und muss nun versuchen, am Ostersonntag im Heimspiel gegen den Favoriten FC Bayern München II für eine Überraschung zu sorgen, denn sonst wird es sehr schwer, von ganz unten wieder herauszukommen.

28.03.2018 FC Augsburg II – FC Memmingen 1:0 (1:0)

Aufstellung FC Augsburg II: Gelios – Della Schiava, Reinthaler, Jürgensen, Jakob – Lannert (78. Lobenhofer) Stingl, Mwarome (74. Feulner), Greisel (67. Mergel) – Bekiroglu, Stowasser.

Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Heilig, Schmeiser, Anzenhofer (68. Lutz), Buchmann – Krogler (81. Cekic), Heger, Schad (74. Hayse), Coban – Rochelt, Salemovic.

Tor:
1:0 (45.) Bekiroglu.

Schiedsrichter: Steigerwald (Gräfendorf). -Gelbe Karten: Bekiroglu, Della Schiava, Stingl, Greisel, Mergel, Feulner / Rochelt, Coban / Gelb-Rot: Della Schiava (75./FCA/wiederholtes Foulspiel). Zuschauer: 300 (darunter 100 FCM-Fans).

Die „kleinen Bayern“ kommen – am Ostersonntag geht es rund

Memmingen (ass). Nach dem Schwaben-Duell beim FC Augsburg II am Mittwochabend empfängt der FC Memmingen am Ostersonntag (18 Uhr) den FC Bayern München II. Zu diesem Topspiel wird eine große Kulisse in der Arena erwartet. Die „kleinen Bayern“ kommen mit etlichen Auswahlspielern und bekannten Namen.

Der Promifaktor
Der jüngste Bruder von Nationalstürmer Mario Götze ist in München geblieben. Die Position von Felix Götze (20) ist allerdings nicht die Offensive sondern die Innenverteidigung. Auch Co-Trainer Tobias Schweinsteiger (36) trägt einen berühmten Namen. Bruder Bastian war langjähriger National- und Bayern-Spieler und kickt jetzt in den USA bei Chicago Fire.
Auch Angreifer „Otschi“ Wriedt hat schon für einiges Aufsehen gesorgt, als er vor der Winterpause aufgrund der Personalnot in München in den Profi-Kader von Jupp Heynckes rückte und zu zwei Kurzeinsätzen in der Bundesliga und im DFB-Pokal kam. Mittlerweile ist der 23-jährige Deutsch-Ghanaer wieder ins Regionalliga-Aufgebot zurückgekehrt. 13 Treffer sprechen hier für den Torriecher des Mittelstürmers.

Die Auswahlspieler
Die Liste der Junioren-Nationalspieler ist lang. Adrian Fein (19), Timothy Tillmann (19) und Manuel Wintzheimer (19) waren unter der Woche für deutsche U19 im Einsatz. Trotz eines 4:1 Erfolgs gegen die Niederlande (mit einem Treffer von Wintzheimer) wurde die Qualifikation für die EM-Endrunde in Finnland dramatisch knapp verpasst.

Christian Früchtl (18) hütet das Tor der U18-Nationalmannschaft. Niklas Dorsch (20) spielte schon für die deutsche U19. Fabian Benko (19) hat sich entschieden international für Kroatien aufzulaufen. Tillmann könnte das möglicherweise künftig für die USA tun. Er wurde in der Jugend höchstpersönlich von Uli Hoeness aus Fürth nach München gelotst. Die Ablösesumme betrug für den Nachwuchsmann stolze 500.000 Euro.

Vom FV Illertissen wurde im Januar Alexander Nollenberger geholt. Dort war der Torjäger Stammkraft, im München kam er bislang nur zu Kurzeinsätzen.

Doppelter Einsatz
Einige der jungen Bayern-Spieler waren neben der Regionalliga bzw. in der Junioren-Bundesliga auch in der UEFA-Youth-League unterwegs. Hier kam nach dem Gruppensieg mit 2:3 gegen den Nachwuchs von Real Madrid das knappe Aus im Achtelfinale.

Die Trainer
Tim Walter (42) führte im vergangenen Jahr die U17-Junioren des FC Bayern nach langer Zeit wieder zur deutschen Meisterschaft. Anschließend als U23-Coach lautete das Ziel „Drittliga-Aufstieg“, aber hier kommt der Zwangsabsteiger TSV 1860 München in die Quere. Der Abstand auf den Spitzenreiter scheint zu groß zu sein, um ihn noch abzufangen.

Neben Tobias Schweinsteiger gehören noch weitere bekannte Gesichter mit viel Erfahrung zum Trainerstab. Der ehemalige Karlsruher Bundesliga-Profi Rainer Ullrich (68) ist schon viele Jahre als Assistent dabei. Genauso Torwart-Trainer Walter Junghans (59). Er stand selbst bei den Bayern, Hertha BSC und Schalke 04 zwischen den Erstliga-Pfosten.

Verträge
Gleich bei 15 Bayern-Akteuren plus Trainer Walter laufen im Sommer die Verträge aus, darunter beispielsweise Namen wie Fabian Benko, Milos Pantovic, Tillmann oder des Torgaranten in der U23 und U19 Wintzheimer. Die Kaderplanung läuft. Da gilt es sich für alle Kandidaten in den restlichen Spielen für die Verhandlungen für einen Verbleib oder auch mit anderen Klubs zu empfehlen.

Torhüter Leo Weinkauf zieht es im Sommer zurück in den hohen Norden. Er hat beim Bundesligisten Hannover 96 unterschrieben. Niklas Tarnat (19) ist schon weg. Der Sohn des Ex-Nationalspielers folgte seinem Vater ebenfalls nach Hannover. Michael Tarnat ist dort Nachwuchsleiter. Mit Kaiserslauterns Top-Talent Paul Will (19) steht ein Neuzugang für die nächste Spielzeit bereits fest.

Siegesserie gerissen
12 Spieltage am Stück war Bayern II ungeschlagen und schien 1860 noch einmal richtig gefährlich werden zu können. Im Verfolgerduell gegen den 1. FC Nürnberg II riss die Erfolgssträhne mit 1:3. Es folgte gleich noch eine weitere Niederlage gegen ein fränkisches Team. Das spielfreie Wochenende wurde zuletzt zu einem Test gegen die Zweitliga-Truppe der SpVgg Greuther Fürth genutzt. Auf dem Bayern-Campus hieß es am Ende 0:2.

Die Münchner Derbys
Hochemotional geht es in den Stadtderbys zu. Mit 1:0 konnte der Bayern-Talentschuppen das erste Duell gegen den TSV 1860 München gewinnen. Um das zweite Duell gab es einigen Wirbel, weil die Bayern-Chefetage die Begegnung in der großen Allianz-Arena austragen wollte. Die eigenen Fans rebellierten dagegen und so wird am 29. April nun doch, wie ursprünglich geplant, im Sechziger-Stadion gespielt, weil auch die Bayern-Amateure das „Grünwalder“ als ihre Heimat ansehen. Nur heißt die Arena bei ihnen „Hermann-Gerland-Kampfbahn“.

Das Hinspiel
Mit 1:1 konnte der FC Memmingen einen Punkt aus München entführen. Ausgleichstorschütze war Furkan Kircicek. Nach seiner Gelbsperre am Mittwoch in Augsburg kann der mit elf Saisontreffern beste Memminger Torschütze gegen Bayern II wieder mitwirken.

Fotos:
Archivbilder vom Hinspiel gegen Augsburg II im Sept. 2017. Fotos aus eigener Quelle (Christine Hassler).

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