Exzellente Karrierechancen durch duales Bildungssystem

16. April 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

228 Auszubildende wurden nun in einer gemeinsamen Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaften Memmingen-Mindelheim und Kempten und als Gesellen ins Berufsleben entlassen. Die beiden Kreishandwerkerschaften hatten in das Kornhaus in Kempten eingeladen, um in festlichem Rahmen die Auszubildenden im Handwerk freizusprechen und allen, die die jungen Fachkräfte auf ihrem Weg bis zur Gesellenprüfung begleitet haben, ihre Wertschätzung zu zeigen.

Memmingen-Mindelheim (prb). „Der akademische Abschluss ist wirklich nicht das Maß aller Dinge. Unser Alltag funktioniert nur, wenn wir beides haben, z.B. die studierte Ingenieurin und den gelernten Mechatroniker. Sie sollten sich auf gleicher Augenhöhe begegnen können, auf der Basis ehrlicher gegenseitiger Wertschätzung. Was nützt es dem Ingenieur, der tolle Konstruktionen erarbeitet, es aber keinen Mechaniker gibt, der die Erfindung umsetzt und baut“, brach Hans-Peter Hartmann, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Kempten, anlässlich der gemeinsamen Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaften Memmingen-Mindelheim und Kempten eine Lanze für die duale Ausbildung.

Die beiden Kreishandwerkerschaften hatten in das Kornhaus in Kempten eingeladen, um in festlichem Rahmen im Beisein von vielen Ehrengästen aus Wirtschaft, Politik sowie Aus- und Fortbildungseinrichtungen, 228 Auszubildende freizusprechen und allen, die die jungen Fachkräfte auf ihrem Weg bis zur Gesellenprüfung begleitet haben, ihre Wertschätzung zu zeigen.

Weichen stellen und Möglichkeiten nutzen

Am Beispiel eines Schienennetzes mit vielen Weichen nach links und rechts, verdeutlichte Hartmann die exzellenten Berufsmöglichkeiten und Karrierechancen, die den Junggesellen/-innen offenstehen. Mit dem Gesellenbrief seien sie noch längst nicht am Ziel, sondern erst auf dem Weg dorthin, etwa zum Meistertitel oder einer anderen Zusatzqualifikation.

„Nie waren die Möglichkeiten, in Deutschland einen Beruf zu erlernen und sich in diesem Beruf weiter zu entwickeln, so vielfältig wie heute. Diese Vielfalt gehört für mich zu den größten Errungenschaften des deutschen Bildungssystems“, betonte Hartmann. Die jungen Handwerkerinnen und Handwerker sollten die Weichen, die auf sie zukommen, nutzen, sich immer weiter zu qualifizieren. Sie sollten keine Angst vor neuen Herausforderungen haben, sondern sich etwas zutrauen, ermutigte er die frisch gebackenen Gesellen.

Neugier als Antriebsfeder

Auch der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, Hans-Peter Rauch, betonte in seinem Grußwort, dass die jungen Frauen und Männer stolz auf ihre Leistung sein können, vergleichbar mit den tollen Leistungen der deutschen Spitzensportler bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Fleiß, Training und Übung seien Eigenschaften, die einen Spitzensportler begleiten, aber auch einen Handwerker, betonte Rauch.

Rauch gab den Gesellinnen und -gesellen die Worte des Universalgelehrten Galileo Galilei als Orientierung mit auf deren weiteren Berufsweg: „Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden soll.“ Sie sollten neugierig bleiben, dann würden sie jede Herausforderung auch meistern.

Gut ausgebildete, kreative und motivierte Mitarbeiter sind gesucht

Insbesondere die Digitalisierung, die auch im Handwerk mit großen Schritten voranschreitet, erfordere gut ausgebildete, kreative und motivierte Mitarbeiter und stetige Weiterbildung, machte die Kemptener Bürgermeisterin Sibylle Knott deutlich. „Bildung ist der wesentliche Schlüssel für eine sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche und kulturell vielfältige Gesellschaft“, betonte Knott.

Unter den Freigesprochenen befanden sich auch 17 junge Handwerkerinnen und Handwerker, die ihre Berufsausbildung mit großem Erfolg und hervorragenden Leistungen abgeschlossen haben und besonders geehrt wurden.

Diese Ehrung sowie die Überreichung der Gesellenbriefe wurde von Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaften Kempten und Memmingen-Mindelheim, und dem SWR3-„Wochenrückblicker“ Stefan Reusch unterhaltsam moderiert. Der musikalische Part kam dieses Mal ebenfalls aus dem Handwerk, von dem Elektromeister Robi Reichert und dem Ladenbauer Max Sokop, bekannt als die Gruppe „Waschecht“.

Besonders ausgezeichnet durch hervorragende Leistungen wurden aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim (in Klammer die Ausbildungsbetriebe):

Bäckereifachverkäuferin
Nadine Kubler (Bäckerei Mayer GmbH & Co., Isny

Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik
Fabian-Johann Keidler (Fa. Josef Kirchensteiner, Ottobeuren)
Markus Rauh (Fa. Josef Kirchensteiner, Ottobeuren)

Friseurin
Julia Walz (Catrin Schlammer, Ottobeuren)

Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik
Peter Fakler (BayWa AG, Memmingen)
Fabian Kartheininger (BayWa AG, Memmingen)

Feinwerkmechaniker
Simon Denk (Wanzl Metallwarenfabrik GmbH, Kirchheim)
Maximilian Mayr (Wanzl Metallwarenfabrik GmbH, Kirchheim)

Klempner
Gordon Schmidl (Fa. Thomas Schwelle GmbH, Türkheim).

Foto:
Ehrung der Besten (v. li.): Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben, und Thomas Kreuzer MdL und die Ausgezeichneten Markus Rauh, Gordon Schmidl, Fabian-Johann Keidler, Peter Fakler, Fabian Kartheininger, Maximilian Mayr, Simon Denk und Julia Walz sowie Dr. Leopold Herz MdL, Marlene Preißinger, stellvertretende Landrätin Unterallgäu, und Robert Plersch, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim.
Fotoquelle: prb/Manfred Brückner.

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