IKEA Memmingen: Unternehmen prüft Neuausrichtung des geplanten Einrichtungshauses

4. April 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Als Teil eines weltweiten Prozesses bei IKEA werden gerade sämtliche neu geplanten Standorte überprüft. Einige dieser Projekte werden nicht oder in einer veränderten Form weitergeführt. Diese Neuausrichtung betrifft auch den geplanten IKEA Standort in Memmingen. Der Möbelkonzern überplant derzeit das Memminger Projekt.

„Der Standort Memmingen steht grundsätzlich nicht in Frage“, betont Oberbürgermeister Manfred Schilder dazu. Allerdings stehe jetzt schon fest, dass das ursprünglich angedachte Standard-Einrichtungshaus nicht kommen werde. Wie ein mögliches neues Format aussehe, wurde von Seiten der Unternehmensführung noch nicht entschieden, so Schilder weiter. „Offensichtlich geht der Trend Richtung Ausbau des Onlinehandels. Memmingen könnte bei dieser Form der Neuausrichtung berücksichtigt werden. Wir sind mit den Verantwortlichen ständig in Kontakt“, erklärt Schilder.

Das Unternehmen bekennt sich zum Standort Memmingen. Bis zur abschließenden Prüfung der Neuausrichtung des Standortes durch die Unternehmensleitung, wären weitergehende Äußerungen Spekulation.

Ausführliche Presseerklärung dazu von IKEA Deutschland

„IKEA wird bei seiner weiteren Expansion in Deutschland künftig den Fokus auf Metropolregionen und Innenstädte legen. „Die Einzelhandelslandschaft und die Kundenbedürfnisse sind im Umbruch. Um auch weiterhin die Erwartungen unserer Kunden bestmöglich zu erfüllen, wollen wir in Zukunft auf flexiblere Konzepte setzen. Deshalb ändern wir unsere bisherige Expansionsstrategie und werden uns auf Standorte nahe der Stadtzentren konzentrieren“, erläutert der Expansionschef von IKEA Deutschland, Johannes Ferber, die Hintergründe der Neuausrichtung.

Diese wird jedoch nicht nur einen Einfluss auf die Standortauswahl, sondern auch auf das Format künftiger Einrichtungshäuser haben. „Wir wollen näher zu unseren Kunden kommen und werden in Deutschland weiter wachsen. Allerdings sieht unser neuer Ansatz anders aus als bisher. Wir denken vor allem an individuelle Konzepte, die sich perfekt in den innerstädtischen Raum einfügen, und an Standorte, die auch ohne Auto gut erreichbar sind. Dabei wollen wir auch die Erfahrungen einfließen lassen, die wir mit unserem City-Store in Hamburg-Altona gesammelt haben. Gut vorstellen können wir uns ebenfalls Modelle, bei denen wir gemeinsam mit Partnern weitere Nutzungsmöglichkeiten schaffen, etwa in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Freizeit oder Kultur.“

Der Online-Umsatz von IKEA Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich zweistellig gewachsen. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird und investieren deshalb maßgeblich in die dafür benötigte Infrastruktur, zum Beispiel durch den deutschlandweiten Ausbau von IKEA eigenen Kundendistributionszentren“, sagt Ferber. Das erste Verteilzentrum entsteht derzeit im niedersächsischen Elsdorf, gleichzeitig ist IKEA bereits auf Standortsuche in weiteren Metropolregionen. Die Kundendistributionszentren sind ein wichtiger Baustein, um die Lieferzeiten für Online-Bestellungen deutlich zu verkürzen.

Die bereits bestehenden IKEA Standorte sowie der derzeit laufende Bau des 54. deutschen Einrichtungshauses in Karlsruhe, das sich in einer innenstadtnahen Lage befindet, sind von der Neuausrichtung nicht betroffen. „Auch wenn wir uns für die Zukunft neu aufstellen wollen, bleiben unsere Einrichtungshäuser ein entscheidender Bestandteil unserer Multichannel-Strategie. Denn unsere Kunden möchten sich dort inspirieren und beraten lassen, Produkte ausprobieren und anfassen – und anschließend die Ware vielleicht online bestellen. Genauso wissen wir, dass viele Besucher sich vorab online informieren und dann ins Einrichtungshaus kommen, um ihren Einkauf gleich mitzunehmen. Wichtig ist für uns deshalb die enge Verknüpfung des stationären und des Online-Handels.“

Auswirkungen auf die geplanten Standorte

Auswirkungen hat die aktuelle Entwicklung der Expansionsstrategie allerdings auf einige bereits geplante Einrichtungshäuser: So wird IKEA das geplante Haus in Bottrop nicht weiter verfolgen. Diese Entscheidung liegt vor allem in der dezentralen Lage des Grundstücks abseits des Stadtzentrums begründet. Im Ruhrgebiet plant IKEA neben dem Neubau des bestehenden Hauses in Essen eine weitere Neuansiedlung in den Städten Bochum oder Herne, ein zusätzlicher Standort in Castrop-Rauxel ist hingegen nicht mehr in Planung.

Die geplante Ansiedlung in Memmingen wird zurzeit intern überprüft. IKEA wird das dort ursprünglich geplante Standard-Einrichtungshaus nicht weiter verfolgen – noch nicht entschieden ist, wie ein mögliches neues Konzept aussehen könnte.

Ebenfalls überprüft werden derzeit das Format und die Größe für das neue Haus in Nürnberg sowie den Neubau des Einrichtungshauses in München-Eching. Für die weitere Planung in München wird insbesondere das Zusammenspiel mit einem ergänzenden Einrichtungshaus in der Innenstadt eine Rolle spielen. IKEA ist derzeit auf der Suche nach einem dritten Standort in München, der zentral liegt und für mindestens die Hälfte der Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, so die Presseerklärung von IKEA Deutschland.

Foto:
Fotoquelle: © IKEA Deutschland.

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