Kellerduell der Enttäuschten

12. April 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Nach dem Pokal-Aus unter der Woche im Halbfinale in Schweinfurt gilt die ganze Konzentration des FC Memmingen dem Abstiegskampf in der Regionalliga Bayern. Dabei heißt es beim Heimspieltag am Freitag (19.30 Uhr) gegen die mitgefährdete SpVgg Oberfranken Bayreuth und kommenden Dienstag (19 Uhr) ebenfalls zuhause gegen den Tabellendritten 1. FC Nürnberg II zu punkten.

FC Memmingen – SpVgg Oberfranken Bayreuth: Duell der Enttäuschten

Memmingen (ass). Sowohl der FC Memmingen (18. Platz/25 Punkte) als auch die SpVgg Oberfranken Bayreuth (16. / 33) hatten sich diese Saison gänzlich anders vorgestellt. Statt eine unbeschwerte Runde zu spielen, kämpfen beide um den Regionalliga-Erhalt.

So kommt auf das Aufeinandertreffen am Freitag (19.30 Uhr) in der Memminger Arena ein gewisser Endspielcharakter zu. Die Ausgangslage der Gäste ist etwas besser. Bayreuth steht auf dem ersten Relegationsplatz, hat drei Punkte Rückstand ans rettende Ufer. Memmingen muss es erst noch gelingen, den SV Seligenporten auf dem anderen Relegationsplatz einzuholen.

„Körperlich sind es die gleichen Voraussetzungen, mental aber andere“, blickt FCM-Trainer Stephan Anderl auf die wichtige Partie. Beide Mannschaften waren unter der Woche durch den Pokaleinsatz gleichermaßen belastet.

Bayreuth zog allerdings mit einem 3:0 Erfolg über Rosenheim ins bayerische Finale ein, während Memmingen mit 1:4 in Schweinfurt ausschied und hier noch Wunden zu lecken hat. „Vor dem zweiten Elfmeter war ich mir sicher, wir ziehen ins Endspiel ein. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt“, lässt sich Baierl in sein Seelenkostüm blicken.

Burak Coban verpasste aber das mögliche 2:0, Schweinfurt drehte das Spiel und gewann mit 4:1. Dennoch gelte es, auch hier das Positive mitzunehmen. „Ich weiß, wozu meine Jungs imstande sind. Wir haben auch im Pokal einer starken Mannschaft Paroli geboten“, sieht der Coach mit Bayreuth nun  einen Gegner kommen, der schon wieder eher Memminger Kragenweite hat.

Innenverteidiger Sebastian Schmeiser ging angeschlagen aus dem Pokal, Techniker Muriz Salemovic wurde erst spät gebracht, weil er nicht ganz fit war. Personell macht sich Baierl aber keine Sorgen. Er hat ohnehin vor zu rotieren, um mit den Kräften hauszuhalten: „Wir haben auf verschiedenen Positionen noch andere Optionen“.

Ob Lukas Rietzler, Marco Schad oder Fabian Krogler. Egal in welcher Besetzung, in der angespannten Situation zählen nur Siege – am Freitag gegen Bayreuth und möglichst auch gleich darauf am kommenden Dienstag beim nächsten Heimauftritt gegen den Tabellendritten 1. FC Nürnberg II.

Die Ausgangssituation

Nach seinem punktspielfreien Wochenende liegt der FCM nach wie vor nur einen Punkt hinter dem SV Seligenporten, den es im Kampf um einen Relegationsplatz noch abzufangen gilt. Davor steht Bayreuth auf dem zweiten Relegationsrang, aktuell selbst mit drei Punkten Rückstand aufs rettende Ufer, aber doch gewissem Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen Für beide Seiten heißt es damit „verlieren verboten“.

Die gegnerische Mannschaft

Eine recht bewegte Saison liegt bislang hinter Bayreuth. Anfangs zum erweiterten Favoritenkreis gezählt, mischte die Mannschaft bis zum Herbst in der Spitzengruppe mit. Es folgte der Absturz mit acht Niederlagen hintereinander. Trainer Marc Reinhardt warf hin, Nachfolger Christian Stadler konnte die „Altstadt“ auch noch nicht aus dem Keller führen, wenngleich der Pokal in den vergangenen Wochen Auftrieb gab.

Erst wurde die B-Elf des TSV 1860 München vor 7.000 Zuschauern aus dem Wettbewerb gekegelt, dann zwischendurch in der Punkterunde mit dem 1. FC Nürnberg II (2:0) ein weiteres Spitzenteam geputzt und schließlich mit einem 3:0 gegen 1860 Rosenheim der Einzug ins bayerische Pokalfinale geschafft. Hier geht es am 21. Mai im „Finale daheim“ gegen Memmingen-Bezwinger Schweinfurt um den Einzug die DFB-Pokal-Hauptrunde und ums große Geld.

Über kurz oder lang wird bei der Spielvereinigung auch nach Höheren geschielt. Das Stadion wurde von der Stadt modernisiert, eine Flutlichtanlage soll noch kommen und so das Umfeld bereitet werden, dass es über die vierte Liga hinausgehen kann. Doch zunächst muss die Klasse gehalten werden. Nicht mithelfen kann der Langzeitverletzte Anton Makarenko, dessen Ausfall weh tut. Kapitän Kristian Böhnlein scheint im Sommer vor dem Absprung zum TSV 1860 München zu stehen.

Das Hinspiel

Nach der Trennung von Stephan Anderl gelang Interimstrainer Bernd Kunze zu seinem Einstand am 3. Oktober ein 1:0 Auswärtsieg in Bayreuth. Marco Schad hatte in der 70. Minute getroffen.

Fotos:
Archivbilder aus eigener Quelle (Christine Hassler)

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