Rasende Rasenmähertraktoren, Supermoto, Rennkarts und Trial-Akrobatik

16. Mai 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Da schlägt das Motorsportherz höher: Neben dem Besuch von Nachwuchsfahrer von Intact GP Matthias Meggele, Supermoto-, Renn- und Jugendkart-Vorführungen sowie Shows des Trial-Akrobaten Dennis Stetter waren beim Tag der offenen Tür im AMC Motorsportpark am Allgäu-Airport am vergangenen Sonntag ein weiteres Highlight dieses Jahres die Rasenmähertraktor-Rennvorführungen.

Rasende Rasenmähertraktoren

Natürlich haben die modifizierten Rasenmähertraktoren, die hier auf dem Dirt-Track mächtig Staub aufwirbelten, kein Mähwerk mehr, erklärte mir Toni vom Rasenmäher-Racing-Team Schmalegg bei Ravensburg.

Dennoch haben diese lustigen Gefährte original Rasenmäher-Chassis, original Rasenmähermotoren von bis zu 22 PS, bis zu 750 cm³ Hubraum und fahren jedoch bis zu 100 Kilometer pro Stunde.
Auf dem asphaltierten Teil des Renntracks lässt sie das auch ganz schön schnell werden und für den hügeligen Dirt-Track, der eigens für diese Rennvorführungen im Motorsportpark angelegt wurde, bringen sie viel Kraft mit: Genug, um innerhalb kürzester Zeit den Dirt-Track unter dichtem Nebel von aufgewirbeltem Staub fast völlig verschwinden zu lassen.

„Wenn das Dein tägliches Gesichtspuder wäre, wäre es etwas zu gelblich für Deinen Teint“, bemerkte ich scherzhaft an einen jungen Fahrer gewandt, der gerade eine Rennvorführung beendet hatte und dessen Gesicht eine dicke Staubschicht bedeckte. „Das gehört dazu“, bemerkte er nur trocken, fuhr sich durchs Gesicht und grinste.

Zur Sicherheit der Fahrer muss heute jeder Renntraktor einen Überrollbügel vorweisen und natürlich herrscht Helmpflicht und auch Schutzkleidung ist Pflicht, neben einigen weiteren Reglements, die mit der Zeit und mit den Rennen entstanden.

Denn ursprünglich begann alles mit ein paar Jungs, die aus Jux und Tollerei an Rasenmähertraktoren herumbastelten, sie umbauten und aufmotzten und anfangs noch mit Mähwerk fuhren, erzählte Toni vom „Funkenbauverein Schmalegg“ weiter.

Der Reiz an der Sache? Das sei das Basteln selbst und das Fahren mit den umgebauten Teilen erklärte er, bevor es noch ein Bild mit seinen Jungs gab.

Viele Highlights für Motorsportfans

Für die Motorsportfans hielt der Tag der offenen Tür im Motorsportpark am Allgäu-Airport über den Tag verteilt viele Highlights bereit: Es gab Supermoto-, Renn- und Jugendkart-Vorführungen und zum Ausprobieren wurden Leihkarts des AMC angeboten, auf denen auch interessierte Neulinge zwischendurch immer ein paar Runden drehen durften.

Aufgelockert wurde der Tag auch durch Interviews mit Matthias Meggele und Shows des Trial-Akrobaten Dennis Stetter, der wieder mit seinem Bike von allen Seiten über ein altes Auto kletterte, seine Maschine darauf steigen ließ, punktgenau vor einer Versuchsperson auf einem Rad zum Stehen kam, oder über zwei liegende Personen sprang, mit unglaublicher Geschicklichkeit und Verschmelzung mit seinem Bike.

Natürlich gab es auch Gelegenheit, auf dem AMC-Gelände mit Gleichgesinnten gemütlich auf den Bierbänken zu plaudern und sich inmitten von Klängen aufheulender Motoren durch gegrillte Snacks und Gerichte zu stärken, etwas erfrischendes zu trinken, Kaffe oder ein Eis zu genießen oder zu fachsimpeln.

Interview mit Matthias Meggele

Matthias Meggele, vielversprechender Nachwuchsfahrer des Memminger Rennstalls Dynavolt Intact GP erzählte bei einem Interview über seine erste Saison in der für ihn neuen Klasse Moto2, in die er von der 250er Rookies-Klasse in diesem Jahr aufstieg:

„Die Motorräder haben in der Moto2-Klasse gleich einmal die doppelte Leistung, sind größer und natürlich sehr viel schneller“,
erklärte Matthias Meggele, der bereits zwei Rennen in der EM (Europa Meisterschaften) hinter sich hat und in beiden Rennen auf Punkteplätze fuhr:

Auf Platz 12 schaffte er es gleich beim ersten Rennen in Portugal und Platz 13 erzielte er beim zweiten EM-Rennen in Valencia, Spanien.

 

Sehr bemerkenswert ist das nicht nur, weil es für ihn die erste Saison in der EM Moto2-Klasse ist, sondern auch, weil er einer von 30 ausgewählten Nachwuchsfahrern weltweit ist, unter denen er zudem einer der Jüngsten ist, dazu einer von insgesamt nur zwei deutschen Fahrern und das Level in diesem Jahr zusätzlich sehr hoch sei: Drei von den 30 Fahrern sind Profi-Fahrer aus der höheren WM-Kategorie, die kein Team mehr fanden und deshalb zur EM-Kategorie abgestiegen sind. „Das hebt das Level gleich ungemein“, so der talentierte Nachwuchsfahrer des Memminger Rennstalls.

„Es ist ein harter Kampf im Motorsport und ein harter Weg zur WM, aber die EM ist ein Super-Sprungbrett ganz nach oben“, weiß Matthias Meggele, der mit seinen zarten 17 Jahren noch eine Menge Zeit hat, diesen Weg zu erklimmen.

Insgesamt sieben Rennen sind in der EM zu fahren, mit seinem Einstieg ist er sehr zufrieden und nach seinem nächsten Ziel gefragt, antwortete er „unter die Top-10 zu fahren, das wäre mein nächstes Ziel“, wozu ich ihm natürlich viel Erfolg wünschte.

Insgesamt war der Tag der offenen Tür des Memminger Motorsportclubs wieder ein gelungener Auftakt in die Saison und trotz Muttertag wieder gut besucht.

Weitere Infos über den AMC Auto u. Motorsportclub Memmingen e.V., sein Angebot und weitere Termine in diesem Jahr findet sich auf www.amc-memmingen.de.

Fotos:
Titelbild und Bilder 1 & 2: aus eigener Quelle (Christine Hassler)
Bilder 3-5: AMC Motorsportclub Memmingen.

Ein Album vom Event gibt es auf unserer Facebookseite.

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