Ein verdienter Lichtblick für den FC Memmingen

14. April 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Mit einem 2:1 (2:1) Heimsieg beendete der FC Memmingen seinen 33. Regionalliga Spieltag beim Kellerduell gegen die SpVgg Bayreuth am gestrigen Freitag. Dabei gab es insgesamt eine höchst umstrittene Schiedsrichter-Vorstellung des gleichen Gespannes, das schon in der vergangenen Saison an gleicher Stelle bei gleicher Paarung eine skandalträchtige Vorstellung zeigte. Damals endete es 2:2, dieses Mal schaffte es der FCM trotzdem.

Memmingen (ass/ch). Mit David Remiger feierte ein junger Außenverteidiger sein Regionalliga-Debüt in der Startelf von Trainer Stephan Baierl, der mit Heilig (19), Rochelt (19) und Rietzler (20) weitere ganz Junge an den Start gehen ließ.

Furkan Kircicek fiel krankheitsbedingt aus, auch beim angeschlagenen Sebastian Schmeiser ging es noch nicht, für ihn kam Dennis Hoffmann zum Einsatz. Zum Glück ging es bei Muriz Salemovic wieder, denn er war es, der den entscheidenden Impuls gab zur Führung und das gleich in der 1. Minute des Spieles:

Gerade 55 Sekunden waren gespielt, als Muriz Salemovic am Ball alle überraschte. Alle, einschließlich Bayreuths Keeper Skowronek rechneten mit einer Flanke, aber Muriz Salemovic zirkelte den Ball von der rechten Strafraumgrenze direkt ins Bayreuther Kreuzeck und markierte die sehr frühe und sehr motivierende 1:0 Führung für den FCM.

Kurz darauf startete Salemovic gleich noch einen Versuch, doch der Schuss aus etwa 20 Metern ging über das Tor hinaus. Überhaupt zeigte Salemovic eine starke Leistung im Mittelfeld bei diesem Spiel, auch wenn es für ihn bei einem, allerdings sehr wichtigen, frühen Führungstor bleiben sollte.

Wenig später startete Jamey Hayse die erste Attacke, als es am rechten Pfosten mit der Hacke versuchte, das Leder streifte aber knapp vorbei. Bayreuth war bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich mit der Verteidigung beschäftigt.

In der 20 Minute reklamieren die Memminger Zuschauer das erste Mal lautstark Elfmeter, als Lukas Rietzler im Strafraum zu Fall gebracht wurde, aber Schiri Haslberger ließ weiterlaufen. Im direkten Gegenzug tauchte Bayreuth zum ersten Mal im Memminger Strafraum auf und Mergim Bajrami erzielete im zweiten Versuch den 1:1 Ausgleich.

Diese Struktur zog sich durch das gesamte Spiel: zwar hagelte es Gelbe und auch zwei Rote Karten auf beiden Seiten, doch wiederholt ließ der Schiedsrichter weiterlaufen, wenn ein Memminger Spieler zu Boden ging, sobald aber ein Memminger Spieler im Angriff war, reichte es, wenn ein Spieler des Bayreuther Teams über seine eigenen Schnürsenkel fiel und es wurde abgepfiffen.

Das ging so weit, dass ich mir mehrfach überlegte, ob der Schiri auch dann pfeifen würde, wenn ich ein großes, gelbes Plüschtier auf den Rasen geworfen hätte, nachdem das Bayreuther Team in gelbem Trikot auflief und damit auch regelmäßig bei Memminger Angriffen auf den Rasen fiel. Auf eben diese Weise wurde u.a. Rietzler bei einem vielversprechenden Angriff ausgebremst.

Nach dieser ersten fragwürdigen Entscheidung der Schiedsrichter, auf die viele weitere folgen sollten, brauchte der FCM kurze Zeit, um sich wieder zu fangen, schaltete dann aber wieder den Vorwärtsgang ein. Während dessen wurde der Himmel rabenschwarz und es begann zu regnen.

In der 32. Minute dann Schreckmomente, als sich Denis Hoffmann, der nach langer Verletzungspause erst wenige Spiele wieder dabei war, sich vor Schmerzen auf dem Rasen krümmte. Zum Glück war es nur eine Prellung und wenig später konnte er auf den Platz zurückkehren.

Fünf Minuten später gelang es Jamey Hayse, eine Flanke von Rochelt zum 2:1 zu verwandeln: der Griff des Bayreuther Keepers war nur wenig zu kurz und der Ball schlug zur verdienten 2:1 Führung für das Memminger Team ein (37. Minute).

Die erste Halbzeit endete mit einer Tätlichkeit an Memmingens Burak Coban, zu der sich Bayreuths Knezevic genau vor der Memminger Bank hinreißen ließ, was dort große Aufruhr auslöste und eine Rote Karte für Knezevic zur Folge hatte.

Nach der Halbzeitpause beruhigen sich die Gemüter vorübergehend. Als Memmingens Rochelt zu einem Angriff lossprintete, endete dieser jedoch mit einem unentschlossenen Hin und Her im Mittelfeld und dem Eindruck, als habe man Angst vor der eigenen Courage. „Traut Euch was zu“, tönte es da von der Tribüne, auf der 776 Zuschauer mitfieberten.

Nach einem unspektakulären Foul gab es Gelb gegen Heilig und der Schiri brauchte ein paar Momente, um zu merken, dass der junge Memminger schon eine Gelbe Karte hatte, mit Gelb-Rot als Folge und somit Gleichstand beider Mannschaften.

Es folgten weitere Karten, Spielunterbrechungen, umstrittene Szenen um das Schiedsrichtergespann und mindestens zwei Glanztaten von Memmingens Keeper Martin Gruber, doch das Spiel sollte beim 2:1-Endstand bleiben.

So schaukelte Memmingen das Spiel nach Hause, auch wenn es für viele Zuschauer den Anschein hatte, dass der Schiri alles versucht hat, das zu verhindern.

Weiter geht es am kommenden Dienstag (19 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg.

13.04.2018 FC Memmingen – SpVgg Bayreuth 2:1 (2:1)

Aufstellung FC Memmingen: Gruber – Boyer, Heger (75. Krogler), Heilig, Remiger – Rochelt, Hoffmann, Rietzler, Coban – Hayse (68. Anzenhofer), Salemovic.
Auswechselspieler: Maier, Buchmann, Speiser, Lutz, Zeche (Tor). – Trainer: Baierl.

Aufstellung SpVgg Bayreuth: Skowronek – Dengler, Kolbeck, Bajrami (46. Wolf), Schmitt, Weimar (46. Hobsch), Held (75. Krahnert), Golla, Weber, Knezevic, Böhnlein.
Auswechselspieler: Michaelis, Schneider, Renger, Hempfling (Tor). – Trainer: Stadler.

Schiedsrichter: Haslberger (St. Wolfgang). Gelbe Karten: Heilig, Coban / Schmitt, Weber, Held, Knezevic. Gelb-Rot: Heilig (65./wiederholtes Foulspiel). Rote Karten: Knezevic (Tätlichkeit nach Ende der 1. Halbzeit an Coban) / Anzenhofer (90. + 1/grobes Foulspiel).

Zuschauer: 776.

Tore:
1:0 (01.) Muriz Salemovic
1:1 (20.) Mergim Bajrami
2:1 (37.) Jamey Hayse.

Fotos:
aus eigener Quelle (Christine Hassler).

Ein Album vom Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

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